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Nächtlicher Spaziergang

Im Flackern der Laternen scheinen die Häuser entlang der Straße in tiefem Schlaf versunken. Die Schatten kriechen die Fassaden hoch, um sich im Dunkel der Nacht zu verlieren. Der Mond lugt aus einer Wolkenschicht, immer bereit, sich zu verstecken. Hinter manchem Fenster scheint noch jemand wach zu sein. Ein mattes Licht wirft ein Lebenszeichen nach draußen. Im Sommer würde man Stimmen hören, doch in der eisigen Kälte des Winters ist nur das Pfeifen des Windes zu vernehmen. In einer Hauseinfahrt kauert eine vermummte Gestalt. Ein kleines Überdach scheint einen Schutz vor dem Schneefall zu bieten. Grausam trifft das Schicksal Obdachlose zu dieser Jahreszeit. Mich zieht es auch in Richtung Wärme, mein Hund an der Leine hat offensichtlich auch genug.


© Teddybär 🐻, 2026-01-05
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin Teddybär,

starke Winter-Atmosphäre: Laternenflackern, schlafende Häuser,
Schatten an den Fassaden – und diese kleinen Lebenszeichen hinter Fenstern.

Der Moment mit der vermummten Gestalt in der Einfahrt setzt den harten Kontrapunkt:
Kälte ist nicht nur Stimmung, sie trifft Menschen real.

Dass du am Ende den Hund reinholst („genug“), erdet das:
raus aus der Beobachtung, rein ins Menschliche.
Wärme wird da nicht romantisch, sondern notwendig.
Solche Nächte machen still – und zugleich wütend.

LG Driekes
 
Hallo @Driekes
Gassi gehen mit dem Hund, eine Alltagsgeschichte für Hundebesitzer. Die Nacht ist eisig kalt, Schneefall und als Randnotiz der Obdachlose in der Einfahrt. Er zeigt die ganze Härte des Winters, rückt kurz in den Fokus und unterstreicht das Bedürfnis nach Wärme und Geborgenheit des LI. Ihm ist der Schutz und eine warme Stube sicher.

Dir sage ich herzlichen Dank für die Begleitung und die Auslegung des Textes.
LG Teddybär 🐻
 
Hallo Teddybär,
ich habe in den letzten Tagen auch oft an die Menschen gedacht, die obdachlos auf den Straßen frieren. Du hast dieses Bild eindrücklich gezeichnet, beim Lesen wird mir kalt und ich denke, der Hund darf in die Wärme, der Mensch in diesem Fall nicht. Für all das Geld, das an Silvester in den Himmel geschossen wird, hätte man hier sehr gut helfen können!

Liebe Grüße, Lizzy
 
Hallo @Lizzy
Wie recht du hast. Es müsste mehr Quartiere für Obdachlose geben, mehr Hinschauen auf das Elend, jeder schaut gern weg. Ein Sozialarbeiter hat vor kurzem zu diesem Thema gesprochen und gemeint, es gebe durchaus Obdachlose, die allein und völlig frei sein wollen. Sie nehmen höchstens ab und zu eine warme Mahlzeit in Anspruch. Das klingt fast befremdlich. Die "Gruft" ist eine bekannte Unterkunft und Anlaufstelle in Wien für Leute auf der Straße, viele flüchten dorthin.

Ich bedanke mich für deinen Beitrag, der von Empathie getragen wird!
LG Teddybär 🐻
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Teddebär, man muss sich mal überlegen, wir leben in einem reichen Land, wo einige Hunde es besser haben; sie besser umsorgt werden, als mancher Mensch. Warum wird der Wohlstand nicht auf alle verteilt oder zumindest dafür gesorgt, dass niemand leiden muss? Es ist kalt.

Liebe Grüße Juls
 
Liebe @Darkjuls

Eine berechtigte Frage. Aber der Wohlstand kennt auch das Gegenteil, die Armut, die Verlierer. Unser ganzes System baut auf Wachstum auf. Manche steigen aus oder können nicht mehr mithalten. Dann droht unweigerlich der Absturz. Oft ist zu viel Alkohol im Spiel oder eine Scheidung. Und ohne Job ist die Wohnung weg und du sitzt auf der Straße. Das kann schnell gehen.
Beschämend ist es auf jeden Fall und die Caritas hat alle Hände voll zu tun.

Dankeschön und liebe Grüße, Teddybär 🐻
 
  • Teddybär
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