WO ETWAS DICH HÄLT
von Sam de Wenah
Am Anfang ist es kein Sturz,
sondern ein leises Vergessen,
als hätte der Boden beschlossen,
dich aus seiner Erinnerung zu streichen,
und die Welt zieht sich enger um deine Lungen
wie eine Hand, die nicht mehr loslässt.
Du gehst noch,
aber jeder Schritt löst dich weiter aus dir selbst,
nicht alles geht verloren,
sondern genau das,
worauf dein Leben einmal fest gestanden hat.
Dein Kopf wird zu einem offenen Raum,
in dem Schatten denken
und Gedanken langsam in dich hineintropfen,
schwer, unausweichlich,
immer dorthin, wo du am wenigsten geworden bist.
Dein Herz schlägt nicht mehr –
es prallt nur noch gegen dich zurück,
wie etwas Lebendiges,
das in dir keinen Platz mehr findet.
Und irgendwann hörst du auf zu kämpfen,
nicht weil Frieden kommt,
sondern weil selbst dein Widerstand
dich nicht mehr erkennt.
Unter dir ist kein Abgrund.
Etwas Tieferes.
Ein Raum ohne Richtung, ohne Zeit,
in dem Stunden zu schwarzem Wasser zerfallen
und du davon trinkst,
weil nichts anderes mehr bleibt.
In dir wächst etwas Stilles, Geduldiges,
ohne Gesicht,
aber mit Zähnen,
das dich nicht zerreißt,
sondern dich aus dir selbst herausschält.
Schicht für Schicht –
bis nur noch eine Form übrig bleibt,
die sich erinnert,
dass sie einmal mehr war als das hier.
Dann verschwindet selbst die Verzweiflung.
Keine Bitte bleibt.
Nur eine Stille,
die sich in dich legt
wie etwas Kaltes, das dich kennt.
Und genau dort,
wo selbst die Leere dich fallen lässt,
geschieht etwas,
das nicht mehr zu dir gehört.
Kein Licht.
Etwas Fremderes als dein Dunkel –
und doch nicht gegen dich.
Neben dir.
Etwas ist da,
das nicht kommt,
weil es nie außerhalb von dir war,
und das nichts berührt
und doch alles in dir ordnet,
als hätte es jede deiner Bruchstellen
lange vor dir gesehen.
Dein Herz hört auf zu kämpfen,
nicht aus Erschöpfung,
sondern weil es getragen wird –
ohne Hände, ohne Gewicht, ohne Bedingung.
Nichts heilt.
Aber nichts zerbricht dich weiter.
Die Dunkelheit bleibt,
doch sie wird weit,
ruhig, tragend
als hätte selbst die Tiefe beschlossen,
dich nicht mehr loszulassen.
Du fällst nicht mehr.
Du wirst gehalten –
tiefer als jeder Schmerz,
stiller als jede Angst –
an etwas, das keinen Namen braucht
und dennoch nicht reißt.
Du atmest wieder.
Und irgendwo,
jenseits von allem,
was je benannt werden konnte,
ist etwas, das nicht entsteht
und nicht vergeht.
Kein Licht erreicht es.
Kein Blick findet es.
Und doch kennt es dich.
Es umschließt dich nicht.
Es hält dich nicht fest.
Und dennoch
kannst du nicht mehr fallen.
Als hätte die Tiefe selbst beschlossen,
dich zu bewahren.
Und in dir wird es still
auf eine Weise,
die nichts mehr verlangt.
Du verstehst nicht.
Du musst nicht mehr verstehen.
Du bist nicht gerettet.
Du bist längst geborgen
von Sam de Wenah
Am Anfang ist es kein Sturz,
sondern ein leises Vergessen,
als hätte der Boden beschlossen,
dich aus seiner Erinnerung zu streichen,
und die Welt zieht sich enger um deine Lungen
wie eine Hand, die nicht mehr loslässt.
Du gehst noch,
aber jeder Schritt löst dich weiter aus dir selbst,
nicht alles geht verloren,
sondern genau das,
worauf dein Leben einmal fest gestanden hat.
Dein Kopf wird zu einem offenen Raum,
in dem Schatten denken
und Gedanken langsam in dich hineintropfen,
schwer, unausweichlich,
immer dorthin, wo du am wenigsten geworden bist.
Dein Herz schlägt nicht mehr –
es prallt nur noch gegen dich zurück,
wie etwas Lebendiges,
das in dir keinen Platz mehr findet.
Und irgendwann hörst du auf zu kämpfen,
nicht weil Frieden kommt,
sondern weil selbst dein Widerstand
dich nicht mehr erkennt.
Unter dir ist kein Abgrund.
Etwas Tieferes.
Ein Raum ohne Richtung, ohne Zeit,
in dem Stunden zu schwarzem Wasser zerfallen
und du davon trinkst,
weil nichts anderes mehr bleibt.
In dir wächst etwas Stilles, Geduldiges,
ohne Gesicht,
aber mit Zähnen,
das dich nicht zerreißt,
sondern dich aus dir selbst herausschält.
Schicht für Schicht –
bis nur noch eine Form übrig bleibt,
die sich erinnert,
dass sie einmal mehr war als das hier.
Dann verschwindet selbst die Verzweiflung.
Keine Bitte bleibt.
Nur eine Stille,
die sich in dich legt
wie etwas Kaltes, das dich kennt.
Und genau dort,
wo selbst die Leere dich fallen lässt,
geschieht etwas,
das nicht mehr zu dir gehört.
Kein Licht.
Etwas Fremderes als dein Dunkel –
und doch nicht gegen dich.
Neben dir.
Etwas ist da,
das nicht kommt,
weil es nie außerhalb von dir war,
und das nichts berührt
und doch alles in dir ordnet,
als hätte es jede deiner Bruchstellen
lange vor dir gesehen.
Dein Herz hört auf zu kämpfen,
nicht aus Erschöpfung,
sondern weil es getragen wird –
ohne Hände, ohne Gewicht, ohne Bedingung.
Nichts heilt.
Aber nichts zerbricht dich weiter.
Die Dunkelheit bleibt,
doch sie wird weit,
ruhig, tragend
als hätte selbst die Tiefe beschlossen,
dich nicht mehr loszulassen.
Du fällst nicht mehr.
Du wirst gehalten –
tiefer als jeder Schmerz,
stiller als jede Angst –
an etwas, das keinen Namen braucht
und dennoch nicht reißt.
Du atmest wieder.
Und irgendwo,
jenseits von allem,
was je benannt werden konnte,
ist etwas, das nicht entsteht
und nicht vergeht.
Kein Licht erreicht es.
Kein Blick findet es.
Und doch kennt es dich.
Es umschließt dich nicht.
Es hält dich nicht fest.
Und dennoch
kannst du nicht mehr fallen.
Als hätte die Tiefe selbst beschlossen,
dich zu bewahren.
Und in dir wird es still
auf eine Weise,
die nichts mehr verlangt.
Du verstehst nicht.
Du musst nicht mehr verstehen.
Du bist nicht gerettet.
Du bist längst geborgen
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