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Feedback jeder Art webermond

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  • sofakatze
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es war die liebe, die mich leise rief
in diese nacht mit ihrer samtnen melodie
auf pfaden, weich gesäumt von harmonie
in eine stille, in der tief mein träumen schlief

leicht fiel ein seidenstern in meine hand
und wollmond webte mir sein perlmutt sanft ins haar
ein schimmer, der im herzen glück gebar
es war die nacht, in der ich deine liebe fand
 
Liebe Sofakatze,

dein Gedicht gefällt mir sehr gut. Die Bilder, die du hier webst sind wunderbar. Es entsteht so ein leichter weicher harmonischer Glanz mit dem die Liebe daherkam.
Das ist die Kunst am Dichten, mit Worten Bilder und Gefühle entstehen zu lassen und das noch in perfekter Reimform.
🙂

Mit Genuss gelesen
LG Wilde Rose
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe sofakatze,

das wird ganz seinem Thema gerecht!

Schon fast Langzeilen, die sehr ruhig wirken und das Geschehen nicht einfach ablaufen, sondern sich in Bildern allmählich entfalten lassen und so eine Traumstimmung erzeugen. Die stimmungsgeladene (mondene) Weichzeichnung wird auch durch die genannten Naturstoffe, den schimmernden Glanz der Materialien, die Langvokale und stimmhaften Konsonanten (l, m, n) hervorgerufen. Woll- statt Voll- ist besonders schön.

Ein sprachlich fein abgestimmtes Werk, wie ich es liebe und selten finde.

Sehr gern gelesen. Chapeau!
LG g
 
liebe wilde rose,

dankeschön für dein lob. aber der mond hat gewebt, nicht ich. ich habe nur die hand aufgehalten und seidensterne aufgefangen. ☺️
ja, die gefühle sind das wichtigste am dichten für mich. wenn da beim leser etwas ankommt, freue ich mich am meisten. 😀


lieber gummibaum,

lieben dank für dein großes los und die beachtung der handwerklichen seite dieses doch auch thematisch handwerklichen gedichtes. ich bin zwar noch nicht rundherum zufrieden damit, aber ich kann ja jederzeit daran weiterstricken. 😄

liebe grüße euch beiden und danke allen likern für die schönen reaktionen. 🙂
sofakatze
 
Hallo sofakatze,
vor kurzem hat uns der seltene Erdbeermond verzaubert, auch aktuell zeigt sich wieder ein wunderbar leuchtender Vollmond am Nachthimmel. Es gefällt mir gut wie Du ihn feinfühlig in ein Liebestuch eingewebt hast.
Gern Mitgeträumt und LG
Perry
 
Hallo sofakatze,

das sind unglaublich schöne und sanfte Zeilen von dir!

Dass du die Verse in männlichen Kadenzen weich enden lässt, finde ich interessant. Bei so sanften Worten hätte ich erst an weibliche Kadenzen gedacht. Mit den Endungen, die du gewählt hast, hast du das aber gut gelöst.

Was ich cool finde, ist, dass in einem umarmenden Reim die Verslänge im Kreuzschema zwischen 10 und 12 Silben wechselt. Und noch mehr, dass die 10silbigen Zeilen auch für sich hintereinander gelesen einfach schön klingen - und durch dieselben Vokale zwar nicht gereimt, aber doch im Klang sehr angenehm sind.


es war die liebe, die mich leise rief
auf pfaden, weich gesäumt von harmonie
leicht fiel ein seidenstern in meine hand
ein schimmer, der im herzen glück gebar



Worüber ich ein wenig stolpere, ist die Zeile
in eine stille, in der tief mein träumen schlief
Der Binnenreim gefällt mir in dem Zusammenhang richtig gut!
Er steht in meinem Empfinden bloß zu dicht beieinander.

Ich weiß nicht, ob etwas in die Richtung
in eine stille, tief, in der mein träumen schlief
für dich eine Option wäre.
Der Satz ist halt verschachtelter.

Möglich wäre natürlich auch
dort wo / wo auch mein träumen schlief.

Und vielleicht hast du das tief ja auch ganz bewusst nicht in die Mitte gesetzt 🤔


Obwohl mir gerade auffällt, dass so wie du es formuliert hast die 4te und die 8te Zeile miteinander verwoben sind.

Ab der 5ten Silbe steht dort ... in der tief mein träumen schlief ... in der ich deine liebe fand.
Danach wären auch Zeile 2 und 4 verwoben ... in diese nacht ... in eine stille.

Oh wie schön! Drei der vier 12silbigen Zeilen sind miteinander verwoben.
Und in der 4ten, der schönsten von ihnen, webt der Wollmond dir sein Perlmutt sanft ins Haar 😊

Ich möchte dein Gedicht auch nicht zu Tode analysieren, bin aber froh es bis hierhin getan zu haben 😀


Es gäbe sicherlich Kleinigkeiten, die ich unter anderen Umständen ändern würde ...

Von den 12silbigen Zeilen würde ich eigentlich sagen, sie sind mir (meist) ein Stück zu lang. Aber nur so kommen die 10silbigen für sich zur Geltung. Und dass sie sich auch allein so schön lesen lassen gefällt mir sehr!
Die Häufung von in diese, in eine, in der, ... fällt erstmal auf. Aber als Mittel die Zeilen zu verweben finde ich es ok.
Genauso, wenn deswegen tief und schlief etwas dicht beieinander liegen.

So betrachtet findet alles, wo ich ansetzen wollen würde, seine Berechtigung!


Ein starkes und interessantes Werk. Vor allem aber so sanft und schön ... ich bin berührt 🙂

Liebe Grüße
Delf
 
Zuletzt bearbeitet:
lieber perry,

vielen dank für dein lob. jaa, den erdbeermond habe ich irgendwie verschlafen, schade. aber die zitronensonne heute habe ich mitbekommen. 😉


lieber delf,

wow, so eine tolle analyse, ich bin begeistert! 😃
ganz lieben dank dafür!

ja, die verslängen trotz der umarmung zu variieren fand ich auch ein spannendes experiment. vielleicht wäre das gedicht noch weicher, wenn ich das einheitlich mache, aber auch ein stück weit langweiliger. gleiches mit den kadenzen.

ich sehe auch noch viele kleinigkeiten, die geändert werden könnten. auch eine noch stärkere verflechtung und noch mehr binnenreime könnte ich mir vorstellen. den bisherigen binnenreim finde ich persönlich übrigens nicht zu eng, aber das ist sicher geschmackssache. momentan hast du mir ja erstmal bestätigt, dass alles seine berechtigung hat, wie es ist, also vielleicht ruhe ich mich auch einfach auf diesen lorbeeren aus. ich bin ja tendenziell auch manchmal faul. 😁

noch zu der binnenreimzeile.

in eine stille, tief, in der mein träumen schlief

das wäre eine möglichkeit, allerdings verändert sich dadurch auch die aussage etwas. bei meiner variante bezieht sich das tief auf den schlaf, heißt, das LI ist so glücklich, dass es die träume ganz tief in den schlaf schicken kann, denn es braucht gerade keine träume (die realität ist traumhaft genug). in deiner variante bezieht sich das tief auf die stille und würde bedeuten, dass die nacht so tief still ist, dass die träume in ruhe schlafen (gehen) können. auch nicht schlecht, aber ich glaube, ich bevorzuge doch lieber meinen inhalt.

bei deiner zweiten variante geht der binnenreim ganz verloren, das möchte ich nicht.
auf jeden fall vielen dank für deine vorschläge, auch wenn ich jetzt dabei nichts verändern will.

ich freue mich jedenfalls, dass ich dich berühren konnte. ☺️

liebe schnurrgrüße
sofakatze
 
Hallo liebe sofakatze,

ich finde, gerade wenn man etwas neues versucht, muss ein Text ja gar nicht den Anspruch erfüllen, perfekt zu sein. Deswegen glaube ich schon, dass kleine Makel in Ordnung sind 😊

Es fällt mir ehrlich gesagt schwer, mögliche Vorschläge einzubringen, wie einzelne Stellen eventuell ausgearbeitet werden könnten. Zumindest ohne an die Substanz zu gehen, die mir so ziemlich gut gefällt.


Vielleicht könntest du, wenn du nochmal so ein Gedicht schreibst, die Zeilen verweben, indem du innerhalb der Zeilen Reime verwendest, die ab Silbe so und so in Zeile x und y stehen.

Oder du könntest einen Reim auf einen Endreim innerhalb einer anderen Zeile mit anderem Endreim platzieren. Spannend wäre dabei noch den Endreim einer Strophe innerhalb einer Zeile der anderen Strophe zu setzen und sie so zu verflechten.

Oder, wenn nach diesem Prinzip Reime in den kürzeren Zeilen "verwurzelt" sind, hat das (für mich) fast etwas von Haare flechten.
(Ich hoffe das ist jetzt nicht zu weit hergeholt)

Das sollen erstmal nur Ideen sein ... ich glaube, jetzt zu versuchen noch viel einzubauen, ist stellenweise bestimmt möglich, kann aber schnell dazu führen, den Zeilen ihre Natürlichkeit und Schönheit zu nehmen.
Es wäre natürlich toll, wenn du noch Wege findest, die Stellen, mit denen du noch nicht ganz glücklich bist, zu verbessern!

Für unbedingt nötig halte das aber nicht.


Zu dem Binnenreim übrigens, den hatte ich in der Bedeutung anders gelesen ... Mit etwas Abstand und dem Wissen, das ich jetzt habe, stört er mich schon weit weniger.
Und das was mich stört, könnte durchaus mehr mein "Symmetrieverlangen" sein, als dass es wirklich begründet wäre.
Und das darf gerne mal gereizt werden 😀

Liebe Grüße
Delf
 
lieber delf,

vielen dank für deine interessanten vorschläge. die werde ich sicher mal ausprobieren, wenn auch nicht in diesem gedicht. wie du schon schreibst, würde ich es grundlegend ändern müssen und da glaube ich, ist es besser, ein ganz neues gedicht zu schreiben und dieses hier so zu belassen.

auch wenn ich nicht die absicht hatte, dein *symmetrieverlangen* zu reizen, so freut es mich doch, dass du der sache etwas positives abgewinnen kannst. 😆

ganz liebe grüße
sofakatze
 
  • sofakatze
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