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Feedback jeder Art Der Spiegel der Illusion

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DER SPIEGEL DER ILLUSION
Eine ängstliche und schüchterne Maus schaute sich in einem gekachelten Badezimmer um und entdeckte einen Rasierspiegel, der alles vergrößerte. Die kleine Maus schaute in den Spiegel und erschrak vor dem eigenen Antlitz. Ängstlich zog sie schnell den Kopf zurück, tastete sich dann langsam und vorsichtig erneut vor den Spiegel und staunte:
„Tatsächlich“, dachte die Maus. „Ich bin so groß wie ein Tiger.“ Sie riss ihr Maul auf und konnte ihre riesigen Mäusezähne sehen.
„Wenn ich solch eine große Maus bin und aussehe wie ein Tiger, dann brauche ich keine Angst mehr vor dieser Katze oder den Menschen zu haben und kann machen, was ich will.“
Die Maus war nun selbstbewusst, weil sie sich so groß und stark fühlte. Sie beobachtete die Katze, fast wie es ein schlauer Wolf tut, der seine Opfer niemals aus den Augen lässt. Sie studierte jede ihrer Bewegungen, kontrollierte die Wege, die die Katze regelmäßig ging: wann sie schlief und wann sie umherschlich.
Mutig wie nie traute sich die Maus, während die Katze schlief, zum Futternapf der Katze und stahl etwas vom Futter. Sie dachte: „Wenn die Katze aufwacht, reiße ich einfach mein Maul auf, und die Katze wird aus lauter Angst vor einem Tiger wie mir das Weite suchen.“
Eine Zecke, die im Mausefell saß, saugte langsam Blut und ernährte sich von dem Gedanken: „Wenn meine Maus so groß wie ein Tiger ist, dann bin ich eine besonders starke Zecke und kann mich überall niederlassen und in Ruhe Blut trinken. Lieber im Fell einer kleinen Maus saugen, die sich für einen Tiger hält, als ohne festen Halt auf der Suche nach einem passenden Wirt zu sein“, dachte die Zecke.
Die Katze, gar nicht dumm, hatte aber wohl bemerkt, dass jemand ihr Futter gestohlen hatte. Eines Morgens lag die Katze auf der Lauer und tat so, als schliefe sie. Die Maus ging zunächst zum Spiegel, um zu schauen, ob sie noch ein Tiger sei. „Ja – mir kann keiner was!“, dachte die Maus, und die Zecke schüttelte vor Lachen nur ihren Rüssel.
Voller Kraft und Tatendrang rannte die Maus, gar nicht mehr so leise, in die Küche, wo ihr Futternapf stand, und stibitzte mit Geschick ein beachtliches Stück. Als sie sich umdrehte, stand die Katze da, hielt sie mit scharfen Krallen fest und biss ihr ins Genick. Das war das Ende der Maus. Die Zecke aber war nicht dumm, floh ins Katzenfell und fühlte sich dort pudelwohl.
 
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