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  • gummibaum
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(dichterische "Jugendsünde")

Verklungen sind die Festkantaten
nach altem winterlichen Brauch.
Ein fermentierter Entenbraten
liegt wie ein Stein in meinem Bauch.

Im Innern zart und außen krustig,
so schwamm er in dem Teich aus Fett.
Nun, seiner Knusprigkeit verlustig,
beschwert er mich im Federbett.

Die Decke wölbt sich wie ein Hügel,
worin es unheilvoll rumort.
O du erlesenes Geflügel,
wie warst du fein und zart geschmort!

Viel lieber ließe ich dich fliegen,
als hier auf meiner Liegestatt
mich konvulsivisch zu verbiegen.
Mein Lebtag war ich nicht so satt.

Nie wieder hebe ich die Gläser ...
Horch! Ein Fanfarenstoß erklingt,
wie ihn wohl selbst ein Tubabläser
nur feiertags zu Stande bringt.

Die Ente ruft das nicht ins Leben.
Ich selbst jedoch gelobe nun:
Wird es erneut ein Festmahl geben,
verspeise ich Salat. Mit Huhn.
 
Hallo Cornelius,
wer kennt sie nicht die festtägliche Völlerei, da hilft nur wie die Ziege in Tischlein deck dich, Ich bin so satt, ich mag kein Blatt, Mäh! Mäh, zu sagen. 😉
Gern Mitgeblasen und LG
Perry
 
Lieber Cornelius, sehr amüsant.

Und ein Gedicht mehr von dir, das zeigt, dass nicht der Inhalt, sondern die Form das Kunstwerk macht.

Mir gefällt besonders der rasche Wechsel aus luftigen Umschreibungen („Nun, seiner Knusprigkeit verlustig“), die dem Leser Raum für Bilder lassen, und wuchtigen Eindeutigkeiten („beschwert er mich im Federbett), die ihn so ziemlich auf ein Bild festnageln.

Mit Vergnügen gelesen.
LG g
 
  • gummibaum
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