LEB‘ WOHL, DU WELT…
Elegie
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Sterben.
Verzeih‘ mir, denn hab‘ ich die Wahrheit erzählt.
Wenn schließlich sich Nächte durch Tage entfärben.
Dann hab‘ ich mich wieder durchs Leben gequält…
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Sterben.
Und schreib‘ ich Gedichte. In denen ich sterb‘.
Die Häuser aus Steinen. Was bringen mir Scherben.
Die Scherben, die ich doch durch Kummer erwerb‘.
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Weinen.
Verlier‘ ich mich wieder. Mal wieder im Traum.
Und werden die Himmel uns nimmer mehr einen.
Denn schreib‘ ich Gedanken. Und lebe noch kaum.
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Sterben.
Erwartet ihr schließlich. Zu viel auch von mir.
Und nimmt mir das Leben schon wieder das Leben.
Wobei ich mich wieder. Durchs Träumen verlier‘…
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Sterben.
Und leb‘ ich als Dichter, mein Engel, nicht gern.
Und können selbst Nächte auch Seelen verfärben.
Wobei ich mich schließlich von Erden entfern‘…
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Sterben.
Wobei ich zum Leben, mein Engel, nicht taug‘.
So schau‘ doch, wie sanfte die Himmel sich färben.
Aus Röte wird Schwärze. Aus Ocker bloß blau.
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Sterben.
Denn spür‘ ich als Dichter die Nähe zum Tod.
Mitnichten die Nähe. Die Sehnsucht will werben.
Lebt wohl doch, ihr Erden. Die scheinen jetzt rot.
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Lieben.
Ich neige und liebe die Sehnsucht zum Tod.
Und hab‘ ich schon tausend Gedichte geschrieben.
Und jedes ersetzte mir schweigend mein Brot…
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Sterben.
Und bin ich nicht sicher. Ob Erde mich hält.
Wenn schließlich sich Nächte durch Tage entfärben.
So schließ‘ ich die Augen. Leb‘ wohl nun, du Welt…
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Weinen.
Und hab‘ ich die Lyrik, mein Engel, verflucht.
So hoff‘ ich, dass morgen die Sterne nicht scheinen.
Denn hab‘ ich als Dichter zu leben versucht…
04.03.2026
Berlin Gropiusstadt / Neukölln
Elegie
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Sterben.
Verzeih‘ mir, denn hab‘ ich die Wahrheit erzählt.
Wenn schließlich sich Nächte durch Tage entfärben.
Dann hab‘ ich mich wieder durchs Leben gequält…
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Sterben.
Und schreib‘ ich Gedichte. In denen ich sterb‘.
Die Häuser aus Steinen. Was bringen mir Scherben.
Die Scherben, die ich doch durch Kummer erwerb‘.
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Weinen.
Verlier‘ ich mich wieder. Mal wieder im Traum.
Und werden die Himmel uns nimmer mehr einen.
Denn schreib‘ ich Gedanken. Und lebe noch kaum.
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Sterben.
Erwartet ihr schließlich. Zu viel auch von mir.
Und nimmt mir das Leben schon wieder das Leben.
Wobei ich mich wieder. Durchs Träumen verlier‘…
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Sterben.
Und leb‘ ich als Dichter, mein Engel, nicht gern.
Und können selbst Nächte auch Seelen verfärben.
Wobei ich mich schließlich von Erden entfern‘…
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Sterben.
Wobei ich zum Leben, mein Engel, nicht taug‘.
So schau‘ doch, wie sanfte die Himmel sich färben.
Aus Röte wird Schwärze. Aus Ocker bloß blau.
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Sterben.
Denn spür‘ ich als Dichter die Nähe zum Tod.
Mitnichten die Nähe. Die Sehnsucht will werben.
Lebt wohl doch, ihr Erden. Die scheinen jetzt rot.
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Lieben.
Ich neige und liebe die Sehnsucht zum Tod.
Und hab‘ ich schon tausend Gedichte geschrieben.
Und jedes ersetzte mir schweigend mein Brot…
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Sterben.
Und bin ich nicht sicher. Ob Erde mich hält.
Wenn schließlich sich Nächte durch Tage entfärben.
So schließ‘ ich die Augen. Leb‘ wohl nun, du Welt…
Verzeih‘ mir, denn neigen die Dichter zum Weinen.
Und hab‘ ich die Lyrik, mein Engel, verflucht.
So hoff‘ ich, dass morgen die Sterne nicht scheinen.
Denn hab‘ ich als Dichter zu leben versucht…
04.03.2026
Berlin Gropiusstadt / Neukölln