Abschied von einer Rose
Verwelkt, verdorrt, fast schwarz
die Blütenblätter mit einem Schimmer
blutig roter Lebensfarbe.
Gepflegt hab ich sie, ihr Wasser
zum Weiterleben gegeben.
Doch abgetrennt von ihrem Ursprung,
verlängerte sie ihr blühendes Dasein
nur um wenige Tage.
Ein trauriger Anblick! Wehmütig
und verloren in Gedanken, zupfe ich
Blatt für Blatt von der Blüte ab.
Näher zu ihrem Kern verändern sich
die Farben, wechseln vom dunklen Rot
bis zum leuchtenden Rubin.
Unterschiedlichen Farbnuancen
bergen Erinnerungen an Lebensmomente.
Wäre es anders beim Menschen,
wenn einer nach dem Ableben eines Freundes
beim Lesen seiner Tagebuchblätter
farbenfrohe Wirklichkeiten wieder erstehen lässt?
Die abgezupften Blütenblätter werd ich
in einer Schale aufbewahren wie erstarrte,
aber farbige Augenblicke eines kurzen Daseins.
(„Carolus“ in „poeten.de“ 20.01.2026)
Verwelkt, verdorrt, fast schwarz
die Blütenblätter mit einem Schimmer
blutig roter Lebensfarbe.
Gepflegt hab ich sie, ihr Wasser
zum Weiterleben gegeben.
Doch abgetrennt von ihrem Ursprung,
verlängerte sie ihr blühendes Dasein
nur um wenige Tage.
Ein trauriger Anblick! Wehmütig
und verloren in Gedanken, zupfe ich
Blatt für Blatt von der Blüte ab.
Näher zu ihrem Kern verändern sich
die Farben, wechseln vom dunklen Rot
bis zum leuchtenden Rubin.
Unterschiedlichen Farbnuancen
bergen Erinnerungen an Lebensmomente.
Wäre es anders beim Menschen,
wenn einer nach dem Ableben eines Freundes
beim Lesen seiner Tagebuchblätter
farbenfrohe Wirklichkeiten wieder erstehen lässt?
Die abgezupften Blütenblätter werd ich
in einer Schale aufbewahren wie erstarrte,
aber farbige Augenblicke eines kurzen Daseins.
(„Carolus“ in „poeten.de“ 20.01.2026)
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