Ein Stillleben
auf einem lange vergessenen Parkplatz am äußersten Rand der Stadt
Grauer Asphalt, löchrig
vorn Gerümpel, Hundekotbeutel, Zigarettenkippen
Weiter hinten
Wildwuchs mit Pusteblume
Käfer und anderes Getier
Hier kommt niemand her
Nicht einmal die Jugend
zum kiffen und küssen
Es gibt wahrlich schönere Orte dafür
Der Wagen in
dreckigem beige,
gräulichem weiß
und
mattem braun,
von hohem Gebüsch halb verdeckt
abgestellt und vergessen in einer hinteren Ecke
mit stumpf-blinden Scheiben,
hindurch zu blicken nahezu unmöglich
Die Vorhänge sind wohl zu sehen
Rüschen gerafft, Gilb haftet an ihnen
Sie kleben eng an den Scheiben
Unter dem Wagen mit der Zeit angesammelter Dreck
Es stinkt nach Exkrementen und
geht man dicht heran an den Wagen
nach mehr
Wonach
Darüber nachzudenken bedeutet mehr
Also ist Zeit, anzurufen
Denn der Geruch zwar vage, aber doch eindringlich
Der Atem geht flach, ganz automatisch
Wer möchte das schon einatmen, was da so riecht
Eine Zufallsentdeckung
sie wird bereits bereut
Als die Tür dann endlich geöffnet wird
treten alle Anwesenden
reflexartig
einen großen Schritt zurück
Alle bis auf den einen,
denn der hat die Tür geöffnet
Und
Er kennt sich aus
er war vorbereitet
denn seine Arbeit bringt genau
das
mit sich
Dieser unverkennbare Geruch
„Komm, süßer Tod“
Dann
Ein Stillleben im Wagen
Alles säuberlich aufgeräumt
Nichts liegt herum
Die Kochnische sauber
Das Bett gemacht
Und dort wo sonst
standardmäßig
eine biedere Sitzecke ist,
nur ein einzelner Sessel
groß und einnehmend,
der Tür und den Betrachtenden abgewandt,
zum Panoramafenster hin
(jedoch blind)
ausgerichtet
Staub
Er sitzt dort schon eine Weile
und stellt die einzige Unordnung dar
Sein Geruch hat die Außenwelt aufgeschreckt
Warum keine Fliegen
Es erklärt sich bei näherer Betrachtung
Sämtliche Dichtungen der Fensterrahmen sind mit festem Klebeband abgeklebt
Auch der Türrahmen genau so präpariert
Eine Belüftungsluke ist zwar geöffnet
daher der Gestank
daher die trockene Luft im Wagen
jedoch mit einem sehr feinen Gitter geschützt,
keine noch so winzige Fruchtfliege hat sich da durchzwängen können
So hat er also dort gesessen
Wie lange, wird später genauer festgestellt
In diesem Augenblick
kann man als
Betrachtender der Szenerie
sagen:
Lange genug, um ein Stück weit auszutrocknen
Und als verdorrtes, im Ansatz ledriges Abbild seiner selbst
dort zu verharren,
wo er sich zuletzt niedergelassen hat
Der Wohnwagen steht dort schon mindestens ein Jahr
Wahrscheinlich länger
Es war ein zu trockener Frühling
Ein sehr heißer Sommer
„Jahrhundertsommer“
Kaum Regen
Klimawandel
Feuchtigkeit hätte ihn früher verraten
in seinem Versteck
So jedoch
hat er viel Zeit für sich gehabt
und
So war es wohl gewollt
Wer kommt hier schon her
An den äußersten Rand der Stadt
auf einem lange vergessenen Parkplatz am äußersten Rand der Stadt
Grauer Asphalt, löchrig
vorn Gerümpel, Hundekotbeutel, Zigarettenkippen
Weiter hinten
Wildwuchs mit Pusteblume
Käfer und anderes Getier
Hier kommt niemand her
Nicht einmal die Jugend
zum kiffen und küssen
Es gibt wahrlich schönere Orte dafür
Der Wagen in
dreckigem beige,
gräulichem weiß
und
mattem braun,
von hohem Gebüsch halb verdeckt
abgestellt und vergessen in einer hinteren Ecke
mit stumpf-blinden Scheiben,
hindurch zu blicken nahezu unmöglich
Die Vorhänge sind wohl zu sehen
Rüschen gerafft, Gilb haftet an ihnen
Sie kleben eng an den Scheiben
Unter dem Wagen mit der Zeit angesammelter Dreck
Es stinkt nach Exkrementen und
geht man dicht heran an den Wagen
nach mehr
Wonach
Darüber nachzudenken bedeutet mehr
Also ist Zeit, anzurufen
Denn der Geruch zwar vage, aber doch eindringlich
Der Atem geht flach, ganz automatisch
Wer möchte das schon einatmen, was da so riecht
Eine Zufallsentdeckung
sie wird bereits bereut
Als die Tür dann endlich geöffnet wird
treten alle Anwesenden
reflexartig
einen großen Schritt zurück
Alle bis auf den einen,
denn der hat die Tür geöffnet
Und
Er kennt sich aus
er war vorbereitet
denn seine Arbeit bringt genau
das
mit sich
Dieser unverkennbare Geruch
„Komm, süßer Tod“
Dann
Ein Stillleben im Wagen
Alles säuberlich aufgeräumt
Nichts liegt herum
Die Kochnische sauber
Das Bett gemacht
Und dort wo sonst
standardmäßig
eine biedere Sitzecke ist,
nur ein einzelner Sessel
groß und einnehmend,
der Tür und den Betrachtenden abgewandt,
zum Panoramafenster hin
(jedoch blind)
ausgerichtet
Staub
Er sitzt dort schon eine Weile
und stellt die einzige Unordnung dar
Sein Geruch hat die Außenwelt aufgeschreckt
Warum keine Fliegen
Es erklärt sich bei näherer Betrachtung
Sämtliche Dichtungen der Fensterrahmen sind mit festem Klebeband abgeklebt
Auch der Türrahmen genau so präpariert
Eine Belüftungsluke ist zwar geöffnet
daher der Gestank
daher die trockene Luft im Wagen
jedoch mit einem sehr feinen Gitter geschützt,
keine noch so winzige Fruchtfliege hat sich da durchzwängen können
So hat er also dort gesessen
Wie lange, wird später genauer festgestellt
In diesem Augenblick
kann man als
Betrachtender der Szenerie
sagen:
Lange genug, um ein Stück weit auszutrocknen
Und als verdorrtes, im Ansatz ledriges Abbild seiner selbst
dort zu verharren,
wo er sich zuletzt niedergelassen hat
Der Wohnwagen steht dort schon mindestens ein Jahr
Wahrscheinlich länger
Es war ein zu trockener Frühling
Ein sehr heißer Sommer
„Jahrhundertsommer“
Kaum Regen
Klimawandel
Feuchtigkeit hätte ihn früher verraten
in seinem Versteck
So jedoch
hat er viel Zeit für sich gehabt
und
So war es wohl gewollt
Wer kommt hier schon her
An den äußersten Rand der Stadt
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