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Feedback jeder Art Der Winter geht

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  • Driekes
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Aus der Serie Gedankensalat (XXVII)

der winter
geht

nicht abrupt
sondern
wie jemand
der leise
die tür schließt

zurück bleibt
ein nachhall
kalt
und schon
vergehend

schnee
zerfällt
unter den eigenen farben
wird weich
wird dunkel
rutscht
in schweren tönen
von den dächern

die luft
die uns
gestern noch stach
ist heute
ein hauch
von seide

sie liegt
über der stadt
hält wärme
sammelt feuchtigkeit

ein wehen
kommt näher
sanft
und trägt
etwas unausgesprochenes
mit sich

regen
schmeckt mild
fast süß
auf der zunge

in dieser traurigkeit
ruhen versprechen
noch schlafend
tief
ohne namen

eine freude
die sich selbst
noch nicht erkennt
wandert
im wind

eine wolke
schwer
dunkel
in einem einzigen
gespannten zug
über den himmel

und die stadt
dumpf
versunken
träumt
für einen moment
ohne zeit



Schmelzende Eiszapfen im Frühling
 
Hallo Driekes

Der Winter ist ein rauer Geselle
Mit frostiger Hand hat er regiert
Doch bald sind die Verwandten zur Stelle
An die er seinen Thron verliert

Bruderzwist und Brudermord in der Natur, könnte man überspitzt sagen. Eine Jahreszeit löst die andere ab.
Dein Text beleuchtet den Winter und sein Scheiden in starken Wortbildern. Wie sich der Frühling gleichsam anschleicht, ist ein Lesevergnügen.

LG Teddybär 🐻
 
Lieber Driekes,

heute beim Wandern kamen mir deine Zeilen in den Sinn.
Ja, so ist es, die Luft hat sich verändert, von eisig schneidend (stechend) zu einem Hauch von Seide.....
(angefüllt mit Vogelstimmen)

Hier (auf dem Land) ist der Winter allerdings doch sehr abrupt gegangen. Innerhalb von 24 Stunden war der Wandel da, von weißer eisiger Glitzerpracht zu Modder und Seenlandschaften.

Sehr gern mit dir den Wandel von allen Blickwinkeln aus betrachtet
LG Wilde Rose
 
Hallo Driekes,

fast für ein feiner und hoch lyrischer Gedankensalat! Der Winter geht und und du hast ihm einen würdigen Abgang gewidmet. Gefällt mir sehr gut, obwohl ich lieber Gereimtes lese.

Lieben Gruß, Letreo
 
Moin @Rudolf Fritz-Roessle

Danke dir.
Übergänge lassen sich wohl nur wahrnehmen, nicht steuern.
Freut mich, wenn der Text dafür einen Moment geöffnet hat.

Liebe @Wilde Rose

danke dir sehr für diese Rückmeldung.
Schön zu lesen, dass die Zeilen dich draußen beim Gehen begleitet haben.
Dein Bild vom abrupten Wandel auf dem Land ergänzt meinen städtischen
Blick auf eine schöne Weise – als würden dieselben Tage unterschiedlich atmen.
Den Wandel gemeinsam aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, mag ich sehr.

Danke dir, @Letreo71
Umso mehr freut es mich, wenn ein freier Text
auch jenseits von Reimvorlieben tragen kann.

@all: Übergänge zeigen sich leise.

LG Driekes
 
  • Driekes
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