Ein Mund aus Schweigen
Als Kind zum Schweigen klein gemacht,
lernte ich nicht sprechen, hielt fest.
Die Angst, die größer war, als acht,
ließ ich den Mund verschlossen, wie ein Nest.
Als Kind still mundtot hingestellt,
lernte ich nicht fragen, zog mich ein.
Gehemmt vom Blick, der mich gefällt,
ließ ich die Worte ungefragt allein.
Ich war noch klein, noch nicht bereit,
man sagte mir: Du kannst es nicht.
Ich sei nichts wert, so weit, so weit -
ein Kind zu sein galt kaum als Licht.
So trug ich Lasten, viel zu schwer,
sie quälten mich bis heute, leis.
Doch Schritt für Schritt lern ich noch mehr:
Den Mund zu öffnen hat seinen Preis.
Ich hab es nun gelernt, ich schaffe es:
den Mund zu öffnen - das ist mein Gesetz.
© wirbel / C.B.
Gedicht von ´2001
Als Kind zum Schweigen klein gemacht,
lernte ich nicht sprechen, hielt fest.
Die Angst, die größer war, als acht,
ließ ich den Mund verschlossen, wie ein Nest.
Als Kind still mundtot hingestellt,
lernte ich nicht fragen, zog mich ein.
Gehemmt vom Blick, der mich gefällt,
ließ ich die Worte ungefragt allein.
Ich war noch klein, noch nicht bereit,
man sagte mir: Du kannst es nicht.
Ich sei nichts wert, so weit, so weit -
ein Kind zu sein galt kaum als Licht.
So trug ich Lasten, viel zu schwer,
sie quälten mich bis heute, leis.
Doch Schritt für Schritt lern ich noch mehr:
Den Mund zu öffnen hat seinen Preis.
Ich hab es nun gelernt, ich schaffe es:
den Mund zu öffnen - das ist mein Gesetz.
© wirbel / C.B.
Gedicht von ´2001