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Feedback jeder Art Der Tod als Ausweg

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  • Teddybär
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  • Teilnehmer
Hi Ted
es ist wieder
mal komplett...
Der Tod als Ausweg

Ich wurde in die Nacht geboren
In das Dunkel dieser Welt
Ich habe jedes Licht verloren
Und jeden Freund, der sich mir zugesellt.

Ich stapfe mutlos durch das Leben
Voran schreitet die Angst in mir
Es könnte nur den Tod als Ausweg geben
Als letzte Flucht von hier.
...ne Depression
mit Suizid als
düsteren Ton.
Kenn ich ebenfalls,
meine Lebensliebe
war dem erlegen,
ich konnte ihr
leider keine
Hilfe geben.

LG Ralf
 
Moin Teddybär,

danke, dass du das so offen einordnest.
Allein der Hinweis auf Jennifer und das Tagebuch macht klar,
dass hier nicht „dunkle Pose“ spricht, sondern Erfahrung, die nachwirkt.

Dein Text trifft genau diesen Punkt:
Wenn „Tod“ als Ausweg im Kopf steht, wird er gefährlich nahe –
und der Reim wirkt dabei fast wie ein gleichmäßiges Weiterstapfen,
Schritt für Schritt, ohne Luft.

Besonders stark finde ich „Voran schreitet die Angst in mir“:
Angst als Führungsfigur, nicht nur als Gefühl.

Und ja: unangenehm – aber wichtig,
dass es ausgesprochen wird. Danke fürs Teilen.

LG, Driekes
 
Hallo @Driekes
Danke fürs Kommentieren. Die Worte versagen im Grunde, die Dramatik vollzieht sich in dunklen Kanälen der Seele. Ich stehe heute noch sprachlos vor ihrem Grab und trotz Anhaltspunkten bleibt die Frage: Warum?

Herzlichen Dank, liebe Grüße!
Teddybär 🐻
 
Hallo lieber @Teddybär,

mit deinen sehr bewegenden Zeilenn gibst du uns
einen sehr persönlichen Einblick in dein Leben
und den Verlust deiner Tochter. Jeder weiß, dass
es nichts Schlimmeres gibt, als sein Kind zu beerdigen.

Der Suizidant weiß oft seine Gedankengänge und Emotionen zu verstecken.
Veränderungen tut das Umfeld mit z.B. pubertären Entwicklungsphasen ab
oder Schwierigkeiten in Schule, der Arbeit usw., und erkennt
die Bedrohung für Leib und Leben nicht, wie auch, da die Lebensmüden
für Ausstehenden zu verschlossen und wenig mitteilsam sind.

Manchmal hinterlassen sie ihre Eindrücke auf das Leben, wie hier
in einem Tagebuch, dem heiligen Ort, zu dem kein Fremder
zu Lebzeiten Zutritt hat.
Und viel zu oft geht ein Mensch wortlos zu seinem ewigen Frieden
und hniterlässt ratlose Angehörige und Freunde, die sich alle
dieselbe Frage stellen: Warum?!

MfG
Monolith
 
Hallo @Monolith

Vielen Dank für deine Worte. Jennifer war nicht meine Tochter, sondern die jüngere Tochter meiner Nichte (Kind meiner Schwester). Sie war nicht direkt in meinem Umfeld, da ich in Wien lebe und sie am Land. Ausserdem war ich damals beruflich ein halbes Jahr im Außendienst und war nur ab und zu dort zu Besuch. Das Drama muss sich langfristig aufgebaut haben, spontan war das keine Kurzschlusshandlung. Jennifer war zu introvertiert, verschlossen, voller Ängste, die erste Liebe und hat sich offensichtlich von der Familie keine Hilfe erwartet. Leider. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Liebe Grüße von Teddybär 🐻
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Teddybär,
wenn ein junger Mensch keinen anderen Ausweg mehr findet als sich selbst das Leben zu nehmen, dann haben wir alle versagt ob nah oder fern, denn es ist uns nicht gelungen ihm durch Nähe, Umfeld, Gesellschaft etc. Hilfe zu geben.
Möge es ihr -wo immer ihre Seele jetzt ist- besser gehen und sie vielleicht eine neue Chance erhalten.
Tröstende Grüße
Perry
 
Hallo @Perry
Deine Worte berühren. Ja, Selbstzweifel und Selbstvorwürfe hat es genug gegeben. Die Alarmglocken müssen doch geläutet haben, Hinweise muss es doch gegeben haben. Die Aufmerksamkeit, Fürsorge und Hilfestellung galt nun zumindest ihrer Schwester, damit so etwas ein trauriger Einzelfall bleibt. Die hat nach einem schweren Autounfall ohnehin ein schweres Schicksal zu tragen. Schuldzuweisungen bringen aber nichts, die machen niemanden lebendig.

Dankeschön und herzliche Grüße!
Teddybär 🐻
 
Lieber Teddybär,

dein Gedicht schildert ein lyrisches Ich, das sich von Beginn an von Dunkelheit, Verlust und Einsamkeit geprägt fühlt. Die Nacht und das verlorene Licht stehen symbolisch für Hoffnungslosigkeit und innere Leere. Angst begleitet den Lebensweg des lyrischen Ichs und bestimmt dessen Denken. Der Tod erscheint schließlich als vermeintlicher Ausweg und verdeutlicht die tiefe Verzweiflung.
Dein Gedicht ist in einfacher, klarer Sprache geschrieben und wirkt dadurch sehr direkt und eindringlich. Es verwendet viele düstere Metaphern, um die innere Verfassung des lyrischen Ichs auszudrücken, eröffnet dabei jedoch kaum neue Perspektiven. Zudem wird die Verzweiflung eher benannt als bildlich dargestellt, wodurch die emotionale Wirkung etwas abgeschwächt wird.

Sehr gern gelesen.

Liebe Grüße
Fehyla
 
Hallo @Fehyla

Wenn mit den letzten Weggefährten, alles was noch Halt gibt, wegbricht, so bleiben nur Trübsinn und Einsamkeit. Und die Gewissheit, dass der Tod der letzte Gast sein wird.
Wenn dich die Zeilen auch emotional nicht ganz erreicht haben, bedanke ich mich für deinen wundervollen Kommentar!
LG Teddybär 🐻
 
  • Teddybär
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