05.01.2026, neue Version:
Verlassen, vereinsamtSie hatten kein Wort mehr gewechselt,
Stummheit in die Ohren gestöpselt.
All diese Freunde hatten ihn vergessen,
ihn aus den Augen verloren
In der Wohnung war nichts zum Anfeuern,
im Kaminofen, kein Knistern der Scheiter.
Wehrlose können sich schwer meutern:
Als Einzelgänger musste scheitern.
Kein Job, weg sind die Kinder,
kein Schlüssel für den Zylinder
Er wollte den Kram hinschmeißen,
nichts mehr zum Durchbeißen.
Einerlei wehrlos, machtlos, ehrlos,
unterwegs obdachlos
Im Winter saß er auf der Bank:
Trank viel, rauchte, hustete, war krank.
Kalte Finger klopften ans falsche Fenster.
Nur für jene drinnen war es wärmer.
Lange saß er auf der Bank, versunken.
mit seinen fernen Weilengedanken.
Jäh blickte er auf, schaute die Taube an:
Dass sie nicht gut fliegen kann, sah man.
Ihr verletzter Flügel hemmte sie sehr.
Seinem Schwarm zu folgen, war schwer.
Unser Betroffener warf ihr Brotkümmel zu,
Wozu?
Diese Taube hatte nicht resigniert.
Dank Krümmel regenerierte sie sich,
Sie flog tapfer wieder zum Giebel.
Schwermut ist keine Schmach,
freudloser Zustand reversibel.
Gemach, gemach,
findest neues Dach!

Bildquelle: Pixabay
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