Aus der Serie Notatlyrik – Inventur-/Echo-Notate XIII
Küchenlicht.
Zu weiß.
Es macht jede Kante scharf.
Auf der Arbeitsplatte:
ein Brotkrümel-Archipel,
Salz wie Schnee in der Rille.
Tasse:
kalter Ring am Boden,
Lippenabdruck aus Tee.
Spüle:
Emaille, stumpf.
Ein Teller mit Fettfilm –
Regenbogenhaut.
Schwamm:
rau, müde,
riecht nach gestern.
Spülmittel: Zitrone.
Der Geruch ist zu fröhlich
für diese Stunde.
Wasser an.
Erst ein Husten aus der Leitung,
dann der Strahl –
klar, hart, gleichgültig.
Besteck klirrt.
Ein Messer trifft Porzellan:
kleiner Schlag,
als würde etwas urteilen.
Fenster:
draußen Laternennebel,
innen mein Gesicht
als Schatten im Glas.
Handy:
schwarzer Spiegel,
eine vibrierlose Drohung.
Uhr:
tick—tick—
sie spuckt Sekunden,
die keiner bestellt hat.
Heizung:
ein trockenes Knacken –
Metall arbeitet,
als gäbe es noch Winter.
Ich ziehe die Jacke aus.
Reißverschluss: ein kurzer Schrei.
Der Stoff fällt schwer,
als wäre darin ein Tag gespeichert.
Ich spüle.
Kreis um Kreis.
Fett wird dünn,
Krümel lösen sich,
die Haut der Dinge wird wieder glatt.
Dabei, ganz nebenbei:
dieser eine Satz,
nicht tröstlich, nur genau.
Ich lege ab,
was nur Haltung war.
Ich behalte,
was bleibt, wenn keiner zusieht.
Dann.
Wenn es schiefgeht:
Scherben einsammeln.
Weitergehen.
Nicht zurück in die Ausrede.
Wer nie verliert, hat nie gewagt.
Wer nie wagt, gewinnt nicht –
er vermeidet nur.
Küchenlicht.
Zu weiß.
Es macht jede Kante scharf.
Auf der Arbeitsplatte:
ein Brotkrümel-Archipel,
Salz wie Schnee in der Rille.
Tasse:
kalter Ring am Boden,
Lippenabdruck aus Tee.
Spüle:
Emaille, stumpf.
Ein Teller mit Fettfilm –
Regenbogenhaut.
Schwamm:
rau, müde,
riecht nach gestern.
Spülmittel: Zitrone.
Der Geruch ist zu fröhlich
für diese Stunde.
Wasser an.
Erst ein Husten aus der Leitung,
dann der Strahl –
klar, hart, gleichgültig.
Besteck klirrt.
Ein Messer trifft Porzellan:
kleiner Schlag,
als würde etwas urteilen.
Fenster:
draußen Laternennebel,
innen mein Gesicht
als Schatten im Glas.
Handy:
schwarzer Spiegel,
eine vibrierlose Drohung.
Uhr:
tick—tick—
sie spuckt Sekunden,
die keiner bestellt hat.
Heizung:
ein trockenes Knacken –
Metall arbeitet,
als gäbe es noch Winter.
Ich ziehe die Jacke aus.
Reißverschluss: ein kurzer Schrei.
Der Stoff fällt schwer,
als wäre darin ein Tag gespeichert.
Ich spüle.
Kreis um Kreis.
Fett wird dünn,
Krümel lösen sich,
die Haut der Dinge wird wieder glatt.
Dabei, ganz nebenbei:
dieser eine Satz,
nicht tröstlich, nur genau.
Ich lege ab,
was nur Haltung war.
Ich behalte,
was bleibt, wenn keiner zusieht.
Dann.
Wenn es schiefgeht:
Scherben einsammeln.
Weitergehen.
Nicht zurück in die Ausrede.
Wer nie verliert, hat nie gewagt.
Wer nie wagt, gewinnt nicht –
er vermeidet nur.