Aktuelles
Gedichte lesen und kostenlos veröffentlichen auf Poeten.de

Poeten.de ist ein kreatives Forum und ein Treffpunkt für alle, die gerne schreiben – ob Gedichte, Geschichten oder andere literarische Werke. Hier kannst du deine Texte mit anderen teilen, Feedback erhalten und dich inspirieren lassen. Um eigene Beiträge zu veröffentlichen und aktiv mitzudiskutieren, ist eine Registrierung erforderlich. Doch auch als Gast kannst du bereits viele Werke entdecken. Tauche ein in die Welt der Poesie und des Schreibens – wir freuen uns auf dich! 🚀

Feedback jeder Art Freigewandert

Hier gelten keine Vorgaben mit Ausnahme der allgemeinen Forenregeln.
  • gummibaum
    letzte Antwort
  • 5
    Antworten
  • 64
    Aufrufe
  • Teilnehmer
Hallo, zuerst einmal wünsche ich euch allen ein gutes neues Jahr und dass ihr es gesund und zufrieden genießen könnt.

Das folgende Gedicht ist hier schon mit einem völlig anderen Thema vertreten und auch nur am Anfang in wenigen Passagen identisch. Ich hoffe, dass das in Ordnung ist und ich damit nicht gegen die Regeln verstoße. 🙂

Tief verschneiter Winterwald,
jeder Laut um mich verstummt.
In der Ferne knistert’s kalt,
alle Bäume sind vermummt.

Schneekristalle, leicht wie Flaum,
mogeln sich auf mein Gesicht,
und ich wandre wie im Traum
durch das fahle Nebellicht.

Einsam stapf ich Schritt für Schritt
durch den pulverweichen Schnee,
die Gedanken ziehen mit,
bis ich vor dem Bergsee steh.

Hier, wo sonst Forellen steigen,
dehnt sich glitzernd blau das Eis,
ringsherum herrscht tiefes Schweigen,
nur der See knirscht zart und leis.

Reifverzierte Halme nicken,
beugen sich und werden schwer,
bis sie überladen knicken;
und der Schnee wird immer mehr.

Ich kann kaum noch etwas sehen,
es wird Zeit, ich muss zurück.
Eisgehauchte Schleier wehen,
es ist noch ein weites Stück.

Lautlos fallen schwere Flocken,
dicht an dicht in großer Zahl,
Wind lässt mir den Atem stocken,
flimmernd grüßt ein Licht im Tal.

Um mich wogen Baumgespenster
wie ein Spuk aus Kinderzeit,
fernab grüßen lichte Fenster,
künden von Geborgenheit.

Meine Schritte werden schneller,
hinter mir die weiße Wand.
Und es wird kein bisschen heller,
ich seh kaum noch meine Hand.

Endlich steh ich vor der Hütte,
im Kamin tanzt Feuerschein.
Und nur wenig später schütte
ich mir heißen Glühwein ein.
 
Lieber Sidgrani,

ich habe heute einen langen und ausgiebigen Winterspaziergang gemacht und so manche Zeile aus deinem Gedicht findet sich in meinen Eindrücken wieder. Ein ganz wunderbarer und stimmiger Text der mich berührt. Vielen Dank dafür!

Lieben Gruß, Letreo und für 2026 ebenso alles Liebe und Gute!
 
Lieber Sidgrani,

ein wunderbares Gedicht!
Genau diese Stimmung hab ich gestern auch erlebt. Da hatte ich mich kurz vorm Dunkelwerden noch auf eine kleine Wanderung begeben. Hatte aber nicht bedacht, dass es doch anstrengender ist, durch den frisch gefallenen Schnee zu stapfen (wo vor und nach mir noch kein Mensch gegangen war) und es wurde schon dunkel. Da war ich auch froh auf dem Rückweg in der Ferne mein Haus zu sehen.

Es ist brillant, wie du mit deinen Worten diese Winterstimmung eingefangen hast.
(und wie immer fantastisch gereimt)

Mit Genuss gelesen
LG Wilde Rose
 
Toll, lieber Sidgrani.

Hier werden die winterliche Einsamkeit der verschneiten Landschaft, der Tanz der Flocken, der versiegelte See zunächst intensiv als befreiend erlebt, dann deutet sich die Ferne zu anderen Menschen auch als bedrohlich an. Deine genaue Auswahl und behutsame Anordnung der Worte sorgen dafür, dass die Stimmung dicht, das Reale irreal und das Irreale real wird.

Mit Genuss gelesen.
LG g
 
  • gummibaum
    letzte Antwort
  • 5
    Antworten
  • 64
    Aufrufe
  • Teilnehmer
Zurück
Oben