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Feedback jeder Art Eine Liebesgeschichte

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  • Fiete686
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Meine Frau und ich gehen gerne im Dunkeln spazieren und schauen gerne, natürlich von weitem, in die beleuchteten Wohnungen, Häuser hinein. Manchmal fangen wir an zu erzählen, was diese Menschen jetzt gerade machen, ob sie glücklich oder unglücklich sind.
Es sind die unbekannten Schicksale, die uns auf dem Spaziergang interessieren.

Auf Instagram ist eine junge Künstlerin, diese malt Wohnungen in futuristischen Umgebungen, in unwirklichen Gegenden. Und trotzdem brennt vereinzelt Licht in den Wohnungen, haben Menschen einen Rückzugsort! Diese Bilder und die Musik, die dazu lief, brachten diese Liebesgeschichte in mir hervor.

Ich kann kein einziges Wort Französisch aber der Klang der Namen, der Straßen und Paris waren für mich sofort präsent als der Ort für diese Geschichte.




Eine Liebesgeschichte


Ich ging allein durch die Straßen, schaute an dunklen Wänden empor. Ein Fenster,es brannte Licht, jemand musste zu Hause sein, egal wo und wie, es ist sein Rückzugsort.
Ich schellte, blickte nach oben. Eine junge Frau schaute heraus, ich rufe laut, "entschuldigen Sie bitte Madame, ist das die Rue de la Paix, Hausnummer sieben und sind Sie Frau Delacroix?"

"Nein", rief die junge Frau mit einer sehr wohltuenden Stimme. "Das hier ist die Rue Daunou und deshalb heiße ich auch nicht Delacroix. Sie müssen noch ein Stück weitergehen, bis zur Kreuzung, die Querstraße, das ist die Rue de la Paix".
Sie bewegte ihren linken Arm, der nicht von Kleidung bedeckt war, nach rechts.
"Vielen Dank Madame und entschuldigen Sie die Störung."
"Kein Problem Monsieur, ich freue mich das ich Ihnen weiterhelfen konnte."
"Ja Madame, vielen Dank, das haben Sie."
..."ach ich hätte da noch eine Frage Madame,!" "Ja, bitte sehr Monsieur!"
Kennen Sie vielleicht die Familie Delacroix?"
Nein, leider nicht Monsieur..."
Ich hob meinen rechten Arm als Dank und ging langsam weiter, in die Richtung, die mir diese unbekannte junge Frau mit der wohltuenden Stimme gezeigt hatte.

Ich wusste natürlich, das es nicht die Rue de la Paix war, denn ich wohnte dort. Ich wollte nur für einen Moment Teil dieses brennenden Lichtes, dieser jungen Frau mit der wohltuenden Stimme sein, die mir nicht mehr aus dem Kopf ging.


Nachtrag:

Ich bin Julien Armand und die junge Frau heißt Élise Montclair.
Woher kenne ich den Namen der jungen Frau mit der wohltuenden Stimme?

Ich wollte Sie unbedingt kennenlernen und ging zu Ihrer Wohnung. Unterwegs überlegte ich, wie ich es am besten anstellen sollte, Sie näher kennenzulernen. Ich kam gerade an Ihrer Wohnung an, plötzlich hörte ich von weitem eine bekannte Stimme, Ihre Stimme. Sie telefonierte mit Ihrer Mutter, Sie war ziemlich laut am Handy, vielleicht war die Mutter schwerhörig aber so erfuhr ich, das Sie sich später im Café de la Paix treffen wollten.

Als ich in dem Café ankam, sah ich Sie sofort an einem kleinen Tisch für zwei Personen sitzen. Ihre Mutter war noch nicht da, also ging ich direkt auf Sie zu und ich fragte, ob dieser Platz frei wäre und ich mich zu Ihr setzen dürfte.
Für einen Moment zögerte Sie und den Blick, den Sie mir entgegen warf, dieser entwaffnete mich sofort und ich verliebte mich augenblicklich in Sie.
Sie sagte, "das Sie eigentlich verabredet ist aber gerade die Absage bekommen hat."
Ich wusste ja, das es Ihre Mutter war aber um nicht aufzufallen sagte ich, "Oh, Madame, wenn Sie es vorziehen wollen alleine zu bleiben, respektiere ich das natürlich" aber Sie winkte höflich ab und sprach davon, das Ihre Mutter sie versetzt hat, was nichts außergewöhnliches ist, denn Sie ist Chefärztin der Herzchirugie in dem Hôtel - Dieu - Hospital.
Sie forderte mit einer Handbewegung auf, mich zu Ihr zu setzen, was ich dann auch dankend annahm.
Sie schaute immer noch ab und zu etwas irritiert zu mir und ich ahnte warum.
Meine Stimme kam Ihr bestimmt bekannt vor aber ich ließ mir nichts anmerken und fing einfach an zu reden. "Ich heiße Julien Armand, Madame. Und wie darf ich Sie ansprechen?" "Ich heise Élise Montclair."

Wir unterhielten uns zwei Stunden und es kam mir vor als wären nur Minuten vergangen.
Plötzlich setzte Sie Ihren rechten Arm so auf den Tisch ab, das Sie Ihr Kinn in der rechten Hand abstützen konnte. Sie lächelte mich an und sofort hielt ich inne, brachte keinen Ton mehr heraus. Sie tat so, als ob Sie es nicht bemerkt hätte. Meine kurze Unsicherheit verflogen schnell und ich tat es Ihr gleich. Ich war im schönsten Café von Paris mit der schönsten Frau von Paris zusammen und die Stadt der Liebe entzündete das Liebesfeuer.


Es sind mittlerweile zwei Jahre vergangen und morgen ist unsere Hochzeit.
Sechs Monate zuvor wollte ich endlich reinen Tisch machen, Èlise alles erzählen, wie unser Treffen, damals im Café de la Paix zustande kam.
Ich hatte leckere Pasteten mit Ihrer Lieblingsfüllung, Champions mit Zwiebeln, Knoblauch und dazu Rosmarin, gemacht.
Sie kam regelrecht zur Tür hereingeflogen umarmte mich und gab mir einen langen Kuss. Danach flüsterte Sie mir ins Ohr, "der Kuss ist auch für mein Lieblingsessen". Sie zog schnell Ihre Jacke aus und begab sich sofort in das Esszimmer. Ich hatte alles schon angerichtet, wir setzten uns, stießen mit einem vorzüglichen Rotwein, "Burgund Pinot Noir", an.
Es war nicht das erste Mal, das ich für uns kochte aber diese Pasteten und der Wein, das waren immer besondere Anlässe und das wusste auch Élise.
Als wir fertig waren begaben wir uns in unserer Kuschelecke, bestehend aus einem Großen Boxspringliegebereich mit einer riesigen Decke und unzähligen Kissen. Neben dem Liegebereich stand eine Anrichte, worauf wir unsere Weingläser abstellten und es uns richtig gemütlich machten.
Du hattest Dich mit Deinem Kopf in meinem Schoß gebettet. Dein linker Arm griff hinter meinem Kopf und zog Ihn zu Dir herunter.

Wir küssten uns lange und intensiv aber ich wollte Dir unbedingt alles heute erzählen, also hörte ich auf, Dich zu küssen. Élise fragte, "Julien, Mon chéri, was ist los mit Dir?
Ach Élise, Ma chérie, Mon trésor, Mon cœur, Mon ange, ich muss Dir etwas wichtiges beichten."
"Beichten?" Élise sprach das Wort aus und im gleichen Augenblick richtete Sie sich dabei auf. "Was musst Du mir beichten?"
Ihr Blick war liebevoll besorgt und ich zögerte jetzt doch noch, es Ihr zu sagen. Ich hatte plötzlich Angst, das etwas dabei kaputt gehen könnte, die Gefühle von Ihr zu mir nicht mehr die selben sind.
"Julien, Mon petite chou, bitte sag, was ist los!"

Ich lächelte jetzt ein wenig und senkte den Kopf, damit ich nicht in Ihre Augen schauen musste und sagte mit leiser Stimme, "als wir damals im Café de la Paix aufeinander trafen, das war kein Zufall.
Ich erzählte Ihr, das ich der Mann bin, der Sie nach der Straße Rue de la Paix und den Delacroix gefragt hatte.
"Ich wollte unbedingt wissen, wer in dieser Wohnung wohnt, denn es brannte Licht und ich wollte für einen Moment ein Teil dieser Person sein. Ich wusste natürlich nicht, das Du, Ma chéri, dort wohnst." Mit den letzten Worten erhob ich meinen Kopf und ich schaute in Ihr Gesicht was...lachte, einfach nur lachte...

Mein leichtes Lächeln wich sofort aus meinem Gesicht und die absolute Unsicherheit kam wieder hervor. Ich hatte wahrscheinlich einen bestimmten Gesichtszug aufgesetzt, denn Sie fing an zu lachen aber es war ein Lachen wie Ihre wohltuende Stimme und ich beruhigte mich ein wenig.

Sie kam ganz nah zu mir und sagte, "das Sie sich gleich am nächsten Morgen aufgemacht hatte, um in der Rue de la Paix nach Hausnummer sieben zu suchen, denn ich hatte so ein komisches Gefühl. Es gab die Hausnummer sieben aber niemand hieß dort Delacroix.
Ich wollte mich gerade auf den Heimweg machen aber plötzlich hörte ich Deine Stimme und drehte mich um und sah, wie Du aus Hausnummer elf mit einem älteren Mann, Deinem Vater kamst. Du hattest Dich von Ihm verabschiedet und bist danach in die Richtung meiner Wohnung gegangen. Ich folgte Dir unauffällig und Du bliebst tatsächlich an dem Haus, wo ich wohne, stehen.
Ich wusste nicht was ich davon halten sollte also rief ich meine Mutter an und erzählte Ihr alles und Sie hatte die Idee mit dem Café. Das meine Mutter wirklich Chefärztin im Hôtel - Dieu - Hospital ist, konnte ich als glaubhaften Vorwand verwenden, also hatte ich nur etwas geflunkert. Als ich in Deiner Nähe war, sprach ich dann lauter, so das Du auch gut mithören konntest.

Ich wollte Dich damals im Café so richtig auflaufen lassen aber Touche, Du hattest eine Art an Dir und Dein Aussehen, ich wusste für einen Moment nicht mehr was ich machen sollte und ab diesem Moment konnte ich Dir fast alles verzeihen."
..."und jetzt, Mon chéri was wolltest Du mir noch sagen?"

Jetzt weiß ich nicht mehr wie es weitergeht Élise, bitte"...die ersten Tränen standen mir in den Augen...

"Julien liebster Julien, bitte, bitte weine nicht, ich wusste nicht wie ich reagieren sollte! Jemand wie Du ist mir noch nie vorher begegnet. Meine Gefühle vollführten einen Looping nach dem anderen.

Sie waren sich jetzt ganz nah. Élise nahm Juliens Hand und legte sie auf Ihr Herz.
"Julien, fühlst Du wie schnell es jetzt schlägt? Spürst Du, was Deine Nähe in mir auslöst?"
Ich nickte ganz schnell und wischte mir gleichzeitig die Tränen aus den Augen.

"Warum hast Du mir das gerade heute erzählt", fragte Élise.
"Es sollte ein ganz besonderer Tag für uns beide werden!"
Ja, Julien, ein besonderer Tag, was möchtest Du mir sagen?"
Ihre Lippen waren jetzt ganz nah, Ihr heißer Atem raubte mir meine Sinne. Ich schaute in Ihre blaugrauen Augen und gleichzeitig griff ich in meine linke Hosentasche und holte ein kleines Etui heraus.

"Liebste Élise, all die ganzen Menschen da draußen können ohne Dich leben aber ich kann es nie wieder.
Ich verliebte mich in Deine Stimme, in Dein Lachen und dann in Dich, so wie Du immer noch bist."
Ich öffnete die kleine Schachtel und zwei Diamantringe in Herzform funkelten.

"Élise, möchtest Du meine Frau werden?"
Eine Sekunde absolute Stille, eine Sekunde die wie eine Ewigkeit sich anfühlte.
Du legtest Deine Hände auf meine Wangen und sagtest, "Ja Julien, Je t'aime, mon amour. Ich will Deine Frau werden."

Je t'aime Élise, je t'aime...



Jwu 68
 
  • Fiete686
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