III / IV
Der leise Morgen
φ Die Gesetze der inneren Resonanz
Ein jeder strebt nach Monument und Stein,
Will ewig in der Welt gelesen sein.
Doch manche Spur, die stolz der Nachwelt bleibt,
Ist nur Verwüstung, die der Hochmut schreibt.
Man baut aus Angst ein Denkmal sich aus Erz,
Und hinterlässt doch nur ein fremdes Herz,
Das heilen muss, das wir als „groß“ gedacht,
In unsrer Gier nach Ruhm und nach der Macht.
Die Zeit ist kein Dieb, sie ist nur der Raum,
Für den nächsten Keim, für den nächsten Baum.
Dass ich nicht seh’, was morgen blüht,
Ist egal, solang mein Tag im Heute glüht.
Wie weise ist das Tier, das nützlich webt,
Und keine Narbe lässt, dort wo es lebt.
Es dient dem Morgen, ohne dass man’s nennt,
Ein stiller Dienst, den nur die Erde kennt.
Wahrhaftig groß ist, wer den Weg bereitet,
Und leise dann aus dem Gedächtnis gleitet.
Denn wer dem Neuen keinen Schatten wirft,
Ist der, der rein am Quell der Zukunft schürft.