DAS GEWICHT DER TAGEvon Sam de Wenah
Die Wohnung klingt anders.
Als hätte jemand
die Stille neu eingerichtet.
Man spricht manchmal noch laut.
Nur um festzustellen,
dass niemand mehr antwortet.
Die Dinge stehen noch da.
Tasse. Mantel.
Ein Stuhl am Tisch,
der zu viel Platz hat.
Man lernt,
durch Tage zu gehen,
die einen nicht mehr erwarten.
Dann irgendwann,
zwischen zwei gewöhnlichen Minuten,
merkt man etwas Seltsames:
Der Schmerz ist noch da.
Aber er drückt einen
nicht mehr zu Boden.
Und man begreift leise:
Man verliert Menschen.
Aber nicht alles,
was sie in uns gebaut haben.