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Warum leben? Das ist eine abwegige Frage nicht war? Aber es ist berechtigt sie zu stellen.
Warum glaubst du das dein Leben eine Bedeutung hat?
Wenn du stirbst, hört die Erde sich auf zu drehen?
Wenn die Erde sich aufhört zu drehen, stirbst du!
Warum glaubst du, dass durch den Tod unserer Erde sich etwas ändert?
Wenn sie stirbt, hört dann unser Sonnensystem sich auf zu drehen?
Wenn unser Sonnensystem sich aufhört zu drehen stirbt die Erde!
Warum glaubst du, dass durch den Tod unseres Sonnensystems sich etwas ändert?
Wenn sie stirbt, hört unsere Galaxie sich auf zu drehen?
Wenn unsere Galaxie sich aufhört zu drehen stirbt unser Sonnensystem!
Warum glaubst du, dass durch den Tod unserer Galaxie sich etwas ändert?
Wenn unsere Galaxie stirbt, koloriert das Universum?
Wenn das Universum kollabiert, stirbt unsere Galaxie!
Wenn das Universum kollabiert, wer wird es vermissen?

Im Unendlichen ist eine Einer Stelle so unbedeutend wie eine Zehner Stelle.
Und wenn alles ohne jegliche Bedeutung ist, dann entspricht der Wert des Lebens gleich Null.

So sind selbst die Menschen, die um dich trauern genauso unbedeutend wie du. Und wenn sie genauso tot sind wie du, wie kannst du dann weiterleben? In Erzählungen, Fotos, Videos? Vielleicht Errungenschaften oder Entdeckungen? Doch wenn die Menschheit vernichtet wird, wird es ebenso der letzte Beweis das du je Existiert hast.

Dir gibt Gott einen Sinn? Nun warum denkst du, dass dein Leben dadurch wertvoller wird? Die Fakten bleiben das gleiche, das Ergebnis bleibt dasselbe.
Also warum lebst du dann noch?
Die Gefühle, die dich hier halten sind nur Chemische Reaktionen.
Die Gedanken, die dich zweifeln lassen sind nur biologische Prozesse.

Du kannst mir nichtmal beweisen, dass du wirklich existierst.


(Bitte nicht zu ernst nehmen, weil das nicht unbedingt meine Meinung ist. Ich denke jeder kann sich ja seinen individuellen Sinn und Weg machen)
 
Hallo @Qualle,
vielleicht klingt meine Ansicht hart und für den ein oder anderen auch ungesund, aber so ist es, wenn man Anhänger des Nihilismus' ist. Ich stelle mir jeden Tag die Frage, warum wir überhaupt leben. Was hat es überhaupt einen Sinn, das wir existieren? Ich meine, wir werden geboren, leben und lieben ein bisschen während der Zeit auf der Erde, schreiben ein paar Gedichte und sterben nach 70 oder 80 Jahren. Und da frage ich mich wirklich: Was bringt es mir überhaupt, dass ich gelebt habe, wenn ich eh sterbe. Ich werde mich an das Leben nicht erinnern, wenn ich im Sarg liege und von Erde umgeben bin. Ich werde mich auch nicht an die Liebe meines Lebens erinnern können, also was bringt es mir, überhaupt auf der Erde etwas gelebt zu haben?

"Warum glaubst du, dass dein Leben eine Bedeutung hat?" Ich finde, dass das Leben keine Bedeutung hat. So wie wir auf die Erde gekommen sind, so werden wir auch gehen: Alleine und es spielt schlussendlich auch keine große Rolle, ob man Geschäftsführer oder nur ein einfacher Dichter war.

"Im Unendlichen ist eine Einer Stelle so unbedeutend wie eine Zehner Stelle.
Und wenn alles ohne jegliche Bedeutung ist, dann entspricht der Wert des Lebens gleich Null."
Naja, wenn ich jetzt sterbe, dann war alles, um ehrlich zu sein, umsonst: Jedes Lächeln, jeder Herzschlag, selbst jedes Gedicht, das ich schrieb und jede durchlebte Krankheit und jede Emotion erscheinen mir leider verschwendet.

"So sind selbst die Menschen, die um dich trauern genauso unbedeutend wie du. Und wenn sie genauso tot sind wie du, wie kannst du dann weiterleben?" Gar nicht. Der Schmerz über meinen Tod würde irgendwann vergehen und ich wäre schlussendlich vergessen. Nur der Grabstein wäre ein letztes Zeugnis, das eine Existenz belegt.

"Also warum lebst du dann noch?
Die Gefühle, die dich hier halten, sind nur chemische Reaktionen.
Die Gedanken, die dich zweifeln lassen, sind nur biologische Prozesse."
Ich lebe, weil es keinen Ausweg gibt. Es gibt keine Erlösung und auch keine Hoffnung, so leid es mir auch tut.

"Du kannst mir nichtmal beweisen, dass du wirklich existierst." Und das ist ehrlich gesagt der Punkt. Wir wissen, dass wir leben, aber niemand kann das wirkliche Leben beweisen. Was heißt es überhaupt zu leben oder zu sterben? Das Menschliches Sein beschreibt zwar, dass wir denken, reden, handeln oder nach der Weisheit streben, aber die Frage ist: Ist das alles überhaupt wert? Ich meine, jede Tat, die wir tun, sei es studieren, promovieren, Bücher veröffentlichen etc., ist für jeden Menschen ein großer Schritt, aber für die Welt ist das alles nur eine Momentaufnahme, die vom Morgen überschattet wird. Es ist nur ein kurzer Moment für die Erde, nur ein kleiner Augenblick. Also was bringt uns das Leben, wenn wir eh gehen müssen? Und als Nihilist denke ich, dass es nichts gibt, was uns am Leben hält. Wir leben, sind aber nicht wirklich frei und wenn wir sterben, dann werden wir nicht freier...

Aber genug von meinen trüben Ansichten. Sehr gerne gelesen.
Liebe Grüße aus Berlin
Marc
 
Hallo @Marc Donis ,

ich verstehe dich da vollkommen. Diese Gedanken beschäftigen mich auch sehr oft. Vor allen, was du im letzten Satz angesprochen hast: “Wir leben sind aber nicht wirklich frei”. Ich bin fest vom Determinismus überzeugt und das wir dadurch auch keine freien Entscheidungen treffen können. Nihilismus und Determinismus sind zwei Konstrukte, welche ich selbst sehr gerne vertrete. Aber das bedeutet auch, dass wir nur passiv existieren können und der Zukunft ausgeliefert sind ohne jeglichen Sinn dabei zu erfüllen. Diese Denkweise bringt einige Probleme mit sich, weil dadurch viele Menschen ihren Antrieb verlieren und kein Ziel haben, da sowieso alles ohne Sinn ist. In der Theorie ist das natürlich egal und nicht von Bedeutung, aber irgendwie fühlt es sich im Hier und Jetzt falsch an. Deswegen sind diese Theorien nicht falsch, aber ich bin zu der Ansicht gekommen, dass es hier vielleicht sogar besser wäre mit einer Illusion zu leben.
Natürlich können wir ja auch falsch liegen, dass kann ja niemand beweisen.

Vielen Dank für deine Antwort!
Liebe Grüße
 
Hallo @Qualle und @Marc Donis

Kurz zur Orientierung: Hier wird gedichtet, nicht kosmisch kollabiert; also bitte keine Endzeitmonologe zwischen den Sonetten😉

Heißt es nicht schon in der Werbung: „Nichts ist unmöglich“ — also: das Nichts ist unmö…, oder bringe ich da was durcheinander?

Mich beeindruckt, wie zwei junge Menschen sich ernsthaft mit Existenzfragen auseinandersetzen…
 
  • Guenk
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