Die Hauptfigur dieses Welttheaters ist kein Lügner.
Das wäre zu schlicht.
Ein Lügner kennt wenigstens noch die Wahrheit
und weicht ihr aus.
Er nicht.
Er behandelt Wirklichkeit wie Mobiliar:
verschieben, vergolden, umbenennen.
Was gestern brannte,
war heute nur schlechte Beleuchtung.
Was er selbst entzündet hat,
nennt er morgen Wetter.
Er ist ein kosmischer Geschichtenerzähler
mit zu viel Bühne
und zu wenig Scham.
Morgens schaltet er die Gravitation aus,
mittags lässt er die Zeit rückwärtslaufen,
abends behauptet er,
das sei schon immer
der offizielle Wetterbericht gewesen.
Er erfindet Feinde, Siege, Wunder,
verkauft Niederlagen als Krönungen
und stellt die Rechnung
ans Publikum.
Seit er auf der Bühne steht,
liegt über allem ein bernsteinfarbener Dämmer,
als hätte jemand die Welt
durch ein Glas aus Eitelkeit, Goldlack und Donner geschoben.
Seine Sätze steigen auf
wie Seifenblasen aus einem kaputten Automaten:
kurz glänzend,
hohl,
und beim Platzen
immer noch überzeugt von sich.
Worte verlieren bei ihm nicht ihre Bedeutung.
Sie werden entlassen.
Sie kommen zurück
als Parolen,
als Schatten,
als kleine dressierte Monster,
die Beifall fressen
und Zweifel ausscheiden.
Die Talkshows kreisen
wie schwarze Vögel
über einem Feld aus Gerüchten.
Jeder pickt sich etwas heraus.
Ein Satz.
Ein Zucken.
Ein neues Omen.
Die Wahrheit liegt daneben
und blutet leise
aus dem Mundwinkel.
Die Welt hört zu.
Nicht aus Vertrauen.
Aus Vorsicht.
Wie Tiere hören,
wenn im Wald etwas Großes geht,
das sich selbst für den Wald hält.
Der Ölpreis wird kurz
zu einem glühenden Auge.
Die Börsen husten.
Die Generäle räuspern sich.
Die Kameras stehen bereit.
Und irgendwo
reibt sich die Realität die Stirn
und tritt einen Schritt zurück.
Nicht aus Höflichkeit.
Aus Ekel.
In seiner Regie
gibt es nur eine Richtung.
Abwärts.
Aber mit Goldrand.
Mit Fanfaren.
Mit erhobenem Kinn.
Mit diesem Lächeln,
als hätte Narziss
den Spiegel verklagt.
Und das Ende?
Es kommt nicht.
Es sammelt sich.
Nicht als Urteil.
Als Rechnung.
Ein Gewitter,
das nicht bricht,
weil es noch Namen notiert.
Ein Orakel,
das längst aufgehört hat zu rätseln.
Und diesmal
zahlt nicht nur der Clown.
Das wäre zu schlicht.
Ein Lügner kennt wenigstens noch die Wahrheit
und weicht ihr aus.
Er nicht.
Er behandelt Wirklichkeit wie Mobiliar:
verschieben, vergolden, umbenennen.
Was gestern brannte,
war heute nur schlechte Beleuchtung.
Was er selbst entzündet hat,
nennt er morgen Wetter.
Er ist ein kosmischer Geschichtenerzähler
mit zu viel Bühne
und zu wenig Scham.
Morgens schaltet er die Gravitation aus,
mittags lässt er die Zeit rückwärtslaufen,
abends behauptet er,
das sei schon immer
der offizielle Wetterbericht gewesen.
Er erfindet Feinde, Siege, Wunder,
verkauft Niederlagen als Krönungen
und stellt die Rechnung
ans Publikum.
Seit er auf der Bühne steht,
liegt über allem ein bernsteinfarbener Dämmer,
als hätte jemand die Welt
durch ein Glas aus Eitelkeit, Goldlack und Donner geschoben.
Seine Sätze steigen auf
wie Seifenblasen aus einem kaputten Automaten:
kurz glänzend,
hohl,
und beim Platzen
immer noch überzeugt von sich.
Worte verlieren bei ihm nicht ihre Bedeutung.
Sie werden entlassen.
Sie kommen zurück
als Parolen,
als Schatten,
als kleine dressierte Monster,
die Beifall fressen
und Zweifel ausscheiden.
Die Talkshows kreisen
wie schwarze Vögel
über einem Feld aus Gerüchten.
Jeder pickt sich etwas heraus.
Ein Satz.
Ein Zucken.
Ein neues Omen.
Die Wahrheit liegt daneben
und blutet leise
aus dem Mundwinkel.
Die Welt hört zu.
Nicht aus Vertrauen.
Aus Vorsicht.
Wie Tiere hören,
wenn im Wald etwas Großes geht,
das sich selbst für den Wald hält.
Der Ölpreis wird kurz
zu einem glühenden Auge.
Die Börsen husten.
Die Generäle räuspern sich.
Die Kameras stehen bereit.
Und irgendwo
reibt sich die Realität die Stirn
und tritt einen Schritt zurück.
Nicht aus Höflichkeit.
Aus Ekel.
In seiner Regie
gibt es nur eine Richtung.
Abwärts.
Aber mit Goldrand.
Mit Fanfaren.
Mit erhobenem Kinn.
Mit diesem Lächeln,
als hätte Narziss
den Spiegel verklagt.
Und das Ende?
Es kommt nicht.
Es sammelt sich.
Nicht als Urteil.
Als Rechnung.
Ein Gewitter,
das nicht bricht,
weil es noch Namen notiert.
Ein Orakel,
das längst aufgehört hat zu rätseln.
Und diesmal
zahlt nicht nur der Clown.