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Feedback jeder Art In der Dunkelkammer

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In der Dunkelkammer

Tropfnass hängen Erinnerungen schwergewichtig
in der Dunkelkammer an einer Wäscheleine, sie hängt durch.
Das Rotlicht lässt Schimären erscheinen, durch das Fingerraster
der schützend vorgehaltenen Hand. Abwehrhaltung?
Welcher Teufel hat mich geritten, die Negative in die
Entwicklungslösung zu legen, um so einen Wandlungsprozess
loszutreten, die in der Wirkung als Positive nicht absehbar sind.
Vielleicht der totale Kontrollverlust?! Wie wäre das zu ertragen?!

Vorzeitiger Abbruch?

© Monolith
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo @Monolith

Das waren noch Zeiten, als Hobbyfotografen selbst ihre Fotos in der Dunkelkammer entwickelt haben. Ein spannender Prozess des zum Vorschein bringen. Ein Negativ lässt nur schwer erahnen, was letztlich daraus resultiert.
Ich glaube Kunstfotografen arbeiten heute noch so, nicht digital (oder irre ich mich?).
Habe deine Zeilen mit Interesse gelesen.
LG Herbert
 
Hi Ella.

Also die Idee gefällt mir. Auch die Metaphern die deine Bilder erzeugen. Dunkelkammer=Erinnerungen, Chimären=Trugbilder. Sinnbildlich versucht das LI sich an etwas zu erinnern, was es vielleicht vor langer Zeit
bewusst verdrängt hatte. Die Entwicklung alter Fotos, zu dem Versuch sich zu erinnern, passt da sehr gut zusammen. Vielleicht lässt sich sogar das "Rotlicht" als eine traumatische Zeit interpretieren.
So würde ich deinen Text lesen.

Du erzeugst Spannung mit den ersten Sätzen. Auch der Titel ist gut gewählt.
Tropfnass hängen Erinnerungen schwergewichtig
in der Dunkelkammer an einer Wäscheleine, sie hängt durch.
Das Rotlicht lässt Schimären erscheinen, durch das Fingerraster
der schützend vorgehaltenen Hand.
Finde ich genial gut formuliert. Auf den Punkt und kein Satz ist zu viel.
Dann aber verlierst du das Vertrauen in die Leserschaft, hier:
Absolut unnötig. Das ließt man aus den Zwischenzeilen des vorher gesagten. Daher muss es nicht extra erwähnt werden.

Welcher Teufel hat mich geritten, die Negative in die
Entwicklungslösung zu legen, um so einen Wandlungsprozess
loszutreten, die in der Wirkung als Positive nicht absehbar sind.
Finde ich auch gut, die ausgedrückten Selbstzweifel. Ich kann den schnellen Herzschlag des LI förmlich herauslesen. Auch das Gegenbild: Negative/Positive gefällt mir. Kann man hier auch herauslesen, dass das LI sich fragt, ob am Ende etwas Gutes (positives) aus diesen vermeidlich negativen Erinnerungen herauskommen kann.

Vielleicht der totale Kontrollverlust?! Wie wäre das zu ertragen?!
Finde ich auch wieder unnötig.
Der letzte Satz:
Vorzeitiger Abbruch?
Würde hier allein besser passen. Er würde die Zweifel an dem ganzen hervorheben. "Totaler Kontrollverlust" passt hier nicht. Das wäre wieder etwas was die Leserschaft lieber zwischen den Zeilen herauslesen sollte. "Wäre das zu ertragen?", diese Frage kann man sich eigentlich sparen. Natürlich wäre ein totaler Kontrollverlust eher nicht zu ertragen...

Alles in allem eine schöne beklemmende Stimmung. Sehr minimalistisch gehalten. Aber wie du siehst hat es gereicht mich zu einem Kommentar zu verleiten, und darüber nachzudenken. Sehr gerne gelesen!

LG JC
 
  • Gemeiner Stechapfel
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