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Feedback jeder Art Ich war bereit - Zwischen Sehnsucht und Würde

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ICH WAR BEREIT
Zwischen Sehnsucht und Würde

Ich war bereit!

Hört ihr das?

Nicht halb.
Nicht vielleicht.
Nicht irgendwann.

Ich war bereit,
mein Fleisch zu öffnen,
mein Blut zu teilen,
mein Leben hinzugeben
für ein einziges Wort:


"Mama".

Und ihr sagt mir,
es sei zu spät?

Zu spät
für Liebe?
Für Hingabe?
Für die größte Sehnsucht meines Körpers?

Mein Leib war kein Irrtum.
Er war Hoffnung.

Ein Tempel, gepflegt mit Geduld.
Genährt mit Glauben.
Durchstochen von Nadeln.
Geflutet mit künstlichem Frühling.

Ich lag unter kaltem Licht
und glaubte.

Ich habe geglaubt!

Und dann:

ein Termin.
Ein Blick.
Ein nüchternes Gesicht.

„Es hat nicht gehalten.“

Nicht gehalten?

Ich habe gehalten!

Monate.
Jahre.
Ein ganzes Leben!

Ich sehe Frauen mit runden Bäuchen
und ich lächle wie eine Heilige.
Und innen
reißt es mich auseinander.

Warum sie?
Warum nicht ich?

War mein Traum
nie für mich gedacht?

Ich wollte es anders machen.
Anders, als meine Mutter es konnte.
Anders, als es bei mir gewesen ist.

Ich wollte einem kleinen Menschen sagen:

Du bist gewollt.
Du bist genug.
Du musst nicht kämpfen,
um geliebt zu werden.

Und jetzt?

Jetzt kämpfe ich wieder.
Mit fast fünfzig.
Gegen Zahlen.
Gegen Zeit.
Gegen dieses kalte Wort:

Realität.

Sie boten mir fremdes Erbe.
Fremde Linien.

Als wäre Mutterschaft
ein austauschbares Ersatzteil.

Aber ein Kind
ist kein Projekt.
Kein Laborversuch.
Kein verschlossenes Geheimnis.

Ich wollte dich ansehen
und wissen:

Da bin ich.
Da sind wir.

Nicht:
Da ist eine Lücke.

Also sagte ich Nein.
Und dieses Nein
zerriss mich.

Ich fühlte mich ungenügend.
Als hätte mein Körper versagt.
Als hätte ich die eine Aufgabe
nicht erfüllt,
für die ich geschaffen wurde.

Und ja –
ich dachte dunkle Gedanken.

Was bleibt von mir,
wenn ich alt bin?
Ein Bett.
Ein Flur.
Tabletten.

Kein Kind,
das meine Hand hält.

Und doch schlägt mein Herz weiter.

Ich habe Angst.
Versteht ihr das?

Nicht nur vor der Leere jetzt.
Sondern vor der Leere
in zwanzig, dreißig Jahren.

Und doch –

Trotz allem –

weiß ich, was am schwersten wiegt:

Ich hätte dich geliebt.

So sehr,
dass es die Welt
verändert hätte.

Diese Liebe ist da.
Gewaltig.
Unverbraucht.

Wie ein Sturm,
der kein Meer findet.

Ich schrie sie in die Nacht.
Ich schrie sie aus Fleisch und Blut.
Ich schrie sie zu Gott –
falls er mich noch hörte.

Und dann
war es ruhig.

Kein Echo.
Keine Antwort.

Nur mein Atmen.

Ein.

Aus.

Der Sturm tobt nicht mehr.
Er liegt in mir wie ein See.
Tief.
Dunkel.
Still.

Und in dieser Stille wußte ich:

Ich war bereit.
Ich bin es noch.

Ich war würdig.
Ich bin es noch.

Ich war voll von Liebe.
Und diese Liebe bleibt.

Nicht als Wunde nur -
sondern als Teil von mir.
 
Moin @Sam de Wenah

dein Text geht seinen eigenen Weg – frei im Atem, frei im Rhythmus (Vers libre eben).
Man spürt, dass hier nichts „gebaut“ wird, sondern dass die Zeilen kommen,
wie sie kommen müssen: getragen von Wiederholung, von Pausen,
von diesem insistierenden „Ich war bereit“.

Gerade diese Offenheit der Form lässt dem Gesagten Raum.
Nichts wird geglättet, nichts gepresst in eine Form, die es nicht tragen könnte.
Der Text darf ausschwingen, stocken, zurückkehren – und genau darin liegt seine Eindringlichkeit.

Danke für diesen Mut zur Offenheit und zur freien Bewegung der Sprache.

LG Driekes
 
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