Lieber wirbel,
ein schönes, klangvolles Gedicht hast du hier zu Papier gebracht, passend zu der Melodie, von der es erzählt. Gefällt mir inhaltlich und formal.😊
Ich lese es als eine Preisung der Intuition, die uns manchmal den Weg zeigen mag, bevor wir ihn sehen.
Erlaube mir vielleicht dennoch ein paar kleine Anmerkungen:
Sie klingt in dir wie Poesie,
die tief in deinem Innern führt.
Ich bin mir nicht sicher, ob das grammatikalisch so korrekt ist. Mein erster Gedanke war, es müsste heißen: "die tief in dein Inneres führt". Dachte, es ginge darum, wohin die Poesie führt. In dem Falle wäre eine Überarbeitung ratsam. Dann kam mir aber der Gedanke: Vielleicht hast du "führen" aber intransitiv benutzt - also einfach nur führen, wie z.B. einer der beiden Tanzpartner beim Tanz führt. Und dann ist das Innere einfach der Ort, wo dieses Führen stattfindet. In dem Fall wäre es also korrekt. Kommt also eher darauf an, wie du es gemeint hast. Aber auch wenn meine zweite Deutung richtig ist... Es verleitet wohl eher dazu, es wie in der ersten Deutung zu lesen und trägt eventuell zur Verwirrung bei. Also das einfach nur als Denkanstoß... Kannst ja selbst entscheiden, ob das Gedicht diese eventuelle Verwirrung in Kauf nehmen will.
Nie hätte ich je daran gedacht,
Hier gibt es ein Problemchen mit dem Versmaß. Wenn du das (vielleicht auch inhaltlich nicht unbedingt notwendige) "je" weglässt, liest es sich wieder flüssig.
Es klingt wie ein Traum in stiller Nacht,
Auch hier gerät das Gedicht aus dem Takt. Ohne das "ein" z.B. wäre es glatt. Das ist dann aber eine Geschmacksfrage, ob es ohne den Artikel geht. Ich persönlich fände das rein intuitiv sehr schön, aber manchen würde der Artikel hier wohl fehlen. Vielleicht wäre da auch eine grundlegendere Neufassung dieses Verses sinnvoll. Mir kommt gerade eine Idee dazu (nur ein Vorschlag - ist immer noch Geschmackssache):
"Ein Klang... ein Traum in stiller Nacht"
wenn du im Schatten eines Baumes verdirbst.
Gegen Ende des Verses ist eine Senkung zu viel - entweder "-es" (von Baumes) oder "ver-" (von verdirbst). Die einfachsten Verbesserungen, die ich sehe, wären...
1. "wenn du im Schatten eines Baum
s verdirbst."
Täte mir aber persönlich leid um das verlorene "e".
2. "wenn du im Schatten eines Baumes
stirbst."
Finde ich persönlich reizvoll, aber die Frage ist natürlich, ob dir als Autorin die inhaltliche Änderung zuträglich ist.
...Aber alles nur ein paar kleine Beobachtungen meinerseits. Ansonsten liest sich das Gedicht, wie gesagt, sehr schön.
Liebe Grüße
Schmuddi