Hallo Frederic,
Dein Text greift mehrere Ansätze auf.
Von welchem Grat aus setzt man das Zentrum, von dem man mit dem Zirkel der Normen um sich Kreis um Kreis zieht; zum verorten der Schnittmengen einer absoluten Normalität?
Welche Ehe ist nicht abnorm?
Ansehen - das ist etwas rein subjektives.
Es ist das Urteil, daß andere über jemanden oder ein Paar fällen. Und dieses Urteil unterliegt in Gewichtung der jeweiligen Perspektive wen man fragt und auch wann man fragt.
In gewissen Maße hat man darauf Einfluss, nur für wen?
Eine Ehe ohne existenzielle Sorgen wirkt von außen oft „heil“, selbst wenn das Innenleben komplexer ist.
Das ist aber nur die soziale Oberfläche.
In einer Beziehung, die wirklich von gegenseitiger Zuneigung getragen ist, denkt man selten in Kategorien wie:
„Sind wir eine heile Welt?“
„Entsprechen wir einem Ideal?“
Man lebt eher in etwas Dynamischem: Nähe, Reibung, Versöhnung, Gewöhnung, Veränderung.
Liebe ist selten „heil“ im Sinne von konfliktfrei — eher tragfähig.
Manche Paare erfüllen das gesellschaftliche Ideal, ohne große emotionale Tiefe zu haben.
Andere leben eine sehr tiefe Liebe, die von außen chaotisch oder unkonventionell wirkt.
Deshalb ist der Stellenwert von „heile Welt“ nicht proportional zu Geld oder Ansehen, sondern eher zu dem Bedürfnis, Sicherheit sichtbar zu machen — für sich selbst oder für andere.
Zuletzt sind Ansehen und Geld Dinge, denen der eine höchstes Interesse zukommen lässt. Wogegen der nächste keinen Mehrwert darin zu erkennen vermag.
Selbst zwischen einem Ehepaar kann sich solch ein Unterschied der Sichtweisen auftun. Bei manchen bleibt es Konfliktfrei und bei anderen bildet es den Nährboden für Streit.
Terrapin.