Erinnerung in der WinternachtIm Dunkeln streif' ich durch die Gassen;
Schneeflocken wehen mir ins Gesicht.
Gedanken und mein Schmerz verlassen
jedoch trotz Wind und Frost mich nicht.
Ob Tränen wohl zu Eis gefrieren?
Mir ist so kalt - und doch so heiß.
Womit mein wundes Herz kurieren?
So friedlich fällt der Schnee, so weiß ...
Ein weißes Tuch darüber decken:
kein Blick darunter, kein Zurück
erinnern, alles Leid verstecken.
Doch wäre das auf Dauer Glück?
Das Glück wohnt hinter Fensterscheiben.
Froh steigt aus dem Kamin der Rauch.
Werde ich für immer einsam bleiben?
Ein flüchtig-nebelhafter Hauch?
Was mag dort das Licht sein? Kerzen?
Vor Flocken ist die Sicht verwischt.
Ich geh' drauf zu, von ganzem Herzen
mir wünschend, dass es nicht erlischt.
© wirbel / C.B.
19.12.2024