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Feedback jeder Art Die Offenbarung – Das etwas andere Outing 3.0

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  • Monolith
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Vorwort:

Joshua's Thema „Piks“ hat mich an meinen abgelegten und längst vergessenen zweiten Vornamen erinnern lassen und wollte meine Erinnerung als Kommentar schreiben. Da ich aber nicht wusste, ob der Kommentar als Antwortgedicht gewertet werden würde, schreibe ich den nun als separaten Text. Hinzugekommen ist Driekes aktuelles Thema „Verein zur gegenseitigen Absicherung gegen Bedeutungslosigkeit“ welcher mich nun veranlasst aus der „Deckung“ zu kommen.




Die Offenbarung – Das etwas andere Outing 3.0

Als Ella wurde ich geboren in einem gartennahen Bett von dort aus sah man klar und deutlich das florale Begrüßungsnicken zu meiner Geburt
von den Farnen, den Buschwindrosen, gar der edlen Rosenstauden auch.
Doch die Asterstaude, die hochgewachsen und versteckt ganz hinten stand, drang plötzlich, Beifall klatschend, in den Vordergrund, bei meinem ersten Schrei, und mahnte an, mir ihren Namen als den zweiten zu geben. So kam es auch. – Nomen est Omen – nein, das wollte ich nie! Hart gebeutelt war mein Werdegang mit dem zweiten Namen bisher. Ich eckte an, nicht nur hier und da. Aus Angst ging man mir aus dem Weg, und das nicht nur hier und da. Es wurde mir zu viel, dem Namen gerecht zu werden, der mir nichts als Schwierigkeiten bescherte.
Niemand verstand meine astreinen Kritiken, die ich als 164 cm große Kritikaster mein Eigen nannte.
Man grenzte mich aus ← unverständlicherweise. Mein Seelenheil wurde mir immer wichtiger und ich fing an zu schweigen und legte den beschissenen Zweitnamen ab. So wurde aus der Ella Kritikaster, die nur selten kritisierende Ella/Monolith.

© Monolith

 
Hi nur selten kritisierende Monolith/Ella!

Eine schöne und lustig/tragische Geschichte über das Leben und Lebenserfahrungen die nicht immer nach Rosen duften.
Die Aster ist doch eine schöne Blume oder? Und ein schöner Name dazu.
Symbolisch habe ich jetzt die Bedeutung der Aster nicht in Kopf. Aber vielleicht hilfst du mir da etwas auf die Sprünge...

Das alte Kritik-Thema...
Ich halte es so als Beispiel: Sandwich!
Mit netten Worten beginnen die das positive im Text hervorheben, dann die Stellen wo es nach meiner Ansicht etwas zu bemängelt gibt und zum Schluss ein positiver Gesamteindruck. Fertig.
Harsche Kritik gibt es von mir mit gemeinem Stich nur wenn jemand mal total ins Klo gegriffen hat mit einem Text. Was zum Glück nicht so häufig vorkommt.
Es kommt aber auch vor dass ich einfach nur schreibe das mir ein Text gefällt, MIT Begründung warum! Wichtig!
Das wäre schonmal die Grundausstattung für vorzeigbare Kritiken.

Wie siehst du deinen Text? Und welche Metaphern habe ich übersehen liebe Ella?

LG JC
 
Liebe @Monolith

ich musste beim Lesen mehrmals schmunzeln – und dann blieb mir das Schmunzeln im Hals stecken,
weil du unter der Pointe etwas sehr Wahres liegen hast: Wie schnell ein Name zur Rolle wird, und wie
gnadenlos Gruppen reagieren, wenn jemand „zu klar“, „zu kantig“, „zu astrein“ kritisiert.

Der Anfang ist großartig verspielt: dieses gartennah geborene Florarium, das Begrüßungsnicken der Pflanzen –
und dann die Asterstaude, die sich nach vorne drängt und Beifall klatscht. Da ist sofort Bühne.
Dann setzt du die zweite Bühne dagegen: die soziale. Plötzlich ist „Kritikaster“ nicht mehr Witz,
sondern Stempel, Erwartung, Abwehr.

Und ja: Kenn ich aus eigener Erfahrung. Sobald man zu klar wird, kippt es oft –
Inhalt raus, Etikett rein. Dann diskutiert man nicht mehr die Kritik, sondern den Kritiker.

Dass du das als „Outing“ formulierst, finde ich klug: Es geht ja nicht darum, ob du Kritik hast,
sondern darum, was sie mit dir macht – und was sie mit anderen macht.
Das Schweigen am Ende wirkt wie Selbstschutz, nicht wie Kapitulation.
Und „nur selten kritisierende Ella/Monolith“ ist für mich kein Harmloswerden, sondern eine Entscheidung:
nicht jedem Reflex folgen, nicht jede Deutung bedienen.

Wenn ich etwas mitnehme: Bedeutungslosigkeit ist nicht das Problem.
Das Problem ist, wenn man sich nur Bedeutung verschafft, indem man andere klein macht –
oder indem man sich selbst in eine Rolle presst.

Dein Text kommt aus der Deckung, ja. Aber ohne Pose. Eher:
mit einem Namen in der Hand und einer Grenze im Rücken.

LG, Driekes
 
Hallo @Monolith

Dieser Text ist ein typisches Beispiel, dass manche Menschen mit ihrem Namen bzw zweiten oder dritten Vornamen ein Problem haben. Wobei in deinem Fall der blumige zweite Vorname eigentlich recht hübsch klingt.
Eine Bekannte von uns heißt im Vornamen Helga, zu dem sie überhaupt nicht steht. Man muss sie Elli nennen, ist halt so. Mich persönlich würde auch ein Name wie Herbert Maria Joseph K. nicht stören. Im Gegenteil, ich hätte mich Joseph (englisch ausgesprochen) genannt.
So bleibt dein Namens-Outing wohl eine sehr persönliche Angelegenheit. Der Charakter wäre der gleiche und ein kritischer, spitzzüngiger Mensch zu sein ist ja nichts Schlechtes.

LG Teddybär 🐻
 
Hallo @Joshua Coan,

die symbolische Bedeutung der Aster habe ich selbst ergooglen müssen
und erfuhr, dass sie unter anderem:

Auszug aus dem WWW:
Wofür steht die Aster? In der Blumensprache steht die Aster für Reichtum und Vielfalt. Sie kann aber auch als Symbol für Hintergedanken, Enttäuschung und Vergänglichkeit gedeutet werden.


Durch die Zuschreibung der Hintergedanken kommt, so denke ich, die Kritikaster ins Spiel. Kritikaster ist ein sogenanntes Ableitungsmorphen
aus Kritik und ast er. Ast und er sind, laut Google Endungen aus dem Griechischem – Lateinischem und dem Neulatein. Da ich der Sprachen nicht mächtig bin muss/will ich Tante Google glauben und lasse das mal so stehen.

An der Einleitung zu einer Kritik könnte ich noch arbeiten. Manchmal falle ich mit der Tür ins Haus, leider. Dahingehend versuche ich mich zu verbessern, ohne den Monolithen aus dem Blick zu verlieren.

Wie ich meinen Text sehe?
Er ist schlicht und ergreifend die prosaische Erklärung meines kommentarischen Handelns. Nicht mehr und nicht weniger.

Metapher übersehen?
Nein, gab gar keine und Kritikaster ist ein feststehender Begriff.

Hab Dank für dein Beschäftigen mit meinem Text und für das Like, lieber Joshua.


MfG
Monolith



Hallo @Driekes

Zunächst einmal herzlichen Dank für das Lob zu meinem Handwerk.

Lieber Driekes, deine lebenserfahrene Weisheit ist unschlagbar und zeigst einmal mehr innerhalb deines Kommentars deine Menschenkenntnis.

Wie ich zu Joshua re-kommentierte gibt es hinsichtlich meiner Konversationsmöglichkeit Verbesserungsbedarf, doch dies einmal außer Acht lassend:
Wenn ich zu einem Text eine Anmerkung habe, erwarte ich eine Antwort. Das sehe ich es als Wertschätzung des Gegenübers an, auch, wenn das durch die Blume sprechen bei mir nicht ganz so gut klappt. Was nutzt ein ganzer Blumenstrauß, wenn man vor lauter Blumen nichts sieht. Verletzend oder gar böse war, bin ich nie. Nur direkt. Wie sagte es der geschätzte Teddybär erst letztens im Wortlaut: du führst eine spitze Feder. Ich pflanze halt keinen Salbei an. An den Antworten erkennt man natürlich sofort, ob es sich lohnt in ein konstruktives Gespräch zu kommen oder ob ich lediglich mittels „Gefällt mir“ Button anzeige, dass ich die Antwort gelesen habe.
Leider habe ich auch oft genug lesen müssen: ich werde drüber nachdenken oder ähnliche ablehnende Formulierungen. Vereinzelt habe ich es nochmals versucht mit dem mit oben zu lesenden Ergebnis.
Und bei einigen Neuankömmlingen aktuell und auch in der Vergangenheit kommt erst gar keine Antwort, was von wenig kollegialem Respekt zeugt, mit der Frage worum es dem User in einem Forum geht, das durch Interaktivität lebt. Auch das lass ich mal so stehen.

oder indem man sich selbst in eine Rolle presst.

Das ist die Krux

Dein Text kommt aus der Deckung, ja. Aber ohne Pose. Eher:
mit einem Namen in der Hand und einer Grenze im Rücken.

Ja, als das sollte er gelesen werde.

Auch dir, lieber Driekes, ein großes Dankeschön für deinen Kommentar
und das Like.


MfG
Monolith



Hallo @Teddybär

in meiner Nachbarschaft gibt es zwei Männer, die wir mit einem völlig anderen Namen ansprechen als mit dem der ihnen von den Eltern zugedacht sind.

Der eine heißt von Haus aus Stefan, wird aber Willi genannt und der andere heißt Jan, wird aber Horst gerufen. Tja, wie kommt so etwas?

Doch zurück mir. Selbstverständlich ist es nichts Schlechtes direkt und ohne Umschweife zum Punkt zu kommen – solange die Mitmenschen damit umgehen können. Wenn nicht kommt eins zum anderen. Aktion – Reaktion.

Lieber Teddybär, hab Dank für deinen Kommentar.


MfG
Monolith


Mein Dank an die Liker:


@Fiete686 @Chandrika W. @Stavanger und @Vetula
 
Liebe @Monolith,

danke für deine ausführliche Rückmeldung –
ich hab verstanden, worum’s dir geht: Resonanz statt Abnicken.
Und ja: Ein Forum lebt von Antwort, nicht nur vom Button.

Ich würde nur eine Nuance ergänzen: „Ich werde drüber nachdenken“ muss nicht Abwehr sein.
Manchmal ist es schlicht der ehrliche Zwischenraum, bevor man etwas sagt, das taugt.
Mir ist das lieber als eine schnelle Floskel.

Dein Punkt mit dem „Blumenstrauß“ passt gut: Zu viel Ornament verdeckt den Kern –
aber reine Direktheit kann auch wie ein Schild wirken, das jede Tür gleich wieder zuschlägt.
Ich mag klare Kante, wenn sie einlädt und nicht abschließt.

Und ja, „Rolle“ ist die Krux. Genau deshalb fand ich dein Outing stark:
Du benennst den Stempel – und damit verliert er schon Macht.

Wenn du Lust hast, weiterzudenken:
Was ist dir bei Antworten am wichtigsten –
Widerspruch, Mitdenken, oder schlicht das Gefühl: „Ich wurde wirklich gelesen“?

LG, Driekes
 
Hallo lieber @Driekes,

grundsätzlich hast du recht. Aber:

Das erwähnte „Ich werde darüber nachdenken“ ist tatsächlich eine abwehrende Formulierung, da es sich zu den jedem, aber auch wirklich jedem Thema wiederholte, wenn ich eine Verbesserungsmöglichkeit aufzeigte. Und somit werte ich es als Abwehrhaltung, die einen mitten im Regen stehen lässt. Aber gut, wer nicht will . . . dann wähle man aber auch das entsprechende Lable und mache nicht auf einen „Du kannst mir alles sagen“. Da liegt ein großes Manko, obwohl die Lable hervorragend erklärt sind.

Mein Anspruch an Antworten ist nicht hoch.

Ist mein Text besprechungswert, was ab und zu nicht einfach ist, da ich einen großen Hang zum Kryptischen habe und das manchmal zu sehr, was das Mitdenken erschweren kann, denn es geht oft genug um viele Ecken mit Verstecken. Ich bin dabei, den Mittelweg zu finden.
Doch wenn, dann wäre eine ganzheitliche Antwort schön. Aber nicht immer ist das aus verschiedenen Gründen möglich. Dass ich gelesen wurde, sehe ich ja an den Profilbildern in der Randspalte, wie auch an den Aufrufzahlen, und DAS ermutigt mich immer wieder, etwas Neues einzustellen.

Widerspruch! Warum nicht?! Zu einer konstruktiven Zusammenarbeit auf Augenhöhe gehört der dazu. Ich glaube, dass ich das schon öfter unter Beweis gestellt habe
das ich Nehmerqualitäten habe.

Vielen Dank, lieber Driekes, dass du nachfragtest, und ich hoffe, dass ich eine zufriedenstellende Antwort geben konnte. Damit möchte ich das Thema schließen. Denn ich glaube die Geduld der Leser über mein Outing wurde genug strapaziert.

Sollte noch irgendeiner Nachfragen haben, dann gibt es die Möglichkeit, diese über „Direktnachrichten“ zu stellen.


MfG
Monolith
 
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