Aktuelles
Gedichte lesen und kostenlos veröffentlichen auf Poeten.de

Poeten.de ist ein kreatives Forum und ein Treffpunkt für alle, die gerne schreiben – ob Gedichte, Geschichten oder andere literarische Werke. Hier kannst du deine Texte mit anderen teilen, Feedback erhalten und dich inspirieren lassen. Um eigene Beiträge zu veröffentlichen und aktiv mitzudiskutieren, ist eine Registrierung erforderlich. Doch auch als Gast kannst du bereits viele Werke entdecken. Tauche ein in die Welt der Poesie und des Schreibens – wir freuen uns auf dich! 🚀

Feedback jeder Art Ein Titan hat Durchfall

Hier gelten keine Vorgaben mit Ausnahme der allgemeinen Forenregeln.
  • Claudi
    letzte Antwort
  • 9
    Antworten
  • 142
    Aufrufe
  • Teilnehmer
Hallo Joshua,
ich überlege mir gerade, was Dich dazu gebracht hat, dies zu schreiben. Ist es die allmählich immer mehr um sich greifende Unlust am Überkonsum der täglichen Nachrichtenflut, die fast unzumutbar geworden ist? Es lohnt sich auf jeden Fall, darüber nachzudenken.
LG
Chilicat
 
Moin @Joshua Coan

Das ist radikal körperlich – und genau dadurch philosophisch
Weltaneignung als Einverleibung, bis am Ende nur noch „Einerlei“ bleibt.
Dieses „Ich hab die ganze Welt zerkaut“ liest sich für mich wie eine Kritik am Alles-haben-Wollen:
Erleben wird Konsum, Sinn wird Speisebrei, und was dann „geboren“ wird, ist kein Erkenntniskind,
sondern ein deformiertes Produkt der Überfütterung.

Stark finde ich, dass du die Pointe nicht moralisch ausbuchstabierst, sondern im Bild lässt:
Magenkrämpfe, Dämpfe, „braunes Kind“ – als Konsequenz einer falschen Art, Welt zu nehmen.

Mich würde interessieren: Ist das bei dir eher Gesellschaftssatire (Konsum/Medien/Überreizung) –
oder ein persönlicher Befund über Ekel an der eigenen Gier?

Wer die Welt nur schluckt, verdaut am Ende sich selbst.

LG Driekes
 
Hallo Driekes, Hallo Chilicat

ich überlege mir gerade, was Dich dazu gebracht hat, dies zu schreiben. Ist es die allmählich immer mehr um sich greifende Unlust am Überkonsum der täglichen Nachrichtenflut, die fast unzumutbar geworden ist?
Eine gute Überlegung. Unzumutbar ist der Umgang der Medien mit der Informationsflut und ihre Weitergabe an uns. Selbst Expertenmeinungen sind mit Vorsicht zu genießen, wie ich feststellen durfte. Danke für deine Überlegung und den Kommentar!

LG JC

Dieses „Ich hab die ganze Welt zerkaut“ liest sich für mich wie eine Kritik am Alles-haben-Wollen:
Erleben wird Konsum, Sinn wird Speisebrei, und was dann „geboren“ wird, ist kein Erkenntniskind,
sondern ein deformiertes Produkt der Überfütterung.
Deiner Analyse kann ich folgen. Würde ich auch so teilen.

Mich würde interessieren: Ist das bei dir eher Gesellschaftssatire (Konsum/Medien/Überreizung) –
oder ein persönlicher Befund über Ekel an der eigenen Gier?
Der einfache Gedanke, was passieren würde, wenn ein übergöttliches Wesen diesen Planeten verschlingen würde. Er ist kein grüner nährstoffreicher "Salat" mehr, sondern gleicht immer mehr "Junkfood"....mit Verpackungsteilchen drinnen.
Daran kann man sich nur den Magen verderben.
Außerdem fand ich es witzig, wie alles was uns heilig und hoch ist, einfach verschlungen, zu einem Brei zermatscht und wieder ausgeschieden in die tote Leere, entlassen wird. Der Titan hätte jedes Recht dazu.
Ein paar andere Metaphern dazu gibt es auch noch, aber das lass ich jetzt mal so stehen.

Auch dir vielen Dank für deine Gedanken und fürs Interesse.
LG JC
 
@Joshua Coan

Dein „übergöttliches Wesen“ macht den Text für mich noch klarer:
Nicht Moralpredigt, sondern kosmische Verdauungslogik.
Der Planet als Junkfood mit Verpackungsteilchen —
daran kann man sich nur den Magen verderben.
Und der Witz ist bittergut: Alles, was wir für hoch und heilig halten,
wird im selben Prozess zu Brei und Rest.

Der Titan wirkt dabei weniger als Bösewicht, eher als Folgerichtigkeit mit Zähnen.

Rund, fies und konsequent.

Danke dir für die Erläuterung, das macht den Text für mich noch stimmiger.

LG Driekes
 

Claudis Themen
Hi Josh,

meine Interpretation ging leicht in eine andere (nicht völlig andere) Richtung und ich war mir nicht sicher, ob ich sie überhaupt noch schreiben soll. Aber gut, ich konnte ja nur das lesen, was da steht.

Der nahezu unbesiegbare Titan sollte wohl nicht alles in sich hineinfressen, was ihm Kummer bereitet. Er hat die ganze Welt gefressen - eine Übertreibung, die in Situationen, in denen gleich mehrere Leute einem auf die Nerven gehen, ja durchaus so empfunden werden kann. Da er die ungesunden Brocken nun aber aufgenommen hat, muss er abwarten, bis der Verdauungsprozess abgeschlossen ist. Erst dann kann er wieder den Sonnenwind spüren und sich wohlfühlen.

Schöne Scheiße! Aber da müssen halt manchmal selbst Titanen durch.

Gern gelesen und besenft!

LG Claudi
 
Hi Claudi

meine Interpretation ging leicht in eine andere (nicht völlig andere) Richtung und ich war mir nicht sicher, ob ich sie überhaupt noch schreiben soll.
Mach einfach immer! Schlimmstenfalls bekommst du eine sarkastische Antwort. Nichts schlimmes also. 😜
Außerdem finde ich deine Gedanken immer spannend, da dein Blickwinkel verschieden ist von meinem und so neue Sachen zu Tage fördert, die mir sonst entgangen wären.

Aber gut, ich konnte ja nur das lesen, was da steht.
Oder auch zwischen den Zeilen. Denn genau diese laden ein zum verweilen... upps... sorry! 🤭

Der nahezu unbesiegbare Titan sollte wohl nicht alles in sich hineinfressen, was ihm Kummer bereitet. Er hat die ganze Welt gefressen - eine Übertreibung, die in Situationen, in denen gleich mehrere Leute einem auf die Nerven gehen, ja durchaus so empfunden werden kann. Da er die ungesunden Brocken nun aber aufgenommen hat, muss er abwarten, bis der Verdauungsprozess abgeschlossen ist. Erst dann kann er wieder den Sonnenwind spüren und sich wohlfühlen.
Deine Sichtweise hier gefällt mir und dem kann ich nur zustimmen. Fasten ist gar nicht mal so verkehrt und das nicht nur aufs Essen bezogen.

Schöne Scheiße! Aber da müssen halt manchmal selbst Titanen durch.
Götter und Übergötter sind auch nur Menschen...

Vielen Dank für deinen Besuch und deine Gedanken zum Text. Jederzeit wieder.

LG dein Josh ✌️
 

Claudis Themen
Jederzeit wieder.
Gerne. Wie wäre es mit jetzt? Wenn schon mal der seltene Fall eintritt, dass ein Autor auf meinen Kommentar eingeht, packe ich die günstige Gelegenheit zu einem Austausch gerne beim Schopf. 😀

Oder auch zwischen den Zeilen. Denn genau diese laden ein zum verweilen...
Ja, ganz genau. Das Verweilen habe ich ganz nach meinen persönlichen Vorstellungen gestaltet und genossen. Für den Fall, dass du dir genau dieses Ergebnis von mir gewünscht hättest:

Der einfache Gedanke, was passieren würde, wenn ein übergöttliches Wesen diesen Planeten verschlingen würde. Er ist kein grüner nährstoffreicher "Salat" mehr, sondern gleicht immer mehr "Junkfood"....mit Verpackungsteilchen drinnen.
Daran kann man sich nur den Magen verderben.
hättest du tatsächlich nicht viel mehr tun können, um die Leserin besser zu führen. Die Nahrungsaufnahme metaphorisch zu sehen, war für mich naheliegender und entsprach einfach mehr meiner persönlichen Vorliebe.

Sobald der Autor seinen Text in die Öffentlichkeit entlässt, gehört die Interpretation den Lesenden. Sie können ihre Gedanken mitteilen oder schweigen. Jetzt weißt du jedenfalls, was dein Gedicht mir sagen wollte, ohne dich zu fragen. Mir hat es gefallen, nein, das ist zu wenig, es hat mir die Kraft einer Titanin verliehen! 😀

LG Claudi
 
Zuletzt bearbeitet:
Hello again!

Sobald der Autor seinen Text in die Öffentlichkeit entlässt, gehört die Interpretation den Lesenden.
Genau. Ich sage auch: Die Wahrheit gehört uns allen. Wir sind keine Politiker die sich klar und unmissverständlich ausdrücken müssen. Wir können mehrdeutig schreiben. Glaub es oder nicht, aber ich sehe meine Perspektive als Schöpfer auch nur als eine von vielen. Schon allein deswegen weil im laufe der Zeit neue Ansichten dazu kommen, vielleicht sogar alte gehen.
Wenn mich jemand fragt: Wie hast du das gemeint? Oder: Wie siehst du deinen Text, dann teile ich meine Sicht gerne mit, ohne aber etwas "richtig" stellen zu wollen (wenn es kein Sachtext ist!). Lyrik lebt und atmet von ihrer Unförmigkeit, die Seele des Textes, die sich in den Gedanken der Lesenden formt und Gestalt annimmt. Meine Ansicht dazu. Wen meine Meinung zu meinen Texten interessiert, der darf gerne fragen. Gedanken ergänzen sich auch gerne im Miteinander. Dafür bin ich auf dieser Seite. 🙂

Das Verweilen habe ich ganz nach meinen persönlichen Vorstellungen gestaltet und genossen. Für den Fall, dass du dir genau dieses Ergebnis von mir gewünscht hättest:
Wünschen tue ich mir von meinen Lesern dass sie sich mit meinen Werken auseinander setzen. Am schönsten ist es natürlich wenn dabei ähnliche Sichtweisen herauskommen, wie die mit der ich den Text ursprünglich begonnen hatte. Wenn nicht, auch ok, Hauptsache es war jemandem Wert, näher darauf einzugehen, sich darauf einzulassen.
Natürlich setzt das erstmal etwas Substanz im Text voraus.
Verstanden werden tut sehr sehr gut, überhaupt erstmal gelesen werden aber auch. Und am besten drückt man das aus in einem Kommentar und seiner persönlichen Ansicht.

Dafür noch einen Drink auf alle Kommentatoren in diesem Faden! 🍷🍷🍷

Mes Compliments... sagt Dio immer gerne. Ich hier auch.

LG JC
 

Claudis Themen
Einmal muss ich noch. Ich bin in allen von dir ausgeführten Punkten ganz bei dir. Warum ich anfangs gezögert hatte, meine Gedanken mitzuteilen, lag an der Rubrik. Du hattest offenbar eine Botschaft, die zwar lustig verpackt war, aber den Lesenden immerhin neben dem Humor etwas mitzugeben hatte.

Wünschen tue ich mir von meinen Lesern dass sie sich mit meinen Werken auseinander setzen.
Und DAS wünsche ich mir bei meinen Humorgedichten gerade nicht. Genauer gesagt, die Lesenden dürfen natürlich gerne (für sich) über das Thema reflektieren, solange sie ernsthafte Gedanken zum Inhalt für ich behalten.. Mir geht es in Humorgedichten in erster Linie um den Witz bzw. um die Blödelrhetorik, also um die sprachliche/stilistische/rhythmische Darstellung. Nicht um das WAS, sondern um das WIE. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Inhalt würde mir die oft aufwändig gestaltete Verpackung total kaputtmachen. Noch schlimmer, wenn jemand anfängt, die Witze zu erklären.

Deswegen wähle ich meist gleich das rote Label. Und fast jedes Mal muss ich dann erklären, dass ich mit dem Werk zufrieden bin und keine Hilfe brauche, sondern mich freue, wenn die Leute drüber lachen und im besten Fall die Schachtel untersuchen und eine ausgereifte Technik erkennen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Claudi
    letzte Antwort
  • 9
    Antworten
  • 142
    Aufrufe
  • Teilnehmer
Zurück
Oben