Die Hüterin der Dämmerlichtung
Im Zwielicht stand sie still, als suchte sie das Ferne,ein Flüstern strich durchs Laub, wie Atem alter Zeiten.
Die Schatten rückten nah, als wollten sie sich wärmen,
und über allem lag ein Schweigen ohne Gleiten.
Ein Pfad aus blassem Moos, von keinem Schritt benommen,
führte tiefer in den Wald, wo Namen sich verlieren.
Ein leiser Ruf erklang, als sei er hergeschwommen,
und ließ die Luft in dünnen Silberschleiern frieren.
Da hob sie ihre Hand, als könne sie das Dunkel lenken,
ein Kreis aus fahlem Licht begann sich zu erheben.
Die Bäume neigten sich, als wollten sie ihr danken,
und etwas Unsichtbares begann, sich einzuschweben.
Ein Wesen trat hervor, aus Nebel kaum geboren,
mit Augen, die das Schweigen selbst zu tragen schienen.
Es sprach nicht, doch sie wusste, was sie längst verloren,
und dass die Nacht bereit war, es ihr heimzubringen.
So gingen beide fort, im Takt der alten Lieder,
der Wald verschloss sich still, als hätte nichts bestanden.
Nur ein verwehter Hauch kehrte zum Pfad hernieder,
als Gruß aus jener Welt, die jenseits liegt der Randen.