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Feedback jeder Art Die Offenbarung – Das etwas andere Outing 3.0

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Vorwort:

Joshua's Thema „Piks“ hat mich an meinen abgelegten und längst vergessenen zweiten Vornamen erinnern lassen und wollte meine Erinnerung als Kommentar schreiben. Da ich aber nicht wusste, ob der Kommentar als Antwortgedicht gewertet werden würde, schreibe ich den nun als separaten Text. Hinzugekommen ist Driekes aktuelles Thema „Verein zur gegenseitigen Absicherung gegen Bedeutungslosigkeit“ welcher mich nun veranlasst aus der „Deckung“ zu kommen.




Die Offenbarung – Das etwas andere Outing 3.0

Als Ella wurde ich geboren in einem gartennahen Bett von dort aus sah man klar und deutlich das florale Begrüßungsnicken zu meiner Geburt
von den Farnen, den Buschwindrosen, gar der edlen Rosenstauden auch.
Doch die Asterstaude, die hochgewachsen und versteckt ganz hinten stand, drang plötzlich, Beifall klatschend, in den Vordergrund, bei meinem ersten Schrei, und mahnte an, mir ihren Namen als den zweiten zu geben. So kam es auch. – Nomen est Omen – nein, das wollte ich nie! Hart gebeutelt war mein Werdegang mit dem zweiten Namen bisher. Ich eckte an, nicht nur hier und da. Aus Angst ging man mir aus dem Weg, und das nicht nur hier und da. Es wurde mir zu viel, dem Namen gerecht zu werden, der mir nichts als Schwierigkeiten bescherte.
Niemand verstand meine astreinen Kritiken, die ich als 164 cm große Kritikaster mein Eigen nannte.
Man grenzte mich aus ← unverständlicherweise. Mein Seelenheil wurde mir immer wichtiger und ich fing an zu schweigen und legte den beschissenen Zweitnamen ab. So wurde aus der Ella Kritikaster, die nur selten kritisierende Ella/Monolith.

© Monolith

 
Hi nur selten kritisierende Monolith/Ella!

Eine schöne und lustig/tragische Geschichte über das Leben und Lebenserfahrungen die nicht immer nach Rosen duften.
Die Aster ist doch eine schöne Blume oder? Und ein schöner Name dazu.
Symbolisch habe ich jetzt die Bedeutung der Aster nicht in Kopf. Aber vielleicht hilfst du mir da etwas auf die Sprünge...

Das alte Kritik-Thema...
Ich halte es so als Beispiel: Sandwich!
Mit netten Worten beginnen die das positive im Text hervorheben, dann die Stellen wo es nach meiner Ansicht etwas zu bemängelt gibt und zum Schluss ein positiver Gesamteindruck. Fertig.
Harsche Kritik gibt es von mir mit gemeinem Stich nur wenn jemand mal total ins Klo gegriffen hat mit einem Text. Was zum Glück nicht so häufig vorkommt.
Es kommt aber auch vor dass ich einfach nur schreibe das mir ein Text gefällt, MIT Begründung warum! Wichtig!
Das wäre schonmal die Grundausstattung für vorzeigbare Kritiken.

Wie siehst du deinen Text? Und welche Metaphern habe ich übersehen liebe Ella?

LG JC
 
Liebe @Monolith

ich musste beim Lesen mehrmals schmunzeln – und dann blieb mir das Schmunzeln im Hals stecken,
weil du unter der Pointe etwas sehr Wahres liegen hast: Wie schnell ein Name zur Rolle wird, und wie
gnadenlos Gruppen reagieren, wenn jemand „zu klar“, „zu kantig“, „zu astrein“ kritisiert.

Der Anfang ist großartig verspielt: dieses gartennah geborene Florarium, das Begrüßungsnicken der Pflanzen –
und dann die Asterstaude, die sich nach vorne drängt und Beifall klatscht. Da ist sofort Bühne.
Dann setzt du die zweite Bühne dagegen: die soziale. Plötzlich ist „Kritikaster“ nicht mehr Witz,
sondern Stempel, Erwartung, Abwehr.

Und ja: Kenn ich aus eigener Erfahrung. Sobald man zu klar wird, kippt es oft –
Inhalt raus, Etikett rein. Dann diskutiert man nicht mehr die Kritik, sondern den Kritiker.

Dass du das als „Outing“ formulierst, finde ich klug: Es geht ja nicht darum, ob du Kritik hast,
sondern darum, was sie mit dir macht – und was sie mit anderen macht.
Das Schweigen am Ende wirkt wie Selbstschutz, nicht wie Kapitulation.
Und „nur selten kritisierende Ella/Monolith“ ist für mich kein Harmloswerden, sondern eine Entscheidung:
nicht jedem Reflex folgen, nicht jede Deutung bedienen.

Wenn ich etwas mitnehme: Bedeutungslosigkeit ist nicht das Problem.
Das Problem ist, wenn man sich nur Bedeutung verschafft, indem man andere klein macht –
oder indem man sich selbst in eine Rolle presst.

Dein Text kommt aus der Deckung, ja. Aber ohne Pose. Eher:
mit einem Namen in der Hand und einer Grenze im Rücken.

LG, Driekes
 
Hallo @Monolith

Dieser Text ist ein typisches Beispiel, dass manche Menschen mit ihrem Namen bzw zweiten oder dritten Vornamen ein Problem haben. Wobei in deinem Fall der blumige zweite Vorname eigentlich recht hübsch klingt.
Eine Bekannte von uns heißt im Vornamen Helga, zu dem sie überhaupt nicht steht. Man muss sie Elli nennen, ist halt so. Mich persönlich würde auch ein Name wie Herbert Maria Joseph K. nicht stören. Im Gegenteil, ich hätte mich Joseph (englisch ausgesprochen) genannt.
So bleibt dein Namens-Outing wohl eine sehr persönliche Angelegenheit. Der Charakter wäre der gleiche und ein kritischer, spitzzüngiger Mensch zu sein ist ja nichts Schlechtes.

LG Teddybär 🐻
 
Hallo @Joshua Coan,

die symbolische Bedeutung der Aster habe ich selbst ergooglen müssen
und erfuhr, dass sie unter anderem:

Auszug aus dem WWW:
Wofür steht die Aster? In der Blumensprache steht die Aster für Reichtum und Vielfalt. Sie kann aber auch als Symbol für Hintergedanken, Enttäuschung und Vergänglichkeit gedeutet werden.


Durch die Zuschreibung der Hintergedanken kommt, so denke ich, die Kritikaster ins Spiel. Kritikaster ist ein sogenanntes Ableitungsmorphen
aus Kritik und ast er. Ast und er sind, laut Google Endungen aus dem Griechischem – Lateinischem und dem Neulatein. Da ich der Sprachen nicht mächtig bin muss/will ich Tante Google glauben und lasse das mal so stehen.

An der Einleitung zu einer Kritik könnte ich noch arbeiten. Manchmal falle ich mit der Tür ins Haus, leider. Dahingehend versuche ich mich zu verbessern, ohne den Monolithen aus dem Blick zu verlieren.

Wie ich meinen Text sehe?
Er ist schlicht und ergreifend die prosaische Erklärung meines kommentarischen Handelns. Nicht mehr und nicht weniger.

Metapher übersehen?
Nein, gab gar keine und Kritikaster ist ein feststehender Begriff.

Hab Dank für dein Beschäftigen mit meinem Text und für das Like, lieber Joshua.


MfG
Monolith



Hallo @Driekes

Zunächst einmal herzlichen Dank für das Lob zu meinem Handwerk.

Lieber Driekes, deine lebenserfahrene Weisheit ist unschlagbar und zeigst einmal mehr innerhalb deines Kommentars deine Menschenkenntnis.

Wie ich zu Joshua re-kommentierte gibt es hinsichtlich meiner Konversationsmöglichkeit Verbesserungsbedarf, doch dies einmal außer Acht lassend:
Wenn ich zu einem Text eine Anmerkung habe, erwarte ich eine Antwort. Das sehe ich es als Wertschätzung des Gegenübers an, auch, wenn das durch die Blume sprechen bei mir nicht ganz so gut klappt. Was nutzt ein ganzer Blumenstrauß, wenn man vor lauter Blumen nichts sieht. Verletzend oder gar böse war, bin ich nie. Nur direkt. Wie sagte es der geschätzte Teddybär erst letztens im Wortlaut: du führst eine spitze Feder. Ich pflanze halt keinen Salbei an. An den Antworten erkennt man natürlich sofort, ob es sich lohnt in ein konstruktives Gespräch zu kommen oder ob ich lediglich mittels „Gefällt mir“ Button anzeige, dass ich die Antwort gelesen habe.
Leider habe ich auch oft genug lesen müssen: ich werde drüber nachdenken oder ähnliche ablehnende Formulierungen. Vereinzelt habe ich es nochmals versucht mit dem mit oben zu lesenden Ergebnis.
Und bei einigen Neuankömmlingen aktuell und auch in der Vergangenheit kommt erst gar keine Antwort, was von wenig kollegialem Respekt zeugt, mit der Frage worum es dem User in einem Forum geht, das durch Interaktivität lebt. Auch das lass ich mal so stehen.

oder indem man sich selbst in eine Rolle presst.

Das ist die Krux

Dein Text kommt aus der Deckung, ja. Aber ohne Pose. Eher:
mit einem Namen in der Hand und einer Grenze im Rücken.

Ja, als das sollte er gelesen werde.

Auch dir, lieber Driekes, ein großes Dankeschön für deinen Kommentar
und das Like.


MfG
Monolith



Hallo @Teddybär

in meiner Nachbarschaft gibt es zwei Männer, die wir mit einem völlig anderen Namen ansprechen als mit dem der ihnen von den Eltern zugedacht sind.

Der eine heißt von Haus aus Stefan, wird aber Willi genannt und der andere heißt Jan, wird aber Horst gerufen. Tja, wie kommt so etwas?

Doch zurück mir. Selbstverständlich ist es nichts Schlechtes direkt und ohne Umschweife zum Punkt zu kommen – solange die Mitmenschen damit umgehen können. Wenn nicht kommt eins zum anderen. Aktion – Reaktion.

Lieber Teddybär, hab Dank für deinen Kommentar.


MfG
Monolith


Mein Dank an die Liker:


@Fiete686 @Chandrika W. @Stavanger und @Vetula
 
Liebe @Monolith,

danke für deine ausführliche Rückmeldung –
ich hab verstanden, worum’s dir geht: Resonanz statt Abnicken.
Und ja: Ein Forum lebt von Antwort, nicht nur vom Button.

Ich würde nur eine Nuance ergänzen: „Ich werde drüber nachdenken“ muss nicht Abwehr sein.
Manchmal ist es schlicht der ehrliche Zwischenraum, bevor man etwas sagt, das taugt.
Mir ist das lieber als eine schnelle Floskel.

Dein Punkt mit dem „Blumenstrauß“ passt gut: Zu viel Ornament verdeckt den Kern –
aber reine Direktheit kann auch wie ein Schild wirken, das jede Tür gleich wieder zuschlägt.
Ich mag klare Kante, wenn sie einlädt und nicht abschließt.

Und ja, „Rolle“ ist die Krux. Genau deshalb fand ich dein Outing stark:
Du benennst den Stempel – und damit verliert er schon Macht.

Wenn du Lust hast, weiterzudenken:
Was ist dir bei Antworten am wichtigsten –
Widerspruch, Mitdenken, oder schlicht das Gefühl: „Ich wurde wirklich gelesen“?

LG, Driekes
 
Hallo lieber @Driekes,

grundsätzlich hast du recht. Aber:

Das erwähnte „Ich werde darüber nachdenken“ ist tatsächlich eine abwehrende Formulierung, da es sich zu den jedem, aber auch wirklich jedem Thema wiederholte, wenn ich eine Verbesserungsmöglichkeit aufzeigte. Und somit werte ich es als Abwehrhaltung, die einen mitten im Regen stehen lässt. Aber gut, wer nicht will . . . dann wähle man aber auch das entsprechende Lable und mache nicht auf einen „Du kannst mir alles sagen“. Da liegt ein großes Manko, obwohl die Lable hervorragend erklärt sind.

Mein Anspruch an Antworten ist nicht hoch.

Ist mein Text besprechungswert, was ab und zu nicht einfach ist, da ich einen großen Hang zum Kryptischen habe und das manchmal zu sehr, was das Mitdenken erschweren kann, denn es geht oft genug um viele Ecken mit Verstecken. Ich bin dabei, den Mittelweg zu finden.
Doch wenn, dann wäre eine ganzheitliche Antwort schön. Aber nicht immer ist das aus verschiedenen Gründen möglich. Dass ich gelesen wurde, sehe ich ja an den Profilbildern in der Randspalte, wie auch an den Aufrufzahlen, und DAS ermutigt mich immer wieder, etwas Neues einzustellen.

Widerspruch! Warum nicht?! Zu einer konstruktiven Zusammenarbeit auf Augenhöhe gehört der dazu. Ich glaube, dass ich das schon öfter unter Beweis gestellt habe
das ich Nehmerqualitäten habe.

Vielen Dank, lieber Driekes, dass du nachfragtest, und ich hoffe, dass ich eine zufriedenstellende Antwort geben konnte. Damit möchte ich das Thema schließen. Denn ich glaube die Geduld der Leser über mein Outing wurde genug strapaziert.

Sollte noch irgendeiner Nachfragen haben, dann gibt es die Möglichkeit, diese über „Direktnachrichten“ zu stellen.


MfG
Monolith
 

Claudis Themen
Damit möchte ich das Thema schließen. Denn ich glaube die Geduld der Leser über mein Outing wurde genug strapaziert.

Liebe Ella,

tatsächlich war ich sehr enttäuscht, als ich diesen Satz von dir las. Die Unterstreichung war so deutlich, dass ich mich ausgeladen fühlte, obwohl ich gerne einiges dazu gesagt hätte.

Wie kannst du glauben, die Geduld der Lesenden zu strapazieren, die sich nicht zum Thema äußern? Und diejenigen, die sich am Gespräch beteiligt haben, können doch aussteigen, wenn sie genug haben und brauchen nicht weiterzulesen.

Also gut, ich habe mich jetzt selbst eingeladen und möchte zuerst etwas zu deinem Text sagen, der offenbar im Kontext mit einem anderen Thema steht, das ich jetzt suchen müsste. Dass du ihn nicht als Kommentar zu dem anderen Werk gepostet hast, finde ich gut. Ich gehe einfach davon aus, dass der Bezug zum Verständnis deines Textes keine Rolle spielen soll, sonst hättest du ihn ja hier verlinken können.

Das Wortspiel "der Kritikaster/die Kritik-Aster" gefällt mir gut. Tatsächlich habe ich es auch schon mal in einem Gedicht verwendet, deswegen war ich besonders angetan. Allein diese künstlerische Note zeigt aber auch schon, dass es sich hier um einen literarischen Text handelt, der unter einem anderen Werk nichts zu suchen hat. Kommentare sind Sachtexte. Von einem Kommentar wird Klartext erwartet und kein eigenes literarisches Werk der kommentierenden Person.

Fazit: Mit der Einstellung als eigenen Text hast du schon mal alles richtig gemacht. 😀

Zum Text hat Driekes ja schon einiges gesagt und ich geben zu, dass ich Prosa nicht gerne kommentiere. Nennen wir es ruhig Faulheit. Bei konkreten Fragen werde ich allerdings immer hellwach. Da habe ich einen überschaubaren Bereich, auf den ich eingehen kann und das mache ich dann auch wirklich gerne.

Kommen wir zum Inhaltlichen. Da bin ich so nah bei dir, wie du es dir vielleicht gar nicht vorstellen kannst. Zuerst mal das Wichtigste: Wer wäre in einem Forum, das sich dem Austausch über Texte widmet, besser aufgehoben als die Kritikaster? Wäre der Stempel, den die Protagonistin zu tragen glaubt, nicht die beste Visitenkarte für dieses Forum?

Eine bessere Gesprächspartnerin als diese offene, ehrliche Person, die kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn sie sieht, dass mit einem Gedicht etwas nicht zu stimmen scheint, kann ich mir gar nicht ausmalen! Momentan sind diese Kritiker bei uns leider sehr rar geworden. Ich würde mir wünschen, dass die Kritikaster sich ihren (möglicherweise nur eingebildeten oder zumindest übertieben wahrgenommenen) Stempel wirklich bei den Mitgliedern abholt. Denn es gibt nichts Wertvolleres für meine Selbstreflexion als eine klare und offen ausgesprochene Meinung.

Wer Gelb wählt und dann nicht mit einer ehrlichen Kritik klarkommt, hat das Problem ganz alleine verursacht. Ich würde schätzen, dass 80% der Mitglieder, die regelmäßig das Label "Feedback jeder Art" wählen, sich einfach nur darauf verlassen, das übliche Lob gespendet zu bekommen. Ich will das nicht! Dafür bin ich nicht hier! Ich möchte, dass man Tacheles mit mir redet. Für mich bitte nur Kritikastern! Kann man die nicht nachzüchten? Viele sind uns ja leider weggelaufen.

Es gibt nur wenige Punkte in denen ich nicht mit dir konform gehe. Die muss ich jetzt aber erstmal rauspicken, weil ich sie in meinem Mitteilungsdrang gerade nicht mehr präsent habe. Lass mich also eine kleine Pause einlegen. Dann wird mein Senf hier auch nicht zuuuu lang und ist noch einigermaßen bequem zu lesen.

LG Claudi
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo lieb @Claudi,

das Überstrapazieren der Geduld war eine nette Umschreibung für Langweilen von mir. Ich wollte das Augenrollen und Aufstöhnen (ach, die schon wieder) der Kommentierenden und nur Lesenden verhindern. Recht hast du, jeder, der sich „belästigt“ fühlt, kann weiter scrollen. Aber dennoch, ich (mein LI auch) halte mich eher knapp in Kommentaren, manchmal zu knapp, sodass es unter Umständen zu Missverständnissen kommt. Selten, aber auch wirklich selten gibt es zu einem Werk, das ich kommentiere, einen zweiten Kommentar. LI und ich stehen nicht gerne im Vordergrund und üben in Kommentarhascherei, erst recht nicht bei eigenen Werken.
Vielleicht konnte ich dir und allen anderen ein wenig erklären, wie es zu dem Satz der Schließung dieses Themas kam.

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Mein Text hat keinen Bezug zu einem anderen Thema, sondern auf Kommentare und die Antworten darauf, die ich schrieb.

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Die Kritikaster, ein herrlicher und schon recht alter Begriff, kam mir in den Sinn und war der Input zu meinem „Outing“. Und die Klassifizierung als literarischer Text und die Kommentare als Sachtext gefällt mir und erst ercht, dass man von den Kommentaren Klartext erwarten kann, vielleicht auch sollte.


Zum Text hat Driekes ja schon einiges gesagt und ich geben zu, dass ich Prosa nicht gerne kommentiere. Nennen wir es ruhig Faulheit. Bei konkreten Fragen werde ich allerdings immer hellwach. Da habe ich einen überschaubaren Bereich, auf den ich eingehen kann und das mache ich dann auch wirklich gerne.

Ja, Driekes war so freundlich sich Zeit für meinen Text genommen und einen feinen Kommentar geschrieben. Wenn du einen Prosa Text zunächst nicht kommentiertest und dies als Faulheit ansiehst, ja gut, die sehe ich dir mit deinem jetzigen umfassenden Kommentar nach und danke dir dafür.

Kommen wir zum Inhaltlichen. Da bin ich so nah bei dir, wie du es dir vielleicht gar nicht vorstellen kannst. Zuerst mal das Wichtigste: Wer wäre in einem Forum, das sich dem Austausch über Texte widmet, besser aufgehoben als die Kritikaster? Wäre der Stempel, den die Protagonistin zu tragen glaubt, nicht die beste Visitenkarte für dieses Forum?

Stimmt, über den Austausch zu Texten lebt ein Forum wie dieses und ist der beste Platz für einen Kritiker. Ich gender hier nicht rum, Kritiker ist als neutraler Begriff zu sehen. Ein solcher sollte natürlich ehrlich und objektiv sein, auch wenn es für den Autoren unbequem wird. Stimmt, liebe Claudi, die sind hier rar geworden, vielleicht auch wegen der von mir oben genannten Erfahrenswerte.

Wer Gelb wählt und dann nicht mit einer ehrlichen Kritik klarkommt, hat das Problem ganz alleine verursacht. Ich würde schätzen, dass 80% der Mitglieder, die regelmäßig das Label "Feedback jeder Art" wählen, sich einfach nur darauf verlassen, das übliche Lob gespendet zu bekommen. Ich will das nicht! Dafür bin ich nicht hier! Ich möchte, dass man Tacheles mit mir redet. Für mich bitte nur Kritikastern! Kann man die nicht nachzüchten? Viele sind uns ja leider weggelaufen.

Ja, die Sache mit den Lablen scheint komplizierter als gedacht zu sein. Das habe ich auch schon festgestellt, dabei sind sie fast schon kindgerecht erklärt.

Ich wähle ausschließlich das gelbe Lable und sehe das genau so wie du. Mich bzw. LI darf man hinsichtlich der Verbesserung kritisieren und Alternaiven vorschlagen. Ich bin auch ziemlich kritikfähig und habe einen starken Hang zur Selbstreflektion. Den ein und anderen habe ich auch privat angeschrieben, wenn ich das Gefühl des „Good Will“ Likes hatte, das vielleicht auch nur kam um der eigen Likevergabe wegen. Das Gefühl beschleicht immer öfter.

Für mich beinhaltet das gelbe Lable „Feedback jeder Art“ auch latente Textarbeit. Und sollte ein Kommentar in dieser Richtung kommen, ändere ich gerne das gelbe Lable gerne in das leuchtend Rote um, mit dem deutlichen Wunsch nach Textarbeit, der ins Leere läuft. Warum?

Liegt es daran, dass ich/LI nur eine Prosa Schreiberin bin, die ab und zu Lyrik hinkriegt?

Macht man sich als Kommentierender im roten Lable nur dann die Arbeit, wenn es um Verbesserungen des Metrums und/oder Gedichtformen geht?

Haben nicht formell Schreibende lediglich einen unteren Stellenwert?

Damit es nicht zu Missverständnissen kommt: Die Fragen gelten ausschließlich für das Lable „Textarbeit“.

Allerdings habe ich auch bemerkt, dass keine Kommentare beim roten Lable von den Experten auf ihren Gebiet kommen, wenn Textarbeit ein Gleichgearteter wünscht. Wieso ist das so?

Macht sich hier eine Art von Phlegmatismus unter den Könnern der Gedichtformen breit?!

Ich kann leider nur versuchen Hilfestellung im Prosabereich zu geben, wenn ich Verbesserungsbedarf hinsichtlich des Ausdrucks sehe. Die Sache mit dem Aufmerksam machen der Rechtschreibung etc. habe ich aufgegeben unter anderem auch, weil es kein Gehör findet und in darauf folgenden Werken wieder passiert. Wozu gibt es die kostenlose Rechtschreibüberprüfung im WWW?



MfG
Monolith
 
Zuletzt bearbeitet:

Claudis Themen
Ein solcher sollte natürlich ehrlich und objektiv sein, auch wenn es für den Autoren unbequem wird.
Nun ja, wirklich objektiv kann vielleicht niemand sein. Jeder Mensch liest einen Text subjektiv. Aber anhand der Argumente kann man als Autor ja entscheiden, wie man zu der Kritik steht. Annehmen muss sie keiner, wir sind ja alle freie Menschen mit eigenem Geschmack und eigener Meinung. Was mich ärgert, sind Autoren, die nicht auf die Kritik eingehen, wenn ich meine Freizeit dafür geopfert habe oder den Kommentar sogar völlig ignorieren.

Stimmt, liebe Claudi, die sind hier rar geworden, vielleicht auch wegen der von mir oben genannten Erfahrenswerte.
Ja, genau deswegen. Ich weiß das, weil sie mit mir zusammen aus dem abgebrannten Kritikforum hierher kamen. Dort war ausschließlich Textkritik vorgesehen. Unbegründetes Lob war ebenso unerwünscht wie unbegründete Bemängelungen. Dass jemand nicht auf die Kritik einging, für die jemand sich Arbeit gemacht hat, kannten wir kaum.

Ich bin immer noch hier und finde die bunte Mischung von Leuten, die etwas lernen und sich weiterentwickeln wollen sowie denjenigen, die keinerlei Bedürfnis haben, qualitätsorientiert zu schreiben, ganz spannend. Theoretisch könnte ja die eine Gruppe nur rot und die andere nur grün labeln. Das macht aber kaum jemand und so begegnen wir uns alle unter dem gelben Label, was ich einerseits schön finde, andererseits aber auch anstrengend.

Für mich beinhaltet das gelbe Lable „Feedback jeder Art“ auch latente Textarbeit.
Warum latent? Gelb beinhaltet sowohl den Austausch über die Inhalte als auch Textarbeit. Da können die Kommentierenden selbst entscheiden, was ihnen mehr liegt. Es wäre aber durchaus möglich, dass die Autoren unter ihrem Text spezielle Wünsche äußern. Das war auch eine Frage in der 24h-Diskussion. Das sollten wir mal im Wohnzimmer vorschlagen.

Und sollte ein Kommentar in dieser Richtung kommen, ändere ich gerne das gelbe Lable gerne in das leuchtend Rote um, mit dem deutlichen Wunsch nach Textarbeit, der ins Leere läuft. Warum?
Ich glaube, vor dem roten Label fürchten sich viele, weil sie denken, sie müssten besonders hohen Ansprüchen gerecht werden. Müssen sie nicht. Es reicht schon ein einziger konkreter Hinweis zur Gestaltung, z.B.: "Die schiefen Bäume in S3V2 fand ich zum Brüllen komisch. Das ist mein Lieblingsvers. Ansonsten habe ich nichts zu meckern und finde das ganze Gedicht gelungen."

Ich schätze mal, wenn schon bei Gelb trotz Bitte um weitere Meinungen nichts kommt, dann unter Rot erst recht nicht. Kann mich aber auch täuschen.

Allerdings habe ich auch bemerkt, dass keine Kommentare beim roten Lable von den Experten auf ihren Gebiet kommen, wenn Textarbeit ein Gleichgearteter wünscht. Wieso ist das so?
Hm, ich kommentiere eigentlich gerne unter Rot, wenn ich denn mal zum Kommentieren komme. Da ich nur ca. einmal pro Quartal selbst einen Text einstelle, sehe ich mich da nicht in der Pflicht, weil die Zahl meiner Kommentare die Zahl meiner Werke immer noch weit übertrifft. Und natürlich spricht mich nicht jeder Text an. Anders sieht es schon aus, wenn konkrete Fragen gestellt werden (s.o.).

Ich kann leider nur versuchen Hilfestellung im Prosabereich zu geben, wenn ich Verbesserungsbedarf hinsichtlich des Ausdrucks sehe. Die Sache mit dem Aufmerksam machen der Rechtschreibung etc. habe ich aufgegeben unter anderem auch, weil es kein Gehör findet und in darauf folgenden Werken wieder passiert. Wozu gibt es die kostenlose Rechtschreibüberprüfung im WWW?
Ich versuche das genau einmal pro Mitglied. Bei Resonanz mache ich es gerne wieder, ohne Resonanz lasse ich es. Unterm Strich ist auf diese Weise nur noch eine Handvoll Mitglieder übrig geblieben, die Hinweise von mir bekommen.

So, habe ich was vergessen? Bestimmt, aber ich brauche trotzdem erstmal ein Päuschen.
 
Liebe @Monolith, liebe @Claudi,

ich finde es gerade sehr hilfreich, dass ihr das so offen aussprecht,
weil hier etwas sichtbar wird, das viele vermutlich kennen, aber selten so klar benennen:
der Wunsch nach echter Rückmeldung
und gleichzeitig die Erfahrung, dass Labels und Erwartungen im Alltag oft auseinanderlaufen.

Ich bin bei euch beiden an wichtigen Punkten:
Ja, ein Forum lebt von Antworten, nicht nur von Buttons.
Und ja, Kritik bleibt immer subjektiv, auch wenn sie begründet und redlich ist.

Für mich liegt der Knackpunkt weniger bei „Kritik ja/nein“, sondern bei der Passung von Erwartung und Form.
Das gelbe Label ist ein Mischraum – schön, aber auch anstrengend, weil dort sehr verschiedene Bedürfnisse zusammenkommen.

Was ich aus eurer Diskussion mitnehme:
Gelb
heißt nicht automatisch „bitte nur Lob“
Rot sollte keine „Meisterprüfung“ für Kommentierende sein
konkrete Fragen unter dem Text helfen oft mehr als das Label allein
und eine kurze Reaktion auf ernsthafte Kritik ist schlicht Respekt (auch wenn man nicht alles übernimmt).

Monoliths Punkt mit dem „im Regen stehen lassen“ kann ich nachvollziehen.
Gleichzeitig würde ich weiterhin eine kleine Lanze dafür brechen, dass ein „Ich denke drüber nach“
im Einzelfall auch ehrlich gemeint sein kann. Entscheidend ist wahrscheinlich eher, ob danach noch etwas kommt – oder ob es immer nur die Schlussformel bleibt.

Was ich außerdem wichtig finde (und das betrifft nicht nur Lyrik):
Textarbeit ist nicht nur Metrumarbeit. Auch Prosa hat Rhythmus, Präzision, Blickführung, Ton, Verdichtung.
Da geht oft mehr, als man auf den ersten Blick meint.

Vielleicht wäre wirklich ein Vorschlag fürs Wohnzimmer sinnvoll:
eine Art kleine Praxisergänzung zu den Labels (z. B. „Unter dem Text gern 1–2 konkrete Wünsche nennen“)
Das würde vieles entschärfen, ohne neue Regeln zu bauen.
Und noch etwas zum Ausgangspunkt, weil ich finde, dass das im Grundsatz nicht untergehen sollte:
Die „Kritikaster“ ist in so einem Forum kein Störfall, sondern ein Wert — wenn Klarheit und Gesprächswille zusammenkommen.

Ein Forum wächst nicht am Lob, sondern an der Art, wie es Widerspruch aushält.

So – und jetzt brauche ich auch erst mal eine Pause. 😎

LG
Driekes
 
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