36 Grad. Mindestens. Der Pitch am Horizont, die Abend-Zusatzschicht an der Backe. Gefangen in der Texter-Hölle. Auf der Suche nach Inspiration - oder Erlösung oder was auch immer. lch schaue durch die Lamellen der raumhohen Verschattungen auf die Balkone des Wohnblocks gegenüber - und höre Linda wegen der ächzenden Ventilatoren nicht näher kommen.
«Lust auf ein kleines Spiel, Rob?» flüstert sie, legt mir den Kopf auf die Schulter, lässt ihre Hände unter mein T-Shirt wandern und streichelt mich sanft.
«Klar, um was gehts?», frage ich, dankbar für die Ablenkung und drum bemüht, ihre Hände, nur dort wo sie sind, und nicht weiter, arbeiten zu lassen.
«Da drüben, die Menschen. Was denkst du. Wenn ich eine Sniperin wäre, wen würde ich scharfschützinnenmässig ohne mit der Kajal-Wimper zu zucken einfach abknallen? Wenn du richtig rätst, blase ich dir einen. Du hast eine Minute.»
Acht Balkone, auf allen Leben. Ein Typ mit Pferdeschwanz, von allem mittel, der die MILD liest (hatte Linda da im Verlag nicht mal einen Arschloch-Lover?). Eine junge schwangere Frau, die sorgsam Pflanzen in Hochbeeten giesst. Zwei Proleten, die qualmend den Grill angeworfen haben und die Nachbarschaft einnebeln (ist sie nicht Veganerin?). Ein Ehepaar, still beim Aperol Spritz. Ein alter Mann, unter einem blauen Schirmchen offenbar in Tiefschlaf gesunken. Ein bizarr fetter Mann in einer Art Stringtanga (Linda mag Schockeffekte, der würde platzen wie eine Melone). Zwei Kids, die ein Sofa als Trampolin nutzen. Ein Pärchen, knutschend, fummelnd in Sonnenstühlen (Neid?).
«Okay. Time, Rob. Wer muss dran glauben?».
Ich schwitze. Stammle. Stammle schwitzend. «Der alte Mann? Weil er vielleicht ein schönes und erfülltes Leben hatte? Und sein Tod dein Gewissen am wenigsten belasten würde?»
«Nein, du Spacken. Jetzt musst du es dir selber machen... die Schwangere natürlich. Ich habe exakt dasselbe Sommerkleid zuhause. Nur siehts bei der blöden Schlampe trotz Babyplautze Lichtjahre besser aus...».
«Und das Baby...»?
«Kopfschuss für die Mom. Kaiserschnitt fürs Kind. Und das Baby adoptiere ich dann...»
«Äh, ja, ... klar, dumme Frage von mir ... ich bin mir sicher, du bist eine fantastische, liebevolle Mutti...».
«Lust auf ein kleines Spiel, Rob?» flüstert sie, legt mir den Kopf auf die Schulter, lässt ihre Hände unter mein T-Shirt wandern und streichelt mich sanft.
«Klar, um was gehts?», frage ich, dankbar für die Ablenkung und drum bemüht, ihre Hände, nur dort wo sie sind, und nicht weiter, arbeiten zu lassen.
«Da drüben, die Menschen. Was denkst du. Wenn ich eine Sniperin wäre, wen würde ich scharfschützinnenmässig ohne mit der Kajal-Wimper zu zucken einfach abknallen? Wenn du richtig rätst, blase ich dir einen. Du hast eine Minute.»
Acht Balkone, auf allen Leben. Ein Typ mit Pferdeschwanz, von allem mittel, der die MILD liest (hatte Linda da im Verlag nicht mal einen Arschloch-Lover?). Eine junge schwangere Frau, die sorgsam Pflanzen in Hochbeeten giesst. Zwei Proleten, die qualmend den Grill angeworfen haben und die Nachbarschaft einnebeln (ist sie nicht Veganerin?). Ein Ehepaar, still beim Aperol Spritz. Ein alter Mann, unter einem blauen Schirmchen offenbar in Tiefschlaf gesunken. Ein bizarr fetter Mann in einer Art Stringtanga (Linda mag Schockeffekte, der würde platzen wie eine Melone). Zwei Kids, die ein Sofa als Trampolin nutzen. Ein Pärchen, knutschend, fummelnd in Sonnenstühlen (Neid?).
«Okay. Time, Rob. Wer muss dran glauben?».
Ich schwitze. Stammle. Stammle schwitzend. «Der alte Mann? Weil er vielleicht ein schönes und erfülltes Leben hatte? Und sein Tod dein Gewissen am wenigsten belasten würde?»
«Nein, du Spacken. Jetzt musst du es dir selber machen... die Schwangere natürlich. Ich habe exakt dasselbe Sommerkleid zuhause. Nur siehts bei der blöden Schlampe trotz Babyplautze Lichtjahre besser aus...».
«Und das Baby...»?
«Kopfschuss für die Mom. Kaiserschnitt fürs Kind. Und das Baby adoptiere ich dann...»
«Äh, ja, ... klar, dumme Frage von mir ... ich bin mir sicher, du bist eine fantastische, liebevolle Mutti...».