Nachruf auf den Tod eines Apfelbaumes
Der erste Anblick, ein Stich ins Herz:
zerbrochen der Stamm,
die Krone in Schnee.
Plötzlich ein Bild meines Endes
vor Augen: Mein Körper, leb- und atemlos
zwischen zertretenen Blättern und Erde.
Kam seit vielen Jahren
am Steilhang vorbei, wo deine Äste
und Zweige. himmelwärts schauten.
Im Frühling überzogen dichte Knospen dich,
aus denen tausende weiße Blüten schlüpften,
deren Ränder rötlich sich färbten
wie die Gesichter junger Mädchen,
deren Wangen eine schamhafte Röte überzieht.
Im Herbst kullerten rotbackige Äpfel
den Hang hinunter zum Bach.
In den letzten Jahren wurde dein Kampf
gegen allmähliches Sterben offensichtlich,
als immer mehr Blüten verdorrt
von ihren Zweigen herabfielen,
als Moose deine Haut aufrissen,
bis in bitterem Winterfrost restliche Kräfte
erlahmten und heftige Sturmwinde
sich deiner Leiden erbarmten.
Was bleibt außer Schmerz
über unersetzbaren Verlust?
Vielleicht ein Erinnern an deine
Blütenpracht mit ungezählten Bienen?
Eher deine Botschaft an das Leben:
Es anzunehmen, ohne Klagen, ohne Wenn und Aber
und sich ihm vertrauend hinzugeben
bis zum Ende seiner Tage!
(„Carolus“ in „poeten.de 06.02.2026)
Der erste Anblick, ein Stich ins Herz:
zerbrochen der Stamm,
die Krone in Schnee.
Plötzlich ein Bild meines Endes
vor Augen: Mein Körper, leb- und atemlos
zwischen zertretenen Blättern und Erde.
Kam seit vielen Jahren
am Steilhang vorbei, wo deine Äste
und Zweige. himmelwärts schauten.
Im Frühling überzogen dichte Knospen dich,
aus denen tausende weiße Blüten schlüpften,
deren Ränder rötlich sich färbten
wie die Gesichter junger Mädchen,
deren Wangen eine schamhafte Röte überzieht.
Im Herbst kullerten rotbackige Äpfel
den Hang hinunter zum Bach.
In den letzten Jahren wurde dein Kampf
gegen allmähliches Sterben offensichtlich,
als immer mehr Blüten verdorrt
von ihren Zweigen herabfielen,
als Moose deine Haut aufrissen,
bis in bitterem Winterfrost restliche Kräfte
erlahmten und heftige Sturmwinde
sich deiner Leiden erbarmten.
Was bleibt außer Schmerz
über unersetzbaren Verlust?
Vielleicht ein Erinnern an deine
Blütenpracht mit ungezählten Bienen?
Eher deine Botschaft an das Leben:
Es anzunehmen, ohne Klagen, ohne Wenn und Aber
und sich ihm vertrauend hinzugeben
bis zum Ende seiner Tage!
(„Carolus“ in „poeten.de 06.02.2026)