Gepriesen sei das Land der Friesen
mit seinen saftig grünen Wiesen,
den Kühen, schwärzlich bunt gescheckt
und Häusern, schön mit Reet gedeckt.
Die Herrin eines solchen Gutes
war lange Zeit geknickten Mutes.
Ihr Herz, es klopfte wie ein Specht
für ihren jungen Rinderknecht.
Allein im Chambre Séparée
zog sie allnächtlich Resümee:
"Er spült den Stall mit frischem Nass
wie Herkules bei Augias,
die Gabel kann er zackig schwingen
und süß wie Orpheus dazu singen.
Doch bin ich Herrin, er ist Knecht.
O Schicksalsmacht, mit welchem Recht?"
Der Knecht, der im Komposte wühlte
und heimlich gleiche Neigung fühlte,
kam nicht umhin, bei Licht besehen
sich ohne Hoffnung zu gestehen:
"Wie soll ich Sohn von tumben Bären
mich meiner Herrin bloß erklären?
Egal, ob trunken oder nüchtern,
für diesen Schritt bin ich zu schüchtern."
Schon bald stand vor dem Reetdachhaus
der Festtag von Sankt Nikolaus.
Da sprach die Gutsbesitzerin
zum Knecht mit mildem Hintersinn:
"Vor allen friesischen Kaminen
platziert man heute Holzpantinen.
Mach doch dasselbe mit den deinen!"
Das wollte ihm zwar kindlich scheinen,
doch dachte er bei sich geduldig:
"Ich bin ihr den Gehorsam schuldig.
Zum Schaden wird es nicht gereichen"
Drauf sah man ihn zu Bette schleichen.
Um seine Herrin zu begrüßen,
spazierte er mit bloßen Füßen
und Kribbeln in der Magengrube
am nächsten Morgen in die Stube.
Die erste Kuh begann zu muhen,
da stand vor ihm in seinen Schuhen
die Dame, sprach: "Mein treuer Enk!
Sieh hier dein Nikolausgeschenk!"
So ist der Herr der Kuhstallfliegen
zum edlen Gutsherrn aufgestiegen.
Die Liebe leiht uns gern die Krücken,
um jede Kluft zu überbrücken ...
mit seinen saftig grünen Wiesen,
den Kühen, schwärzlich bunt gescheckt
und Häusern, schön mit Reet gedeckt.
Die Herrin eines solchen Gutes
war lange Zeit geknickten Mutes.
Ihr Herz, es klopfte wie ein Specht
für ihren jungen Rinderknecht.
Allein im Chambre Séparée
zog sie allnächtlich Resümee:
"Er spült den Stall mit frischem Nass
wie Herkules bei Augias,
die Gabel kann er zackig schwingen
und süß wie Orpheus dazu singen.
Doch bin ich Herrin, er ist Knecht.
O Schicksalsmacht, mit welchem Recht?"
Der Knecht, der im Komposte wühlte
und heimlich gleiche Neigung fühlte,
kam nicht umhin, bei Licht besehen
sich ohne Hoffnung zu gestehen:
"Wie soll ich Sohn von tumben Bären
mich meiner Herrin bloß erklären?
Egal, ob trunken oder nüchtern,
für diesen Schritt bin ich zu schüchtern."
Schon bald stand vor dem Reetdachhaus
der Festtag von Sankt Nikolaus.
Da sprach die Gutsbesitzerin
zum Knecht mit mildem Hintersinn:
"Vor allen friesischen Kaminen
platziert man heute Holzpantinen.
Mach doch dasselbe mit den deinen!"
Das wollte ihm zwar kindlich scheinen,
doch dachte er bei sich geduldig:
"Ich bin ihr den Gehorsam schuldig.
Zum Schaden wird es nicht gereichen"
Drauf sah man ihn zu Bette schleichen.
Um seine Herrin zu begrüßen,
spazierte er mit bloßen Füßen
und Kribbeln in der Magengrube
am nächsten Morgen in die Stube.
Die erste Kuh begann zu muhen,
da stand vor ihm in seinen Schuhen
die Dame, sprach: "Mein treuer Enk!
Sieh hier dein Nikolausgeschenk!"
So ist der Herr der Kuhstallfliegen
zum edlen Gutsherrn aufgestiegen.
Die Liebe leiht uns gern die Krücken,
um jede Kluft zu überbrücken ...