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Feedback jeder Art Falsches Streben

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Gebirge habe ich voll Leid
erklommen und gefroren,
dort wurde ich geboren
als Suchender. Im weißen Kleid

der ewigen Gelehrsamkeit
und feinem Sinn verschworen.
Ich stand auf den Agoren
in lyrischer Erhabenheit

und mischte die Amphoren
des Geistigen. Wie prophezeiht
durchdrang ich sanft die Ohren

von Dilettanten weit und breit.
Ich fühlte mich verloren,
entwürdigt und im Herz entweiht.
 
Hallo @Anaximandala,

noch nie habe ich eine schönere Umschreibung dafür gelesen, wie es sich anfühlt, Perlen vor die Säue zu werfen. Säße das LI nicht auf einem solch hohen Ross, hätte es fast Mitleid verdient.

Sehr schön gedichtet - du bist eben ein Meister des Enjambements, der zielstrebig mäandernde Gedanken zeilenübergreifend zu verfolgen weiß.

Ich hoffe, dir geht es nicht wie dem Weisen vom Berge (handelt es sich eventuell um Nietzsches Zarathustra?) in deinem Gedicht und du fühlst dich hier im Forum angemessen gewürdigt ...

Gruß
Cornelius
 
Guten Morgen Cornelius,


Na, ich glaube Mitleid ist hier nicht notwendig, schlussendlich ist das Ross vielleicht eh zu hoch, als dass es etwas bewirken würde ...
im Gebirge wunderbar, zum Absteigen ungeeignet und nur so lange ein angenehmer Platz, wie man genügend Wasser zum trinken hat 😅🤣

Danke dir, ich hatte hier ehrlich gesagt einfach viel Glück. Viel mehr ist es fast traurig, dass sich aus einem Moment des bitteren Spottes so etwas entwickelt hat.

Ein klein wenig autopoietisch ist Geschriebenes doch fast immer 😅 aber nein, ich fühle mich hier sehr wohl.

Weder würde ich mich selbst so hochstinken wollen, noch möchte ich jemals irgendwen, der Interesse an etwas von mir Geschriebenem hat, so herabwürdigen 🙂

Liebe Grüße
Delf
 
Hallo Delf
Da hast Du dir ja direkt einen Witz verdient
Zwei Neuankömmlinge in Kanada
bereiten sich für den Winter vor und hacken und spalten Holz
Nach einer Woche gehen sie auf einem Berg an dem immer ein alter Indianer sitzt und sie beobachtet
Sie fragen ihn wie kalt es in Kanada wird
Kalt sagt der Indianer
Sie mühen sich ab und mache noch mal zwei Wochen
richtig viel Brennholz
Dann besuchen Sie den alten Indianer wieder und fragen ihn wie kalt es wird
Sehr sehr kalt sagt er
Sie beschließen noch mal zwei Wochen Brennholz zu hacken und scheiten
Nun gehen sie abermals wieder auf den Berg und befragen den Einheimischen
Wie kalt wird es denn jetzt wirklich in Kanada
Dieses Jahr wird es richtig bitterkalt
Die Zugezogenen Fragen ihn ja woher er das denn wisse.
Daraufhin sagte er
Unten im Tal türmen zwei Männer schon seit mehreren Wochen riesige Mengen Brennholz auf
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin @Anaximandala,

das Gedicht hat eine herrlich barocke Überhöhung – und zugleich eine schmerzhafte Pointe:
der „Suchende“ steigt mit weißem Gelehrtenkleid und großer Geste auf die Agoren, mischt
die Amphoren des Geistigen, predigt beinahe – und landet dann bei „Dilettanten“,
die den Ton nicht aufnehmen. Genau diese Fallhöhe macht den Schluss so bitter.

Ich mag, wie du das Pathos so weit treibst, dass es schon leicht ironisch flimmert –
und trotzdem bleibt darunter echte Kränkung: verloren, entwürdigt, „im Herz entweiht“.
Das ist mehr als Eitelkeit, das ist das Gefühl, mit dem eigenen Ernst im falschen Raum zu stehen.

Sehr stark gebaut –
und ja: „Perlen vor die Säue“ schimmert durch, aber in einer eigenen, antiken Bildwelt.

Ein Text mit hohem Kamm und wunden Flanken – der lange nachhallt.

LG, Driekes
 
Hallo Delf,

denke, Du weißt, dass kritische bzw. polemische Anmerkungen in der Vergangenheit deshalb nicht unterblieben, weil ich ein Sonett wie dieses für möglich gehalten habe, auch wenn ich die großen qualitativen Unterschiede Deiner Sachen nach wie vor nicht verstehe. Ansonsten glaube ich nicht, dass das LI mit dem Verfasser viel zu tun hat, lasse mich aber gern eines Besseren belehren. Darüber hinaus würde ich vermutlich unnötig ins Plaudern geraten, wenns um Mutmaßungen, das hohe Ross und seine Reiter betreffend, ginge ...

Gruß

E.
 
Guten Abend,

ja nun @Rudolf Fritz-Roessle, es ist eine kluge Sache sich dort seine Prognosen geben zu lassen, wo man die Zeichen in der umgebenden Natur zu deuten vermag 😀

@gummibaum, du sagst da etwas sehr interessantes ... es kommt darauf an, wie man die letzten drei Zeilen liest.
Einerseits ja ganz bestimmt wird es Vergleichbares gewesen sein, das viele Weise erlebt haben, aber die empfundene Entwürdigung nicht verstanden worden zu sein o.Ä. könnte in eine andere Richtung gehen. Das kommt vielleicht mehr auf die Deutung an. Erstmal steht ja nichts dabei, ob die Empfindung berechtigt oder herbeigezogen ist 🤔

Sehr klar und feinfühlig geschrieben.

Tausend Dank!

@Driekes auch dir vielen Dank für deine Worte!
Das ironische Flimmern war schon bewusst gesetzt, bzw die "Überschneidung" von "Pathos und Ironie" wie du sagst 😊

@Endeavour, danke! das sind denke ich wirklich nette Worte!

Ohne jetzt selber ausschweifend werden zu wollen:
Du verstehst sicherlich, dass nicht jede Polemik mit Freude angekommen ist. So direkt Sympathie hast du damit nicht gerade geweckt.

Neben der emotionalen Ebene ist mir aber durchaus aufgefallen, dass Fachliches Substanz, Technisches Qualität und Beiläufiges Wert hat.

Vielleicht ist es so, ich werde aber nicht aus Höflichkeit und Könnte die besten Absichten einer altruistischen Polemik ableiten.

Von stumpfer Polemik zu sprechen, greift aber genauso zu kurz.


Die Unterschiede meiner Qualität ... manchmal läuft es eben flüssig, und manchmal nicht.
Möchtest du, dass ich versuche das ins Konkretere zu brechen?

Nein, natürlich sind LI und Verfasser nicht gleichzusetzen.

Auch wenn deine Aussage zum Plaudern sich wohl kaum darauf bezieht, es zu wollen, doch zu unterlassen – fühl dich gerne frei zu Plaudern 🤷‍♂️😃

Es würde mich wenigstens interessieren, deine Gedanken zu hören. Aber nötig ist es nicht, wir können es genauso dabei belassen.

Danke für deinen Kommentar! 🙂


Liebe Grüße
Delf
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Delf,

sind es wirklich nette Worte, wenn man sich über ein gelungenes Gedicht dahingehend äußert, dass man es für gelungen hält? Ich denke, es ist nichts anderes als die Erwähnung der Fehler und Schwächen in Gedichten mit Fehlern und Schwächen.

Ansonsten unterstreicht das Salz in der Kritik (Substanz immer vorausgesetzt) gern den Ernst der Lage, und nur wem Gedichte wurscht sind, kann darauf verzichten. So wie Leute, die keine Ahnung haben, darauf verzichten können, etwas zu sagen, auch wenn sie andauernd dazwischenreden. Aber das ist ein anderes Thema, und die Höflichkeit (meine wenigstens) gebietet eben auch, nicht unnötig abzuschweifen.

Gruß

E.
 
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