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In Memoriam Ludwig Hirsch

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In Memoriam Ludwig Hirsch
( 26.2.1946- 24.11.2011 )
 
Es liegt nicht nur am
November
dass die Welt schon wieder
kälter ist
Es liegt nicht nur an der Kälte
dass mich friert
Noch mehr schaudern
Deine Lieder
nun, da Du von uns
gegangen bist
"gänsehautnah" hast Du sie
uns präsentiert.
 
Und wir ließen uns
entführen
von dem Zauberer
der vor uns stand
ein ums andere mal
in tiefe finstere Nacht
Um dann Menschlichkeit
zu spüren
und hinauszuseh'n
über den Rand
den unsere Gesellschaft
sich gemacht.
 
Eine Stimme
zum Erzählen
die uns schreckt
und aus dem Schlummer reißt
in den wir gelockt
mit süßer Harmonie
Diese Stimme
sie wird fehlen
wie dem Wolf
das Land, das Freiheit heißt
und den Spießern jede
echte Fantasie.
 
Hast den Tod sehr oft
besungen
mal morbid, mal
voller Zärtlichkeit
wer ihm derart nah kommt
der verliert die Scheu
Bist den Seitensprung
gesprungen
Großer Vogel
spann die Flügel weit
um eine Seele aufzufangen
die Dir treu.
 
Rupert 25-29.11.2011
( Es ist mir sehr schwer gefallen, das zu schreiben, bin deshalb sehr dankbar für Verbesserungsvorschläge
LG Rupert ).
 
Lieber rupi,
 
auch ich bin mehr als gerührt von seinem Ableben.
Schließlich bin ich erst durch dich auf Ludwig Hirsch aufmerksam geworden. Ich fand seine Lieder genial und war echt nen bißl enttäuscht, dass ich erst so spät von seiner Existenz erfahren habe. Auf Youtoube schaute ich mir seine Videos an und ich war begeistert. Voller Hingabe, mit viel Geist und Verstand und mit ner Menge Humor hat er uns seine Lieder nähergebracht.
Allerdings müssen wir alle seinen letzten Wunsch akzeptieren, er wollte die Reise ins Jenseits antreten, und er hat es nicht nur des öfteren besungen, er hat es auch getan.
Trotzdem ist es schade, denn ein großer Entertainer ist nun so plötzlich von uns gegangen.
Er war ja nicht nur ein begnadeter Sänger, sondern er hatte sich auch als Schauspieler einen Namen gemacht. Seinen vielen Fans wird er jedenfalls sehr fehlen.
Lieber rupi, danke für dein Memoriam und ... es hat mir ganz toll gefallen. Dafür hast du dir
schon mal die Nacht um die Ohren geschlagen. Dein Einstieg (1. Strophe) hat mir ganz besonders gut gefallen. Es zieht mich sofort hinein in das Geschehen.
 
Ein paar winzig kleine Änderungsvorschläge hätte ich evtl.:
 
 
 
In Memoriam Ludwig Hirsch
( 26.2.1946- 24.11.2011 )
 
 
"und hinauszuseh'n
über den Rand
den unsere Gesellschaft
sich gemacht."
 
was meinst du hierzu:
 
um hinauszuseh’n
über den Länderrand
den unsere Gesellschaft
sich gespannt." ?
 
 
zweiter Vorschlag:
 
"in den wir gelockt
mit süßer Harmonie"
 
"mit der wir gelockt
in süßer Harmonie"
 
weiter:
 
"und den Spießern jede
echte Fantasie."
 
 
und den Spießern
jedwelcher Fantasie.
 
letze Idee meinerseits:
 
"wer ihm derart nah kommt
der verliert die Scheu"
 
"wer ihm derart nahgekommen
der verliert die Scheu"
 
 
Lieber Rupi, vielen Dank für das schöne Gedicht. Es hat mich sehr angesprochen. Es stimmt nachdenklich und traurig zu gleich und du bringst vor allem deine eigenen Gedanken mit ein, welche dich inspiriert haben, diese Gedicht nieder zuschreiben. Klasse gemacht!
 
PS: Lassen wir Ludwig Hirsch seinen Seelenfrieden finden und seine Lieder noch lange nachklingen.
 
Herzlichst Liane!
 
Liebe Liane,
danke für Deine Vorschläge, die ich aber ( wie sehr viele Gedanken, die ich mir selber übers Gedicht gemacht hatte,
bis es wenigstens so weit war, wie man's hier lesen kann ) leider alle aus kleinlichen Gründen verwerfen muss...:
 
"gespannt" reimt sich nicht mehr auf "Nacht" - und das sollte es ( und wieso Länderrand ? Kapier ich net :roll: )...
 
"aus dem Schlummer mit der wir gelockt" gerissen werden.... geht auch net.
Ich meinte außerdem wirklich einen Schlummer, in den wir hineingelockt wurden/werden, einersteits von unserem eigenen, alltäglichen Harmoniebedürfnis, das uns leicht ins Verdrängen bringt,
andererseits auch von Hirsch selbst,
zu dessen Kunstkniffen es gehörte, einen mit süßlich-harmonischer Musik einzulullen um dann Unerhörtes zu erzählen...
 
und die letzten zwei Vorschläge verlassen den Sprachrhythmus ( so wie auch mein Ende es leider tut:
das "um" ist - kruzifix nochmal - ein Wort zu viel... ).
 
Okay, ich weiß, ich kann furchtbar sein...
ja, möge dies und alles Weitere den Ludwig nimmer belasten.
Er hat vor Jahren in einem Inteview - nach dem eigenen Tod gefragt - gesagt, dass er sich "freut auf Zuhaus"...
bin sehr dankbar für die Werke, die er uns hinterlassen hat und auch für die Erinnerungen an drei ganz tolle Live-Konzerte,
die ich hier in Freiburg von ihm erleben durfte.
Freue mich, dass seine Kunst Dir auch gefällt !
 
LG
Rupi
 
( Es ist mir sehr schwer gefallen' date=' das zu schreiben, bin deshalb sehr dankbar für Verbesserungsvorschläge/quote' 
Hallo Rupert,
 
das verstehe ich.
Ich würde dir gerne helfen das Gedicht zu verbessern, aber ich kenne den Mann nicht und wenn man keinen Bezug zu dem Thema hat, wirkt es nicht authentisch, es ist nicht echt.
Aber dein Gedicht ist doch so auch gut, denke ich. Mich hat es sehr berührt.
 
Liebe Grüsse
 
Corazon
 
Zum Künstler selbst gibt's eine PM an Dich,
ansonsten: Danke.
Ich hätte so gerne besser ausgedrückt,
was LH mir im Lauf der Jahre mit seiner Kunst gegeben hat,
auch seine humorvolle Seite und die vielen Rollen,
die er in seinen ( meist frei erfundenen ) Liedern spielte,
hätte ich gerne "untergebracht"...
seine Interpretationen biblischer Geschichten ebenfalls...
aber nachdem ich den Anfang des Gedichts hatte,
verweigerten sich mir die Worte...
dann, langsam, kamen doch noch welche
und mit ihnen wenigstens einige Anspielungen
auf den Inhalt seiner Werke hinein...
"Gänsehautnah" hieß sein letztes Konzertprogramm,
"Der Wolf" war ein Lied von seiner ersten LP,
das er selbst so sehr liebte, dass es praktisch in jedem Konzert
zur Aufführung kam ( zu meinen Favoriten zählt es aber nicht ),
"Der Tod ist ein Seitensprung" sang er in "In Deiner Sprache",
einem "Zwiegespräch" mit einem Wal ( als "Jonas" im Walfischbauch ! )...
der "große Vogel" ist natürlich ebenfalls eine Metapher für den Tod, nämlich
der "große schwarze Vogel", der ihn bei vielen Menschen
"unsterblich" machte...
nun, immerhin drückt mein Gedicht meine Gefühle aus
und tut es offenbar so, dass sie "rüberkommen".
Nur... wenn ich an Hirschs viele Facetten denke,
den großen Ideenreichtum seiner Geschichten -
vor allem der ersten 5 Alben von 1978 bis 1983 -
...naja, dann kommt mir diese Hommage wieder ziemlich armselig vor.
Ich "musste" sie halt schreiben.
Von "den Österreichern" ( sog. Liedermacher sind gemeint )
war er mir - noch vor dem Georg Danzer -
immer der liebste, mittlerweile mag ich auch spätere Platten,
die mir zunächst nicht so gut reinliefen,
weil er selbst den Maßstab so unglaublich hoch gesetzt hatte.
Vor ungefähr 10 Jahren hatte ich mal einen sehr amüsanten Text verfasst,
der nur aus Charakteren und Szenen seiner Lieder neu zusammengebastelt war,
den fand ich besser ( aber finde ihn nicht mehr in meinem Chaos,
außerdem hätte er zum Abschied nicht gepasst... )
 
thx
&
LG
Rupert
 
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