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Feedback jeder Art Botschaft an den Regen

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  • Driekes
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Ein Regen, der Spuren auswäscht:
Er fällt durch Nacht und Straßenlicht, auf Glas und Stein –
bis zu einem Du, das den Ton erkennt.



Regen, kalter Gast der Nacht,
der an den Fensterrahmen klopft,
fall über Dächer, in die Gasse,
trag meine Stimme still zu ihr.

Du kennst den Weg die Mauern entlang,
rinnst im Laternenlicht am Bordstein,
spülst Spuren vom Asphalt weg
und nimmst den Tagesstaub mit.

Wo du als dünner Schleier fällst,
riecht Erde nach nassem Holz;
die Bäume senken ihre Kronen,
als flüsterten sie dir etwas zu.

Dort, wo sie wohnt, die leise hört,
benetz ihr Fensterglas,
zieh Tropfenlinien, schmale Schrift,
die sie am Morgen noch entdeckt.

Wenn sie hinaus ins Grau hinblickt
und sich am Tag die Hände stößt,
dann fall ihr auf Haut und Haare,
wie eine Hand, die nichts fordert.

Und wenn sie fragt, wer zu ihr spricht,
zwischen den Dächern, ohne Namen,
dann nimm dies Lied mit dir
und leg es in ihren Tag:

Von Berührung.
Von Tropfen.
Vom Lauschen im Regen.
 
Lieber Driekes,

dein in freien Versen verfasstes Gedicht gehört zur modernen Lyrik. Es weist symbolistische Züge auf, da der Regen als Träger von Bedeutung und Botschaft fungiert.
Durch konsequente Personifikation wird der Regen zum handelnden und fühlenden Wesen. Die Sprache ist bildhaft und sinnlich, mit vielen Natur- und Wahrnehmungsbildern.
Sehr gern gelesen.

Liebe Grüße
Fehyla
 
Moin Joshua,
danke dir – „Komposition mit Tropfen“ gefällt mir sehr.
Genau so habe ich den Regen hier gedacht: nicht als Kulisse,
sondern als etwas, das auf der Haut mitschreibt.

Moin Teddybär,
Chopin passt erstaunlich gut –
dieses stetige Tropfen, das mehr erzählt, als es laut sagt.
Schön, dass dich gerade diese beiden Zeilen erreicht haben;
dort liegt für mich das leise Zentrum des Gedichts.

Moin Fehyla,
danke für deine genaue Einordnung und deine saubere
Beobachtung der Personifikation.

Eine kleine Präzisierung zur Form:
Der Text ist ungereimt und modern in der Bildsprache,
aber nicht „frei“ im Sinn von metrisch ungebunden –
er läuft durchgehend im Vierheber
und endet bewusst mit kurzen Kehrversen.
Das ist meine Annäherung an die singhalesische Sandesha-Form.

LG @ all Driekes
 
  • Driekes
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