Aktuelles
Gedichte lesen und kostenlos veröffentlichen auf Poeten.de

Poeten.de ist ein kreatives Forum und ein Treffpunkt für alle, die gerne schreiben – ob Gedichte, Geschichten oder andere literarische Werke. Hier kannst du deine Texte mit anderen teilen, Feedback erhalten und dich inspirieren lassen. Um eigene Beiträge zu veröffentlichen und aktiv mitzudiskutieren, ist eine Registrierung erforderlich. Doch auch als Gast kannst du bereits viele Werke entdecken. Tauche ein in die Welt der Poesie und des Schreibens – wir freuen uns auf dich! 🚀

Feedback jeder Art Die Offenbarung – Das etwas andere Outing 3.0

Hier gelten keine Vorgaben mit Ausnahme der allgemeinen Forenregeln.
  • Teddybär
    letzte Antwort
  • 3
    Antworten
  • 66
    Aufrufe
  • Teilnehmer
Vorwort:

Joshua's Thema „Piks“ hat mich an meinen abgelegten und längst vergessenen zweiten Vornamen erinnern lassen und wollte meine Erinnerung als Kommentar schreiben. Da ich aber nicht wusste, ob der Kommentar als Antwortgedicht gewertet werden würde, schreibe ich den nun als separaten Text. Hinzugekommen ist Driekes aktuelles Thema „Verein zur gegenseitigen Absicherung gegen Bedeutungslosigkeit“ welcher mich nun veranlasst aus der „Deckung“ zu kommen.




Die Offenbarung – Das etwas andere Outing 3.0

Als Ella wurde ich geboren in einem gartennahen Bett von dort aus sah man klar und deutlich das florale Begrüßungsnicken zu meiner Geburt
von den Farnen, den Buschwindrosen, gar der edlen Rosenstauden auch.
Doch die Asterstaude, die hochgewachsen und versteckt ganz hinten stand, drang plötzlich, Beifall klatschend, in den Vordergrund, bei meinem ersten Schrei, und mahnte an, mir ihren Namen als den zweiten zu geben. So kam es auch. – Nomen est Omen – nein, das wollte ich nie! Hart gebeutelt war mein Werdegang mit dem zweiten Namen bisher. Ich eckte an, nicht nur hier und da. Aus Angst ging man mir aus dem Weg, und das nicht nur hier und da. Es wurde mir zu viel, dem Namen gerecht zu werden, der mir nichts als Schwierigkeiten bescherte.
Niemand verstand meine astreinen Kritiken, die ich als 164 cm große Kritikaster mein Eigen nannte.
Man grenzte mich aus ← unverständlicherweise. Mein Seelenheil wurde mir immer wichtiger und ich fing an zu schweigen und legte den beschissenen Zweitnamen ab. So wurde aus der Ella Kritikaster, die nur selten kritisierende Ella/Monolith.

© Monolith

 
Hi nur selten kritisierende Monolith/Ella!

Eine schöne und lustig/tragische Geschichte über das Leben und Lebenserfahrungen die nicht immer nach Rosen duften.
Die Aster ist doch eine schöne Blume oder? Und ein schöner Name dazu.
Symbolisch habe ich jetzt die Bedeutung der Aster nicht in Kopf. Aber vielleicht hilfst du mir da etwas auf die Sprünge...

Das alte Kritik-Thema...
Ich halte es so als Beispiel: Sandwich!
Mit netten Worten beginnen die das positive im Text hervorheben, dann die Stellen wo es nach meiner Ansicht etwas zu bemängelt gibt und zum Schluss ein positiver Gesamteindruck. Fertig.
Harsche Kritik gibt es von mir mit gemeinem Stich nur wenn jemand mal total ins Klo gegriffen hat mit einem Text. Was zum Glück nicht so häufig vorkommt.
Es kommt aber auch vor dass ich einfach nur schreibe das mir ein Text gefällt, MIT Begründung warum! Wichtig!
Das wäre schonmal die Grundausstattung für vorzeigbare Kritiken.

Wie siehst du deinen Text? Und welche Metaphern habe ich übersehen liebe Ella?

LG JC
 
Liebe @Monolith

ich musste beim Lesen mehrmals schmunzeln – und dann blieb mir das Schmunzeln im Hals stecken,
weil du unter der Pointe etwas sehr Wahres liegen hast: Wie schnell ein Name zur Rolle wird, und wie
gnadenlos Gruppen reagieren, wenn jemand „zu klar“, „zu kantig“, „zu astrein“ kritisiert.

Der Anfang ist großartig verspielt: dieses gartennah geborene Florarium, das Begrüßungsnicken der Pflanzen –
und dann die Asterstaude, die sich nach vorne drängt und Beifall klatscht. Da ist sofort Bühne.
Dann setzt du die zweite Bühne dagegen: die soziale. Plötzlich ist „Kritikaster“ nicht mehr Witz,
sondern Stempel, Erwartung, Abwehr.

Und ja: Kenn ich aus eigener Erfahrung. Sobald man zu klar wird, kippt es oft –
Inhalt raus, Etikett rein. Dann diskutiert man nicht mehr die Kritik, sondern den Kritiker.

Dass du das als „Outing“ formulierst, finde ich klug: Es geht ja nicht darum, ob du Kritik hast,
sondern darum, was sie mit dir macht – und was sie mit anderen macht.
Das Schweigen am Ende wirkt wie Selbstschutz, nicht wie Kapitulation.
Und „nur selten kritisierende Ella/Monolith“ ist für mich kein Harmloswerden, sondern eine Entscheidung:
nicht jedem Reflex folgen, nicht jede Deutung bedienen.

Wenn ich etwas mitnehme: Bedeutungslosigkeit ist nicht das Problem.
Das Problem ist, wenn man sich nur Bedeutung verschafft, indem man andere klein macht –
oder indem man sich selbst in eine Rolle presst.

Dein Text kommt aus der Deckung, ja. Aber ohne Pose. Eher:
mit einem Namen in der Hand und einer Grenze im Rücken.

LG, Driekes
 
Hallo @Monolith

Dieser Text ist ein typisches Beispiel, dass manche Menschen mit ihrem Namen bzw zweiten oder dritten Vornamen ein Problem haben. Wobei in deinem Fall der blumige zweite Vorname eigentlich recht hübsch klingt.
Eine Bekannte von uns heißt im Vornamen Helga, zu dem sie überhaupt nicht steht. Man muss sie Elli nennen, ist halt so. Mich persönlich würde auch ein Name wie Herbert Maria Joseph K. nicht stören. Im Gegenteil, ich hätte mich Joseph (englisch ausgesprochen) genannt.
So bleibt dein Namens-Outing wohl eine sehr persönliche Angelegenheit. Der Charakter wäre der gleiche und ein kritischer, spitzzüngiger Mensch zu sein ist ja nichts Schlechtes.

LG Teddybär 🐻
 
  • Teddybär
    letzte Antwort
  • 3
    Antworten
  • 66
    Aufrufe
  • Teilnehmer
Zurück
Oben