Ein kleines Formexperiment:
ein Motiv in drei Fassungen — Tanka, Prosa und Notatlyrik.
Eine Blüte im Wind, dreimal anders gesehen.
I. Tanka
früher Morgenwind
Blüten auf kaltem Grabstein
nur ein Atemzug
auf einem alten Namen
dann weiter hinauf ins Licht
II. Prosatext
Der frühe Wind streicht über die Bäume am Rand des Friedhofs.
Er hebt einzelne Blüten an, fast beiläufig.
Manche lösen sich sofort, andere erst nach kurzem Zögern.
Dann treiben sie über Wege und Steine.
Zwischen den Gräbern liegt eine Stille, die nicht drückt.
Eine Blüte bleibt auf einem verwitterten Namen liegen.
Nur einen Augenblick. Kurz genug, um übersehen zu werden.
Lang genug, um etwas zu halten.
Dann nimmt der Wind sie wieder auf. Kein Ruck, kein Zeichen.
Nur ein Hauch. Sie steigt ins Licht zwischen den Zweigen und ist fort.
So bewegt sich hier alles: nicht entschieden, nur weitergetragen.
III. Notatlyrik
Friedhofsrand.
Früher Wind.
Bäume.
Noch ohne Stimme.
Blüten:
gelöst.
Über Wegen.
Über Steinen.
Ein Drehen,
kaum sichtbar.
Eine Blüte
auf kaltem Grabstein.
Ein Name:
verwittert.
Nicht vergessen.
Nur leiser.
Ein Atemzug.
Mehr nicht.
Dann hebt sie sich.
Kein Zeichen.
Kein Wille.
Licht
zwischen den Zweigen.
Der Wind
nimmt nichts.
Er trägt nur weiter.
Stille:
nicht schwer.
offen.
Ein Weiter,
das niemand entscheidet.
ein Motiv in drei Fassungen — Tanka, Prosa und Notatlyrik.
Eine Blüte im Wind, dreimal anders gesehen.
I. Tanka
früher Morgenwind
Blüten auf kaltem Grabstein
nur ein Atemzug
auf einem alten Namen
dann weiter hinauf ins Licht
II. Prosatext
Der frühe Wind streicht über die Bäume am Rand des Friedhofs.
Er hebt einzelne Blüten an, fast beiläufig.
Manche lösen sich sofort, andere erst nach kurzem Zögern.
Dann treiben sie über Wege und Steine.
Zwischen den Gräbern liegt eine Stille, die nicht drückt.
Eine Blüte bleibt auf einem verwitterten Namen liegen.
Nur einen Augenblick. Kurz genug, um übersehen zu werden.
Lang genug, um etwas zu halten.
Dann nimmt der Wind sie wieder auf. Kein Ruck, kein Zeichen.
Nur ein Hauch. Sie steigt ins Licht zwischen den Zweigen und ist fort.
So bewegt sich hier alles: nicht entschieden, nur weitergetragen.
III. Notatlyrik
Friedhofsrand.
Früher Wind.
Bäume.
Noch ohne Stimme.
Blüten:
gelöst.
Über Wegen.
Über Steinen.
Ein Drehen,
kaum sichtbar.
Eine Blüte
auf kaltem Grabstein.
Ein Name:
verwittert.
Nicht vergessen.
Nur leiser.
Ein Atemzug.
Mehr nicht.
Dann hebt sie sich.
Kein Zeichen.
Kein Wille.
Licht
zwischen den Zweigen.
Der Wind
nimmt nichts.
Er trägt nur weiter.
Stille:
nicht schwer.
offen.
Ein Weiter,
das niemand entscheidet.
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