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Feedback jeder Art Ich nenne euch Mama. Ich nenne euch Papa.

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Ich nenne euch Mama. Ich nenne euch Papa.

Ich kam mit einer Geschichte, die niemand freiwillig schreibt. Mit einem Herzen, das schon oft versucht hat, leise zu schlagen.
Mit Augen, die gelernt hatten, nicht zu viel zu hoffen.

Und dann wart ihr da.

Keine Engel. Keine Helden.
Keine Perfekten Menschen.
Aber - da.

Mit einem gedeckten Tisch und einem Teller mehr. Mit einem "Wie war dein Tag?" das nicht kontrollieren, sondern verstehen wollte.
Mit einem Lächeln, das nicht sofort mein Vertrauen wollte - sondern wartete, bis ich es Freiwillig gab.

Ihr habt nicht gefragt, warum ich nachts wach liege. Ihr habt einfach leise die Tür offen gelassen. Ihr habt nicht gesagt "Jetzt bist du Zuhause" - ihr habt es jeden Tag gezeigt.

und irgendwann
habe ich es geglaubt.

Langsam. Wort für Wort. Wärme für Wärme.
Stille für Stille.

Ihr habt meine Narben nicht ignoriert. Aber ihr habt sie auch nicht definiert.
Ihr habt mir beigebracht, dass Familie nicht beginnt wenn man gezeugt wird - sondern wenn jemand bleibt.

Und irgendwann kam der Moment,
an dem ich euren Namen zu meinem gemacht habe.

Ich habe ihn angenommen. Ganz bewusst.
Nicht, weil man das so macht - sondern weil ich es wollte. Weil euer Name sich nach Zuhause anfühlt.
Nach einem Dach das auch über meinem Kopf steht. Nach einem Teil von mir, den ich mir selbst zurück geholt habe.

Heute sage ich: Mama. Und meine dich.
Nicht, weil du mich geboren hast, sondern weil du mich gehalten hast, als ich selber nicht wusste, ob ich bleibe.

Heute sage ich: Papa. Und meine dich
nicht, weil wir gleich aussehen, sondern weil du mir gezeigt hast wie sich Sicherheit anfühlt,
in einer Welt, die oft zu laut war.

Ich weiß, es war nicht immer leicht. Ich habe Mauern gebaut, die ich nicht fallen lassen wollte - ihr habt geduldig gewartet bis ich eine Tür in die Mauer baute.

Ihr wart keine Rettung.
Ihr wart Geduld. Ihr wart Halt.
Ihr wart liebe, die nicht laut war, sondern blieb.

Und jetzt stehe ich hier mit zwei neuen Wörtern auf der Zunge - zuerst zögerlich, dann sicher:

Mama. Papa.

danke, dass ich euch so nennen darf.
 
Ein anrührender Text, liebe Alina,

der die wesentlichen Voraussetzungen für ein innerliches Wachsen hervorhebt, zeigt, wie Vertrauen zu Selbstvertrauen führt und eine gewisse Dankbarkeit entstehen lässt. So viel hängt von den Persönlichkeiten ab, die uns begleiten.

Sehr gern gelesen.
LG g
 
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