
Glanz im Mund. Gift im Licht.
Der Mensch baut sich Welten aus Wünschen,
tausend Splitter, scharf wie Klingen.
Manche tragen ihn hoch wie Aufwind,
andere ziehen ihn runter – machen ihn blind.
Wachstumsdrang macht größer – nicht besser;
Betäubung macht die Sinne müde, taub.
Manche werden stark: aus Wenigem ein Messer;
andere trinken Glanz als Honiggift – und enden doch in Staub.
Man zählt und nennt es Reichtum.
Doch innen zählt anderes:
ein Maß, das Süßes mit Bitterem mischt
und unterm Glanz den Wurm schon schmeckt.
In jedem steckt Funke, Idee, ein Beginn –
doch ohne Reibung bleibt er nur Rauch.
Wer ohne Widerstand nur steigen will,
kippt beim ersten Stoß: und landet auf dem Bauch.
Genuss – ja. Wir kennen das alle.
Doch oft bauen wir uns selber die Falle:
Wir wollen Glanz im Jetzt, das Brennen, den Rausch,
und im Magen sitzt schon still der spätere Tausch.
Auf dem Weg liegt genug, das dich kurz hebt:
ein Blick, ein Wort, ein knappes Maß.
Ein Schnitt von Licht – ein falscher Glanz – dann wird’s kalt,
und etwas in dir richtet sich auf.
Doch tief im Herzen, kaum sichtbar, kaum laut,
wächst auch das Dunkle, wenn man ihm vertraut.
Ein Flüstern, ein Zucken, ein kleiner Defekt –
und plötzlich wird’s Schlange, die alles vergiftet.
Das Helle braucht keine Hymnen.
Nur Hand an der Klinge: wach.
Das Dunkle brichst du nicht im Traum,
sondern im Nein, im Stehen, im Allein.
Denn Gift hat Geduld. Es muss nicht schreien.
Es züngelt im Satz, im kleinen „nur dies“.
Es zeigt dir Glanz, wo nur noch Hunger wohnt,
bis du nicht mehr weißt, wo du abbogst — und wie.
Am Ende: ein Biss, der nichts mehr beweist.
Nur Schlange. Nur Hunger. Und still wird der Kreis.
Illustration: KI-generiert (eigene Vorgabe)