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  • Schmuddelkind
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Moin @Schmuddelkind,

das ist Abschied ohne Selbstbetrug – und gerade dadurch zärtlich.
Du verlangst nicht Trost, sondern letzte Nähe, obwohl sie den Schmerz sogar „mehrt“.
Dieser Mut zur bittersüßen Konsequenz macht den Text stark:
nicht retten, nicht glätten, sondern würdig zu Ende gehen.

Sehr schön finde ich auch die Zeile „wie wir voneinander schreiten, / wie wir zueinander sind“ –
da steckt ein ganzes Beziehungsbild drin: Trennung als Spiegel dessen, was vorher war.

Und am Schluss diese „drei letzten Worte“ – wie ein kleines verbotenes Handgepäck,
das man nicht mitnehmen darf. Tränen in den Wind: still, aber nicht kitschig.

Ein reifer Abschiedstext, der wehtut, weil er ehrlich bleibt.

Gern gelesen.

LG, Driekes
 
Lieber Driekes, lieber Horst,

vielen Dank für eure interessanten Gedanken zum Gedicht!

das ist Abschied ohne Selbstbetrug – und gerade dadurch zärtlich.
Du verlangst nicht Trost, sondern letzte Nähe, obwohl sie den Schmerz sogar „mehrt“.
Dieser Mut zur bittersüßen Konsequenz macht den Text stark:
nicht retten, nicht glätten, sondern würdig zu Ende gehen.
Manche Menschen entwickeln ja nach einer Trennung eine Wut oder gar einen regelrechten Hass auf die einst so teure Person. Das empfinde ich in einer vernünftig vonstatten gehenden Trennung in der Tat als Selbstbetrug, wie du es genannt hast. Manche brauchen dies vielleicht, um über den Schmerz hinweg zu kommen. Aber der Schmerz ist doch genau so Teil des eigenen Erlebens wie die noch nachklingende Liebe für die andere Person. Ohne Liebe gäbe es diesen Schmerz wohl gar nicht. Insofern: Wenn man zu sich selbst stehen will, muss man sich wohl dem Schmerz stellen und sollte nicht so tun, als wäre die Person, der man eben noch sein Leben anvertraut hätte, plötzlich der Teufel. Und wenn man dies versteht, kann man auch mit der Liebe auseinandergehen, die einen bisher zusammenhielt.

Freut mich jedenfalls, dass du diesen Aspekt an dem Text so sehr schätzen kannst!

Sehr schön finde ich auch die Zeile „wie wir voneinander schreiten, / wie wir zueinander sind“ –
da steckt ein ganzes Beziehungsbild drin: Trennung als Spiegel dessen, was vorher war.
Ja, denn so wie Gründe für das Auseinandergehen gibt, gab es ja auch Gründe für das Zusammensein. Das Eine wird nun nicht durch das andere entwertet.

Und am Schluss diese „drei letzten Worte“ – wie ein kleines verbotenes Handgepäck,
das man nicht mitnehmen darf. Tränen in den Wind: still, aber nicht kitschig.
Schön, dass du es so einschätzt. Ja, wenn es vorbei ist, geht natürlich nicht mehr alles, was vorher möglich war. Umso wichtiger, dies ein letztes Mal bewusst auszuleben!

Ein reifer Abschiedstext, der wehtut, weil er ehrlich bleibt.
Ich schreibe zwar nicht immer wahrheitsgetreu, aber stets ehrlich.

Ich habe hier eine ganz andere Richtung aufgeschnappt.


Diese Worte trugen mich zum:
Kann es sein das der Partner bald stirbt?
Diese Deutung hatte ich beim Schreiben zwar nicht im Sinn. Aber könnte man vielleicht auch so deuten. Nur ein Problem sehe ich mit dieser Deutung: Wieso sollten die drei letzten Worte ("Ich liebe dich") nach dem Tod nicht mehr gestattet sein? Vielleicht weniger gut erklärlich, aber doch auch nicht verboten, oder? Das erinnert mich wiederum an diesen wunderschönen, zu Herzen gehenden Brief Richard Feynmans an seine verstorbene Frau, in dem er u.a. folgende Zeilen schrieb:

I find it hard to understand in my mind what it means to love you after you are dead — but I still want to comfort and take care of you — and I want you to love me and care for me.

Liebe Grüße
Schmuddi
 
  • Schmuddelkind
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