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Feedback jeder Art Einsamkeit ist eine Mauer

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  • Tanqueray
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Grau in grau der traurige Tag.
Erschreckend schwarz die endlos dauernde Nacht.
Im Zwiespalt der Gefühle versinke ich
in eine ausweglose Ohnmacht.
Der Kopf ist heiß und droht zu platzen.
Die Hände: kalt, naß, leblos.
Ich ersticke an dem Kloß in meiner Kehle.
Ich weiß nicht, ob ich überhaupt noch lebe.
Mir geht´s verdammt beschissen!

Wa ist Traum, was Wirklichkeit
in meiner seelischen Dunkelheit?
Was soll ich nur machen, wer holt mich zurück?
Zurück in ein friedlicheres Leben,
wenigstens ein kleines Stück.
Es ist grausam und doch zum lachen:
Den ersten Schritt - ich weiß,
den muß ich ganz alleine machen.

Aber woher soll ich die Kraft bekommen,
die ich lange schon vermisse?
Was hat sie mir genommen?
Ich friere und doch ist mir heiß.
Ich bin hier, doch da bin ich nicht.
Ich bin gestorben, aber ich lebe um jeden Preis.
Aber lebe ich wirklich?
Was kann ich tun, was nicht?

Am liebsten wird´ ich aus dem Leben gehn,
nichts mehr hören, keinen mehr sehn.
Doch wo komme ich dann hin?
Fühle mich einsam, seit eh und je.
Einsamkeit tut ganz schön weh.
Ich muß weinen, doch ich kann es nicht.
Alle Tränen, die ich hatte,
habe ich bereits verloren.
Warum wurde ich geboren?
Was erwartet mich nach diesem Leben?

Ich glaube, ich bin so weit,
dass ich es wissen möchte.
Aber bin ich wirklich bereit?
Unerträglich meine Trauer.
Einsamkeit ist eine Mauer.

Nachwort: das Gedicht entstand 1988, als ich mit 23 Jahren ein durch Tschernobyl verseuchtes, nicht lebensfähiges Kind gebar. Völlig alleine, keiner da gewesen.
Heute geht es mir gut, also keine Angst, ich lache schon lange wieder. Das Schreiben ist eben die beste Therapie.
 
Liebe Silvia Sorhöfer,

deine Zeilen und die Anmerkung dazu, gehen sehr tief. Es fällt schwer, kein Kloßgefühl zu bekommen und Tränen zurückzuhalten. Schön, dass du ins Leben zurückgefunden und dein Lachen wiedererlangt hast. Ja, schreiben kann helfen, schreckliche Dinge zu verarbeiten. Respekt für deinen Mut, diesen Text mit uns zu teilen!

Mitfühlend gelesen.

Lieben Gruß, Letreo
 
Liebe Letreo,
erst einmal herzlichen Dank für Deine ehrliche Anteilnahme. Ich habe lange überlegt, ob ich das Gedicht veröffentlichen soll. Sein Inneres nach Außen gekehrt - das ist schon ne Hausnummer.
Aber ich finde, nichts im Leben sollte umsonst gewesen sein. Wenn auch nur 1 Mensch da draußen ist, dem diese Zeilen nutzen, dann herzlich gerne.
Liebe Grüße
Silvia Sorhöfer
 
  • Tanqueray
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