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Feedback jeder Art Das gläserne Exil

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Das gläserne Exil
Wir krönen uns mit Licht, das wir nicht schufen, und thronen auf Podesten aus Staub. Wer sind wir, dass wir glauben, das Beben in der Brust des Anderen zu verstehen? Wir, die wir im Mahlwerk der Sterne nur ein flackernder Docht sind, eine Lüge, die sich selbst beim Brennen zusieht. Wir rühmen uns der Sicht, doch unsere Augen suchen nur die Beute; wir erobern Erden, während unter unseren Tritten das Schweigen der Trümmer wächst.
Wenn der Schatten unserer Taten uns erreicht, werden wir klein. Wir flüchten in die Festungen der Feigheit, zeigen mit Fingern, die in Unschuld gewaschen sind, auf das Fremde, das Andere, das Ferne. Es ist ein Rausch des Vergessens, eine Wut, die wie galliger Wein in der Kehle brennt.
Denn blick in den Spiegel: Wer bricht den Stab über seinem eigenen Glück? Wer ließe den Stahl der Motoren ruhen, wer würfe das Leuchten der schwarzen Spiegel in den Schlamm? Wir hängen an den Infusionen aus Plastik und Strom, betäubt vom Überfluss der Regale, während die Welt vor den Türen unserer Supermärkte verhungert.
Wir tauschen das warme Wort gegen das kalte Wasser, das echte Gesicht gegen das Pixelmeer. Die Wahrheit ist eine offene Wunde: Unsere Gier nach Bequemlichkeit hat das Herz der Moral gefressen. Wir sind die Architekten unseres Kerkers, Gefangene eines Fortschritts, der uns nicht rettet, sondern leise und glitzernd in den Abgrund führt.
 

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