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Feedback jeder Art Matt

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  • gummibaum
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Einsam hinter Scheiben stehen
wie ein welker Blumenstrauß,
abgeschnitten von Ideen
andre sich begegnen sehen,
zahm gemacht im Haus.

Trübes Vasenwasser trinken
auf beheizter Fensterbank.
Hoffend auf die Straße winken
und zurück ins Zimmer sinken
ausgeblüht und krank.

Nutzlos, von der Zeit zerbrochen
wie ein Stängel ohne Blatt.
Und empört sich wundes Pochen
im Verlauf verstaubter Wochen –
bald schon schweigt es matt…
 
Zuletzt bearbeitet:
Lieber gummibaum,

Stängel ohne Blätter finde ich schon auch sehr trist. Vor allem, wenn sie lasch sind.

Ganz ernst: Ich schätze deine Gedicht sehr und freue mich darüber, dass du sie so aktiv hier teilst. Ich finde, du schaffst es hier sehr schön, eine Atmosphäre zu kreieren. Dankeschön!
 
Lieber Gummibaum,
Dein Gedicht hat mich sehr berührt! Zuerst dachte ich, Du beschreibst einen verwelkenden Blumenstrauß, aber ich glaube eher es geht um einen Menschen, der einsam und alt oder krank nicht mehr am Leben teilnehmen kann. Das LI erinnert mich an meine Mutter im Pflegeheim, ich glaube sie fühlt sich genauso. Du hast diese Gefühle des nutzlosen Verlassenseins sehr eindringlich in Worte gefaßt!

Liebe Grüße, Lizzy
 
lieber gummibaum,

dein gelungener vergleich, der das bild eines verwelkenden blumenstraußes mit dem eines verwelkenden menschen verknüpft, beschwört ein melancholisches, dunkles ahnen und ein beklemmendes gefühl herauf, wie sich das eigene schicksal in der zukunft vielleicht gestalten könnte. bleibt zu hoffen, dass doch ab und zu jemand die tür öffnet, frisches wasser und ideen mitbringend und die blumen dadurch noch ein wenig länger durchhalten.

berührt gelesen. dankeschön.

liebe grüße
sofakatze
 
Lieber gummibaum,

deine Zeilen berühren!
Unsere Gesellschaft wird immer älter und doch sind es oft die älteren, die allein sind. Selbst wenn es im Umkreis noch so viele andere einsame Menschen verschiedensten Alters gibt!
Gerade jetzt, wo das Wetter und vereiste Wege selbst den kleinen Spaziergang unmöglich machen, wenn man nicht mehr gut genug zu Fuß ist, ein noch größeres Problem.

Mein Lebensgefährte arbeitet für ein Unternehmen (JuHi), das jungen Leuten die Möglichkeit gibt, ein wenig Geld zu verdienen, indem sie mit älteren Menschen zusammengebracht werden und diesen bei Alltagsaufgaben helfen. Mir ist dieses Thema also aus beiden Perspektiven nicht fremd. Oft ist das Helfen beim Putzen, das Einkaufen usw., gar nicht der wichtigste Teil. Viel wichtiger ist, hin und wieder gemeinsam zu essen oder einfach eine Unterhaltung zu führen. Es ist so schade, dass wir als Gesellschaft hier noch nicht viel weiter sind.
Es geht aber voran und wichtig ist wie immer die Aufklärung! Und dazu gehören auch so kleine, melancholisch-schöne Gedichte, wie deines. Denn am Ende ist der Anfang für mehr Gemeinsamkeit, dass man öfter aneinander denkt!
 
Lieber Gummibaum,

das ist ein sehr berührendes Gedicht.
Du hast diese Tragödie, wie das Leben für viele alte Menschen aussieht, greifbar nahe gebracht.
Das ist ein kaum aushaltbarer Zustand und jeder hofft wohl, dass ihm ein solches Ende erspart bleibt. Aber das kann sich leider niemand aussuchen. Schön wäre eine Gesellschaft, in der ein Altern in Würde möglich wäre.

Berührt gelesen
LG Wilde Rose
 
Hallo, gummibaum,

die ergreifende Aussage ist sehr gut zu verstehen! Du schaffst es mit deinen Versen, sehr eingängige Bilder zu zaubern: Am meisten beeindrucken mich die beiden ersten Strophen und v.a. das "zurück ins Zimmer sinken".

Bewundernd für all deine Gedichte, die ich gelesen habe, grüßt

Nesselröschen
 
Lieber gummibaum,

es wurde schon viel gesagt zu deinem traurig schönen Gedicht. Ich kann mich nur wiederholen, du hast es sehr gut auf den Punkt gebracht und der Vergleich mit den Blumen in der Vase und dem Welken dieser ist hier sehr gut gewählt.

Gern und mitfühlenf gelesen.

Lieben Gruß, Letreo
 
Herzlichen Dank für eure Likes.

Danke, lieber Harald,
für deinen Kommentar und die ermutigenden Worte über mein Schreiben.

Liebe Lizzi,
ich danke dir für dein Lob. Ja, es geht um einen alten, einsamen Menschen. Ich glaube, es geht einigen im Pflegeheim so.

Danke, liebe Sofakatze,
für die Beschäftigung mit dem Vergleich im Gedicht und die Gedanken an die eigene Zukunft. Dass man nicht allein gelassen wird, ist wichtig, aber nicht sicher.

Liebe UniquePanda,
du sagst es: Es bleibt einiges zu tun (eine alternde Gesellschaft und jeder Dritte mit 80 Jahren einsam). Die Mitarbeit bei JuHi ist wertvoll; wichtig sind auch Projekte, die gemeinsames Wohnen alter und junger Menschen fördern.

Danke, lieber Rudolf,
für deine Worte. Ja, schon ein Besuch kann viel bewirken, wird aber oft aufgeschoben.

Ja, liebe Wilde Rose,
wir haben es nicht in der Hand, wie sich unser Alter gestaltet und ob es ein würdiges wird. Danke.

Danke, liebes Nesselröschen,
für deine gute Aufnahme meiner Verse. Ich freue mich sehr.

Liebe Letreo,
ich freue mich, dass dir der Vergleich mit dem Schicksal der Blumen gefällt.

Euch allen liebe Grüße von gummibaum
 
  • gummibaum
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