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Feedback jeder Art Ein Text ohne Adresse

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Ein Text ohne Adresse

Ich habe länger überlegt, ob ich das überhaupt schreibe,
weil es schnell übertrieben klingt, obwohl ich es ernst meine. Sobald man über jemanden schreibt, den viele kennen, landet man automatisch in diesen gleichen, bekannten Sätzen.

Dieses „Ich finde sie so toll“,
dieses „Ich bin so wie sie“,
und plötzlich klingt alles gleich,
egal wie man es eigentlich meint.

Ich habe nie dieses Bedürfnis gehabt,
mich als „Fangirl“ zu sehen,
dieses Kreischen, dieses Hinterherlaufen für Fotos,
das konnte ich irgendwie nie ganz verstehen.

Auch wenn ich weiß, dass genau daraus diese Stimmung entsteht, dass genau davon diese Bühne lebt.

Ein Autogramm ist am Ende nur ne Unterschrift,
Ich weiß, dass es vielen Viel bedeutet,
aber mich trifft es irgendwie nicht.

Ich brauche nichts zum Vorzeigen, nichts, was man besitzen kann,
nichts, was man hat und einfach abhakt irgendwann.

Ich brauche kein Meet and Greet,
nicht, weil ich’s nicht will,
sondern weil ich gar nicht wüsste wie,
wie man das alles runterbricht,
auf „Smalltalk-Stil.“

Wie führt man ein Gespräch,
wenn ich dir so viel zu sagen hab,
doch nichts davon in ein paar Worte passt?

Ich weiß, dass das alles Teil davon ist,
dass genau das diese Karriere ist,
dass laute Momente dazugehören,
dass man sie genießt, und ich wünsch mir für dich,
dass sie niemals aufhören.

Und gleichzeitig ist es komisch,
weil du mich mehr beschäftigst,
als manche Menschen, die ich wirklich kenne.
Und das ist nichts, was ich mir ausdenke,
eher etwas, das ich selbst nicht ganz lenke.

Und manchmal wirkst du gar nicht so,
als würdest du gerne im Mittelpunkt stehen
und genau deshalb ist es irgendwie schön,
dich als Sängerin da oben zu sehen.

Und gerade dort merk ich,
dass du genau das liebst,
nicht den Trubel drumherum,
sondern das, was du gibst,
und was daraus in Musik fließt.

Und irgendwie lässt mich das nicht los,
weil ich ähnlich bin,
nicht die, die ruft: „Hier bin ich“,
sondern eher jemand, der erstmal schaut,
bevor er sich etwas zutraut,
oder mal ein Arschtritt braucht.

Und genau deshalb ist es irgendwie komisch zu sehen,
dass man sich ähnlich ist und sich trotzdem nie wirklich nah steht.

Weil Nähe in diesem „Business“ irgendwie anders entsteht, nämlich bei denen, die singend in der ersten Reihe stehen.

Obwohl… nee. Das ist eigentlich ein Widerspruch, der entsteht. Weil es gar nicht nur die räumliche Nähe ist, von der ich rede.

Und auch, wenn ich dich nicht erreichen kann,
kommt trotzdem alles von dir bei mir an.

Es sind nicht nur deine Lieder, die bei mir ankommen,
sondern auch das, was du oft so denkst.
Dass bei dir nicht alles aufgesetzt ist
und du auch Zweifel kennst.

Dass hinter einem lachenden Blick
manchmal auch Unsicherheit steckt,
dass man sich kurz selbst fragt,
ob man das kann oder sich lieber versteckt.

Dass bestimmte Abläufe sich wiederholen,
weil sie Sicherheit geben.
Dass sich in spontanen Live-Momenten,
Unsicherheiten heben,
weil man nichts vorher durchdenken kann
und danach alles im Kopf analysiert, tagelang.

Dass man immer etwas findet,
was nicht gut genug war,
auch wenn es niemand sonst sieht,
bleibt es im Kopf immer da.

War ich nervig? War ich komisch? Oder einfach zu still?
Warum habe ich nichts gesagt,
obwohl mein Kopf doch so viel sagen will?

Blicke und Sätze werden komplett neu zusammengesetzt,
Dinge, die anderen kaum auffallen, werden im Kopf vernetzt.
Und irgendwo dazwischen bleibt dieses Gefühl,
nicht reinzupassen, egal wie sehr man mitläuft in diesem Spiel.

Dieses Gefühl, dass selbst kleine Entscheidungen schwer erscheinen,
weil man nichts vermasseln will und alles vereinen,
bis sich die eigenen Gedanken in tausend Richtungen verlieren
und man sich selbst im Streben nach „perfekt“ vergisst zu sortieren.
Und letztendlich gibst du so vielen Menschen jeden Tag Mut,
obwohl du ihn selbst so oft in dir suchst.

Und von außen wächst alles um dich ganz groß
und du merkst schon seit Jahren: „Da geht jetzt was los.“
Aber irgendwie fühlt es sich nicht ganz so an.
Bin das wirklich ich? fragst du dich dann.
weil es dich selbst immer noch überraschen kann.

Als würdest du selbst vor dir stehen
und dir beim Großwerden zusehen.
Und vielleicht ist genau das der Punkt daran:
Dass du selbst noch nicht ganz siehst, was aus dir wachsen kann.

Dass Komplimente nicht direkt ankommen,
sondern irgendwie weitergeleitet werden,
weil es sich komisch anfühlt, gesehen zu werden.

Und genau deshalb passt Bewunderung für mich nicht,
weil dann immer einer oben steht im Licht.
Weil sie immer Abstand schafft
und das ist das Letzte, was zwischen dich und mich passt.

Aber wie baut man eigentlich Nähe auf?
wenn da jemand ist, der für alle „unerreichbar“ ist,
sich für einen selbst, aber so nah anfühlt,
während er selbstbewusst auf der Bühne seine Lieder spielt?

Wie kommt man an sowas wie Bindung ran,
wenn da Nähe ist, aber auch Abstand dran,
ich verstehe so viel, doch komm nicht wirklich an,
weil zwischen uns am Ende immer diese Bühne stand.

Und genau das bleibt irgendwie offen.
Weil egal, wie ehrlich ich es meine,
egal, wie ruhig ich es erklär,
ich bin am Ende halt ein Fan,
fühl viel zu viel und weiß nicht mehr, wohin damit,
wenn ich ehrlich wäre.

Jemand, der zu viel reininterpretiert,
der zwischen den Zeilen noch mehr analysiert,
der Nähe sucht auf eine Art,
die von außen einfach komisch sein mag.

Und mir ist bewusst, dass das hier nur mein Blick von außen bleibt, dass ich nur das sehen kann, was du zeigst und mein Kopf den Rest weiter schreibt!

Und dann fällt meinem Kopf wieder was Neues ein:

Du meintest mal, du würdest gern bei The Voice Kids sitzen irgendwann,
und ich frag mich, wie sich das anfühlt,
wenn man entscheiden muss,
obwohl man eigentlich jedem helfen mag.
Und vielleicht ist genau das, nichts, was man als Schwäche sehen muss,
dass man am liebsten bei jedem drücken würde,
das ist doch ein menschliches Plus.

Und das ist das, was ich bei dir sehe:
Nicht nur Zweifel und Gedankenchaos.
Sondern jemanden, der unglaublich viel bewegt,
Mitgefühl zeigt, der Dinge sieht, die andere übersehen,
der nicht einfach weitermacht, sondern innehält und überlegt.
oder einfach mal drauf los redet und versteht.

Jemand der Dinge auseinandernimmt, verwirft und neu
zusammensetzt, der nicht nur kreativ im Erschaffen ist,
sondern im Denken selbst.

Und ja, von außen wirkt das vielleicht manchmal
unsicher, sprunghaft oder perfektionistisch,
aber vielleicht ist es einfach nur viel,
und viel ist nicht automatisch kritisch.

Vielleicht ist viel nicht zu viel.
Vielleicht ist viel genau das,
was Dinge tiefer macht,
was dafür sorgt, dass in anderen wieder etwas lacht.

Und vielleicht ist viel deshalb schöner als nichts, weil es zeigt, dass da wirklich etwas ist, das denkt, das vergisst, das fühlt und weitergeht und genau darin liegt für mich der Wert: einfach, weil du als Mensch bestehst.

Denn es ist genau das, was man sich selbst immer wieder leise erzählt:
Dass alles so viel schöner ist, als dein Kopf dir erzählt!

Und manchmal denk ich, es wäre einfacher,
wie alle zu fühlen, mich an Momenten,
Autogrammen oder Bildern zu genügen.

Und vielleicht wünsch ich mir sogar kurz,
ich könnt das auch so sehen,
doch mein Kopf bleibt immer bei dem Gedanken,
dich einfach als Mensch zu sehen.

Das ist nämlich das, was ich nicht ganz benennen kann:
Dass mir etwas fehlt zwischen uns,
von dem du gar nichts wissen kannst.

Und genau da merk ich selbst,
das wird schon wieder zu viel,
viel zu viele Gedanken für so ein kleines Gefühl.

Das war mein Text ohne Adresse.
Nicht, weil ich nicht wüsste, wohin,
sondern weil er immer einseitig bleibt und für dich nie greifbar sein wird.

So wenig greifbar, wie für mich die Fremde auf der Parkbank.
Ich sehe sie, aber ich kenne sie nicht und egal,
wie oft sie zu mir rüber schaut, ändert sich daran nichts.
Und vielleicht bleibt dieser Text am Ende genau da,
wo er entstanden ist, weil er nie für mehr gedacht war.

(Ein Text, geschrieben durch die Blume)

_________________________________________________________

Jetzt sitz ich hier und hab mich gefragt, soll ich das wirklich hochladen?
Ich will keine schlechte Laune machen oder irgendwen damit belasten.
Das denk ich mir jedes Mal bei so deepen Sachen
und fang an zu zweifeln, weil’s sich einfach seltsam anfühlt, das zu teilen.
 
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Hallo vielimKopf
Diese Woche habe ich eine Doku über Louis Philippson angeschaut. Er ist ein hochbegabter junger Klavierspieler
Ist mittlerweile ein bekannter Influencer und das sogar im klassischen Segment. Es war sehr interessant die Entwicklung und die Emotionen zu sehen und zu spüren. Der Zuschauer sieht in der Regel nicht welch professionelle Arbeit sich dahinter verbirgt
 
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