Zwischen uns lag eine Stille,
namenlos noch,
nicht zum Gebet geronnen,
nicht zur Schuld geworden –
nur ein Atem,
schlafend
in der Brust der Steppe.
Dein Blick ruhte noch im Himmel,
doch der Himmel war nicht mehr grenzenlos.
Zum ersten Mal
trug das Blau
eine Endlichkeit.
Die Liebe, die ich in mir trug,
glich einem erwärmten Stein:
sie brannte.
Ich hatte sie
für Licht gehalten.
Als der Wind verstummte, erkannte ich:
Das Gras neigte sich
zu den vier Richtungen.
Keine Niederwerfung war es –
Gewohnheit nur,
die sich beugt.
Ich flüsterte einen Namen
in mein Innerstes.
Keine Antwort.
In diesem Augenblick
lernte ich,
dass die Stimme
zum Echo wird.
Die Steppe blieb ohne Horizont,
doch nicht mehr, um sie zu durchschreiten –
ein Ort,
den man erduldet.
Und du –
noch warst du nicht gegangen,
doch ich begriff zum ersten Mal:
Auch das Bleiben
kann ein Abschied sein.
Wie eine Last
auf die Schulter der Nacht gelegt,
ging die Zeit nicht weiter;
sie kauerte.
Unsere Schritte fielen
auf dieselbe Erde,
doch die Spuren
erkannten einander nicht.
Selbst der Wind
vergaß,
wem er folgen sollte.
Ich entzündete ein Licht in mir:
Es hatte eine Flamme,
doch keinen Schein.
Es erhellte nichts –
vergrößerte nur
meinen Schatten.
Deinen Namen nannte ich erneut,
diesmal auf den Lippen.
Das Wort wurde schwer,
zu Stein,
es fand keinen Weg
zum Gebet.
Der Himmel schloss sich leise.
Kein Sturm,
kein Zeichen –
nur
ein stilles Verlassen.
Da verstand ich:
Manche Wege
werden nicht begangen –
man verharrt in ihnen.
Manche Lieben
werden nicht gelebt –
in ihnen
bleibt man,
indem man sich mindert.
Die Steppe
trägt keine Blüten mehr,
doch sie ist endlos genug,
mich mir selbst zu entziehen.
Ich rufe deinen Namen nicht mehr,
denn Namen
rufen ins Sein.
Du bist geblieben
durch dein Fehlen.
Die Stille
ist keine Antwort mehr,
sie ist ein Raum geworden,
den ich durchschreite.
An meinen Knien
die Spur einer alten Niederwerfung,
auf meiner Stirn
eine unberührte Stelle –
weder dem Himmel
noch der Erde zugehörig.
Die Zeit
hat mich nicht verlassen;
sie hat
auf mich verzichtet.
Und ich –
zum ersten Mal
hielt ich das Verlorensein
nicht für Erlösung.
Die Steppe schwieg,
der Wind ohne Richtung,
der Himmel ohne Farbe.
Doch in mir,
in jener entblößten Leere,
die bleibt,
wenn alles sich zurückzieht,
lernt der Mensch,
sich selbst zu erkennen.
Nun
komme ich weder zu dir
noch gehe ich von dir fort.
Ich stehe nur,
ein gemindertes Sein,
an meinem Ort...