Ich will von einem Mann berichten,
der Verse schrieb, so metrisch rein,
dass sich der Versfuß aus Gedichten
davonschlich, um mal nackt zu sein.
Er fand sich hübscher ohne Schuhe,
ging selbstverliebt durch jeden Raum,
und sah im Bett in süßer Ruhe
den Mann und glitt in seinen Traum.
Am nächsten Tag durchzog ein Rosa
das Dichterherz, dem Mann war schwül.
Die Verse aber waren Prosa
geworden, holprig, spröd und kühl.
Er selbst blieb noch vom Metrum trunken
und stolperte im Daktylos
durch Läden, wo er zwei Halunken,
die klauten, in die Arme schloss.
Er wanderte auf Verses Füßen
durch Gassen jambisch hin und her,
trochäisch jeden Hund zu grüßen
als Reim auf „und“ und manches mehr.
Und feierlich wie eine Ode
erkletterte er einen Turm.
Erschrak - schon fast im Fall - zu Tode,
denn oben läutete es Sturm.
Ganz bleich zu Hause angekommen,
war ihm, als flöge etwas fort,
und aus der Prosa stieg verschwommen
zunächst, dann klar, gereimt, sein Wort…
der Verse schrieb, so metrisch rein,
dass sich der Versfuß aus Gedichten
davonschlich, um mal nackt zu sein.
Er fand sich hübscher ohne Schuhe,
ging selbstverliebt durch jeden Raum,
und sah im Bett in süßer Ruhe
den Mann und glitt in seinen Traum.
Am nächsten Tag durchzog ein Rosa
das Dichterherz, dem Mann war schwül.
Die Verse aber waren Prosa
geworden, holprig, spröd und kühl.
Er selbst blieb noch vom Metrum trunken
und stolperte im Daktylos
durch Läden, wo er zwei Halunken,
die klauten, in die Arme schloss.
Er wanderte auf Verses Füßen
durch Gassen jambisch hin und her,
trochäisch jeden Hund zu grüßen
als Reim auf „und“ und manches mehr.
Und feierlich wie eine Ode
erkletterte er einen Turm.
Erschrak - schon fast im Fall - zu Tode,
denn oben läutete es Sturm.
Ganz bleich zu Hause angekommen,
war ihm, als flöge etwas fort,
und aus der Prosa stieg verschwommen
zunächst, dann klar, gereimt, sein Wort…

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