Der Tag hebt an wie eine schwere Hand,
die langsam sich vom Dunkel löst und steigt —
als hätte etwas Schlafendes erkannt,
dass es schon Zeit ist, und sich zögernd zeigt.
Das Licht fällt nicht. Es tastet. Sucht den Stein,
den Fenstersims, das Haar der Schlafenden.
Es will nicht stören — will nur leise sein,
ein Gast, der flüstert: du bist nicht allein.
O Morgen, der du nichts versprichst als dich,
der du so wortlos in die Dinge gehst —
wie ein Gebet, das einer
spricht für alle und für sich,
und dessen Anfang du doch niemals wahrhaftig verstehst
Noch hält die Stille ihre Form. Noch schweigt
das Herz, bevor es wieder sprechen muss.
Dies ist die Stunde, die verweilt—
Der erste Licht gewordene Kuss.
Die Vögel wissen es zuerst. Ihr Lied ist kein Gesang —
es ist ein Übergang,
ein Zeichen, das die Nacht verschied
ganz auslöst aus ihrem dunkelblauen Klang.
So geht die Welt in sich. So kehrt sie ein
in das Bewusstsein ihrer eigenen Last.
Und wer noch schläft, der schläft nicht mehr allein —
er schläft in allem, was die Frühe fasst.
Was war, sinkt ein — ins Dunkel unter uns,
ins Namenlose, das die Tiefe hält.
Der Morgen ist nur durch der Nächte Gunst —
und um das Ganze schweigt die Welt.
Wir steigen auf aus dem, was uns erschuf,
und wissen nicht, wohin das Steigen führt.
Der Tag ist unsrer Sehnsucht leiser Ruf —
ein Atemzug, der nichts und alles
gleichzeitig berührt.
Die Dinge kennen uns. Sie warten lang.
Der Stein weiß mehr als wir vom Überdauern.
Das Licht benetzt sie — unhörbarer Klang —
und wir sind seines Schattens Schauern
O wär es einmal möglich: einzugehn
in das, was ist, als wär man selbst das Sein.
Nicht schauen — enigmatisches Verstehen .
Nicht zwei. Nicht ich und Welt.
Nur: eins. Allein.
Der Tag, er hebt die Hand —
und segnet nicht. Er öffnet nur den Raum
für das Geschehen und das Werden selbst
dies gänzlich unbekannte Land
Und wir das Dunkel, aufgestiegen wie aus einem Traum
des Echos einer Welt hineingerufen in die Welt
Und wie die Sonne auf dem Wasser glänzt.
so leuchten wir zurückgeworfen in das All
das dieses Nichts in uns so wunderbar ergänzt
wie eine Kinderhand, die einen Ball
mit Nichts darin so selbstverständlich hält
als sei der Tag nicht
von der Nacht begrenzt
Text DvE
Musik: KI
die langsam sich vom Dunkel löst und steigt —
als hätte etwas Schlafendes erkannt,
dass es schon Zeit ist, und sich zögernd zeigt.
Das Licht fällt nicht. Es tastet. Sucht den Stein,
den Fenstersims, das Haar der Schlafenden.
Es will nicht stören — will nur leise sein,
ein Gast, der flüstert: du bist nicht allein.
O Morgen, der du nichts versprichst als dich,
der du so wortlos in die Dinge gehst —
wie ein Gebet, das einer
spricht für alle und für sich,
und dessen Anfang du doch niemals wahrhaftig verstehst
Noch hält die Stille ihre Form. Noch schweigt
das Herz, bevor es wieder sprechen muss.
Dies ist die Stunde, die verweilt—
Der erste Licht gewordene Kuss.
Die Vögel wissen es zuerst. Ihr Lied ist kein Gesang —
es ist ein Übergang,
ein Zeichen, das die Nacht verschied
ganz auslöst aus ihrem dunkelblauen Klang.
So geht die Welt in sich. So kehrt sie ein
in das Bewusstsein ihrer eigenen Last.
Und wer noch schläft, der schläft nicht mehr allein —
er schläft in allem, was die Frühe fasst.
Was war, sinkt ein — ins Dunkel unter uns,
ins Namenlose, das die Tiefe hält.
Der Morgen ist nur durch der Nächte Gunst —
und um das Ganze schweigt die Welt.
Wir steigen auf aus dem, was uns erschuf,
und wissen nicht, wohin das Steigen führt.
Der Tag ist unsrer Sehnsucht leiser Ruf —
ein Atemzug, der nichts und alles
gleichzeitig berührt.
Die Dinge kennen uns. Sie warten lang.
Der Stein weiß mehr als wir vom Überdauern.
Das Licht benetzt sie — unhörbarer Klang —
und wir sind seines Schattens Schauern
O wär es einmal möglich: einzugehn
in das, was ist, als wär man selbst das Sein.
Nicht schauen — enigmatisches Verstehen .
Nicht zwei. Nicht ich und Welt.
Nur: eins. Allein.
Der Tag, er hebt die Hand —
und segnet nicht. Er öffnet nur den Raum
für das Geschehen und das Werden selbst
dies gänzlich unbekannte Land
Und wir das Dunkel, aufgestiegen wie aus einem Traum
des Echos einer Welt hineingerufen in die Welt
Und wie die Sonne auf dem Wasser glänzt.
so leuchten wir zurückgeworfen in das All
das dieses Nichts in uns so wunderbar ergänzt
wie eine Kinderhand, die einen Ball
mit Nichts darin so selbstverständlich hält
als sei der Tag nicht
von der Nacht begrenzt
Text DvE
Musik: KI