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Feedback jeder Art Das Ramari-Experiment

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Hätte ein Genie heute eine Chance?

Nur so ein Gedanke*

Ein neues Mitglied meldet sich an. Ein Unbekannter namens Rainer Maria Rilke, alias „Ramari“. Er postet als Einstand sein Werk „Der Panther“ hier in der Rubrik für Lyrik.

Was glaubt ihr: Wieviele Likes würde er von uns „Hobby-Lektoren“ wohl bekommen?

• Über 20? (Der sofortige Durchbruch)

• Um die 10? (Solide Beachtung unter Foren-Freunden)

• Unter 5? (Im Grundrauschen untergegangen)

Oder vielleicht gar kein Like, dafür Kommentare wie:

„Die Wiederholung von 'Stäbe' in der ersten Strophe wirkt etwas redundant.

„Das Metrum ist mir zu streng, das nimmt dem Ganzen die Natürlichkeit.

„Ein bisschen sehr pathetisch am Ende, oder?“



* Keine Kritik, nur ein Spiel mit der Wahrnehmung!

© Guenk 2026
 
Hallo lieber Guenk,
ich finde die Welt außerhalb dieses Forums oftmals frech, übergriffig und unverschämt. Unser kleines Poetenforum hingegen ist für mich ein Ort der gegenseitigen Wertschätzung, des Respekts und der Anerkennung. So überhebliche Kommentare sind mir bislang noch nie hier begegnet. Wenngleich wir vielleicht nicht jedes Genie sofort erkennen, glaube ich schon, dass wir "Ramari" ( den ich übrigens auch sehr verehre ) die Wertschätzung entgegenbringen würden, die er verdient.
Gottseidank sind in unser Forum noch nicht all ' die Unarten eingezogen, die man aus dem Bereich :Social Media" kennt. Dann würde ich auch umgehend ausziehen.
LG
Chandrika
 
Hallo @Chandrika W.

danke für dein Feedback! Da hast du mich missverstanden: Mein Text war kein Angriff auf unser Forum, sondern ein rein psychologisches Gedankenspiel.

Es ging mir um die Frage, wie sehr der ‚große Name‘ eines Autors unsere eigene Wahrnehmung beeinflusst – ich nehme mich da selbst gar nicht aus. Ich schätze den respektvollen Umgang hier ebenso wie du und möchte lediglich zum Nachdenken über den ‚inneren Kritiker‘ anregen, den wir alle besitzen!

LG Guenk
 
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Hallo @Rudolf Fritz-Roessle

Das ‚Wer weiß‘ bezüglich seines heutigen Schreibstils ist ein interessanter Gedanke, aber eigentlich weicht es der Kernfrage aus.

Mir ging es nicht um hypothetische Umstände, sondern um unsere reale Wahrnehmung: Wenn genau dieser Text – Wort für Wort – hier anonym auftauchen würde, hätten wir dann den Mut, die Genialität darin zu sehen? Oder würden wir das Werk eher rationalisieren und ‚Fehler‘ suchen, weil der Respekt-Bonus des großen Namens fehlt?

Das Ausweichen in Spekulationen über seinen Stil (Verhalten u.ä.) zeigt eigentlich nur, wie schwer es uns fällt, Kunst völlig unvoreingenommen und ohne das ‚Sicherheitsnetz‘ eines Klassiker-Status zu bewerten.

LG Guenk
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Guenk,
du hast recht in dem Punkt, dass der Klassiker-Status schon irgendwie ein Sicherheitsgeländer ist. Wer allerdings Kunst nur mit diesem Sicherheitsgeländer betrachtet, sucht eigentlich nur Bestätigung. Eine echte Begegnung mit dem Kunstwerk- sei es ein Bild oder ein literarisches Werk- ist so nicht möglich.
Mir ist es egal, ob ein Kunstwerk den Klassiker-Status besitzt oder nicht. Mir gefallen Kunstwerke, die -frei nach Adorno - Rätsel sind, die gelöst werden wollen- und die sich doch widersetzen. Leider war es mir noch nicht vergönnt, ein solches Kunstwerk zu schaffen, aber bekanntlich ist ja der Weg das Ziel.
Habe gern mit dir nachgedacht!
Einen schönen Abend
Chandrika
 
Heihei zusammen!

Also, ehrlich gesagt: Genialer Panther hin oder her, ich gäbe ihm nur ein Like, wenn er sich auch sonst halbwegs ordentlich benehmen würde, ab und zu selbst Likes verteilte und einen angenehmen Umgangston hätte.
Sonst gäb's von mir null bis gar nix.

Ich trenne also nicht Werk und Autor. Niemals käme mir z.B. die Idee, Wagner zu hören, wenn ich weiß, was für ein Idiot (und Vor-Nazi) das war. Oder Mozart ... nix da!

Dafür kriegen von mir viele andere gerne ein Like, wenn sie freundlich und nett sind, auch bei sehr unvollkommenen Stücken.

Rilke: Ja okay, mal sehn, was er so macht im Forum.

Cheers!
Uwe

P.S.
Hm, naja, ganz konsequent bin ich nicht, muss ich zugeben. Edvard Grieg war auch nicht besonders nett, aber seine Musik höre ich gerne. Ausnahme.
 
Guten Abend allerseits…

Eigentlich vermisse ich zu diesem Gedankenexperiment noch die Stimmen der Rilke-Expert*innen unter uns... (Bitte melden!) Wie seht ihr die Dynamik zwischen ‚großem Namen‘ und neutraler Textkritik?

Und vor allem zum Grundgedanken: Was wäre, wenn heute ein völlig unbekannter Autor dieses Werk (den ‚Panther‘) einreichen würde? Hätten wir die Unvoreingenommenheit, die Qualität ohne das Sicherheitsnetz des Namens zu erkennen?

Oder gilt einfach das Gesetz einer Online-Community: „Read for read“…?
(Liest du mich, les‘ ich dich)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Guenk, erst einmal meinen Respekt für Deinen Mut. Und ja, ich denke, der bekannte Name spielt eine Rolle, ob man Beachtung findet und Gehör. Welcher Kritiker schaut sich schon die Verse eines noch Unbekannten sorgfältig an? Fraglich ist auch, inweiweit hätte ich die Kompetenz, ein Meisterwerk als solches zu erkennen? Wenn ein Gedicht mich anspricht, like ich und wenn ich dazu etwas zu sagen habe, schreibe ich einen Kommentar.

Auch wenn heute viele das Gedicht von Rilke gut finden, inwieweit hat er erreicht und verändert, was er damit ausdrücken bzw. kritisieren wollte?

Mich hast Du mit Deinen Zeilen hier zu meinem heutigen Gedicht "Der erste Schritt" inspiriert. Danke dafür.

Liebe Grüße Juls
 
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