Salomo gibt gern Audienzen,
gilt als Weiser ohne Grenzen.
Jeder darf ihn konsultieren
und ein Wort an ihn verlieren.
Eines Tags im Morgengrauen
eilen vor den Thron zwei Frauen,
die halb rennen und halb wanken
und sich laut und garstig zanken.
Eine trägt, eng angeschmiegt
und vom Schlummer sanft besiegt,
einen windelweichen Knaben,
schönste aller Himmelsgaben.
Auch die andre bringt geschwind
ein in Tuch gehülltes Kind,
welches, während sie noch taumelt,
leblos ihr am Arme baumelt.
Wer ist hier nun wessen Sohn?
Dieses steht zur Diskussion.
Wut und Trauer, heiß vermischt,
werden dampfend aufgetischt.
Zarte Bande sind zertrümmert.
Beide streiten, unbekümmert,
ob ihr teuflisches Geschrei
des Zitierens würdig sei.
Nur der Richter lauscht gelassen,
um sein Urteil kurz zu fassen:
"Unterscheiden kann ich nicht,
wer von euch die Wahrheit spricht.
Von dem unversehrten Knaben
sollt ihr je die Hälfte haben,
säuberlich geteilt vom Schwert,
jede just das gleiche wert."
Nummer eins will triumphieren
und dem Richter applaudieren.
Nummer zwei sinkt auf die Knie:
"König, halte ein und sieh!"
Schone dieses zarte Leben!
Der Rivalin sei gegeben,
was sie mir zu rauben trachtet,
doch mein Kind sei nicht geschlachtet!"
Da spricht Salomo verschmitzt,
als bereits die Klinge blitzt:
"Dieser Schmerz ist wahrlich echt!
Ihr gebührt das Sorgerecht."
Und das Fazit des Gerichts?
Klar wie Sonnenflammen: Nichts
schneidet (dieser Fall beweist es)
schärfer als das Schwert des Geistes.
(Schubladenfund)
gilt als Weiser ohne Grenzen.
Jeder darf ihn konsultieren
und ein Wort an ihn verlieren.
Eines Tags im Morgengrauen
eilen vor den Thron zwei Frauen,
die halb rennen und halb wanken
und sich laut und garstig zanken.
Eine trägt, eng angeschmiegt
und vom Schlummer sanft besiegt,
einen windelweichen Knaben,
schönste aller Himmelsgaben.
Auch die andre bringt geschwind
ein in Tuch gehülltes Kind,
welches, während sie noch taumelt,
leblos ihr am Arme baumelt.
Wer ist hier nun wessen Sohn?
Dieses steht zur Diskussion.
Wut und Trauer, heiß vermischt,
werden dampfend aufgetischt.
Zarte Bande sind zertrümmert.
Beide streiten, unbekümmert,
ob ihr teuflisches Geschrei
des Zitierens würdig sei.
Nur der Richter lauscht gelassen,
um sein Urteil kurz zu fassen:
"Unterscheiden kann ich nicht,
wer von euch die Wahrheit spricht.
Von dem unversehrten Knaben
sollt ihr je die Hälfte haben,
säuberlich geteilt vom Schwert,
jede just das gleiche wert."
Nummer eins will triumphieren
und dem Richter applaudieren.
Nummer zwei sinkt auf die Knie:
"König, halte ein und sieh!"
Schone dieses zarte Leben!
Der Rivalin sei gegeben,
was sie mir zu rauben trachtet,
doch mein Kind sei nicht geschlachtet!"
Da spricht Salomo verschmitzt,
als bereits die Klinge blitzt:
"Dieser Schmerz ist wahrlich echt!
Ihr gebührt das Sorgerecht."
Und das Fazit des Gerichts?
Klar wie Sonnenflammen: Nichts
schneidet (dieser Fall beweist es)
schärfer als das Schwert des Geistes.
(Schubladenfund)