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Feedback jeder Art Diese verdammten Krähen

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  • Driekes
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Verdammt soll sie sein, diese Heerschar von Krähen,
die in meinem Garten die Bäume besetzt,
um von kahlen Ästen durchs Fenster zu spähen,
den Tod in den Augen, die Krallen gewetzt.

Den Takt meines Herzens kopiert deren Masse
an Schnäbeln, die gierig ins Mauerwerk pickt
und winzige Hügel auf meiner Terrasse
beginnen zu wachsen aus Mörtel und Kitt.

Ich höre ihr stetiges Klopfen und Krächzen,
es füllt mir den Schädel, bis tief in die Nacht.
Am Morgen erklingt aus den Wänden ein Ächzen,
"dem halten sie Stand", hab ich damals gedacht.

Ich war einst der Meinung -am Tag als sie kamen,
um mich zu belagern-, das säße ich aus.
Jetzt rufen sie lauter denn je deinen Namen
und schwärmen durch löchrige Mauern ins Haus.
 
Hallo Pennywise,
wieder ein Gedicht von Dir, das mir Gänsehaut macht! Bei uns gibt es auch Heerscharen von Krähen, aber Du meinst damit wohl eher Gedanken oder Erinnerungen, die sich dem LI ungewollt ins Gehirn fressen und obwohl es eine dicke Mauer als Schutz um sich hatte, kann es sich auf Dauer nicht mehr dagegen wehren….
Sehr eindrucksvoll formuliert!

Liebe Grüße, Lizzy
 
Hallo Pennywise,

wieder so ein Gedicht von dir, das auf Grund des gekonnten Handwerks Vergnügen bereitet ... und mit seinem Inhalt Beklemmung auslöst. Ein Text, geschneidert aus dem Stoff, aus dem Albträume sind.

Die Interpretation von @Lizzy ist im Wesentlichen auch die meinige. Nun bin ich gespannt, ob wir richtig liegen ...

Gruß Cornelius
 
Hallo Ihr Beiden,

sorry, dass ich im Moment nicht ganz so viel antworte oder bei Euch stöbere. Ich bin hier zu Hause im Renovierwahn. Das wird aber bald wieder kommen.
Ihr liegt total richtig. Die Krähen sind metaphorisch zu sehen. Gedanken trifft es schon ziemlich gut. Schwarze, düstere Gedanken.
Hab mich sehr über euer Feedback gefreut.

Lieben Gruß
 
Moin @Pennywise

das Gedicht wirkt auf mich wie ein Protokoll darüber,
wie eine vermeintlich sichere Festung langsam unbewohnbar wird.
Handwerklich sitzt das: Kreuzreime und der straffe Takt geben dem Ganzen
diese unnachgiebige, klopfende Mechanik – passend zum Inhalt.

Am stärksten ist für mich der Moment, in dem das Geräusch nicht nur nervt, sondern übernimmt:
“Den Takt meines Herzens…” – da ist die Grenze zwischen Außenwelt und Innenraum schon gefallen.
Und die Mörtelhügel auf der Terrasse sind ein schönes, böses Detail: Zersetzung wird messbar.

Die letzte Strophe macht’s für mich eindeutig:
Das ist nicht nur Todessymbolik, sondern eine Rückkehr
Erinnerung, Schuld, Trauer, irgendetwas, das einen Namen hat und jetzt durchs
“löchrige Mauerwerk” ins Haus kommt.

Sehr geschlossen, sehr unangenehm (im besten Sinne).

Gruß, Driekes
 
  • Driekes
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