FREIGEIST VON RATHEN
Wandergedichte
I - DIE ELBEFAHRT VON SCHANDAU
Und haben die Wogen mich sichtlich verschlagen.
Sodass auch mein Herze nach Rathen nun zog.
So sagt mir, wer will schon ein' Dichter hier tragen.
Der schließlich das Wahre mit Dichtung verbog...
Und trieben die Wellen. So schwanden die Wogen.
Die Ufer, die standen. Doch schwammen vorbei.
Wie glänzten hier sichtlich selbst Wälder verlogen.
Ich komm' dir schon näher. Du schönste Bastei...
Und haben die Wogen mich sichtlich verschlagen.
Sodass auch der Felsen am Tale schon ruht.
Mein Mädchen, ich weiche. Es sollte nicht klagen.
Doch fürcht' ich mich Schöne vor brausender Flut.
Und haben die Wogen mich scheinbar verschlagen.
Wie steht nun mein Rathen im schönsten Gewand.
Welch' Geister, die wollten mich scheinbar ertragen.
Doch sagt mir, wer hat mich in Rathen erkannt...
II - DIE BASTEI
Erschwerlich, beschwerlich. Das will ich nun meinen.
Und thront schon erhoben. Die schwarze Bastei.
Umschwirren die Föhren selbst Raben, die scheinen.
Die wünschten sich Schönheit und Anmut herbei.
Und wollte durch Felsen mein Herze nun schwinden.
Und hingen selbst Föhren und Täler im Traum.
Doch sage mir Engel. Was soll man schon finden.
Wenn sieht man das Schöne, doch Leben hier kaum.
Erschwerlich, beschwerlich. Das will ich nun meinen.
Und hat man grundsätzlich die Zinnen erreicht.
Und würde man wahrlich das Schöne hier meiden.
Dann wär' es der Kummer, der einen beschleicht...
Erschwerlich, beschwerlich. Ich möchte nicht enden.
Doch ende ich, Engel... Ich sterb' schon gewiss.
Auch wenn wir schlussendlich ein Leben nicht fänden.
Dann weiß ich, dass ich auch die Bastei wohl miss'.
III - LEB' WOHL, BASTEI
Und fürchte nicht Friedrich und bange nicht Körner.
Ihr habt auch die Felsen, die sah ich, gesehen.
Und schwelgen die Täler und schallen die Hörner.
Die Rufe, die scheinen. Die will man verstehen...
Wie will auch die Elbe wohl sichtlich noch treiben.
Und frag' ich mich wirklich: Wo zieht sie nun hin.
So merk' ich, das Schöne, das möchte nicht bleiben.
Verbleibe das Schöne, dann gäb' es kein Sinn...
Und fürchte nicht Friedrich und bange nicht Lieber.
So schau' schon. Und siehst du den wahren Moment.
Und hängen die Schluchten und Fichten noch tiefer.
Ich fürchte mich gar nicht. Ich fühl' mich nur fremd.
Und fürchte nicht Friedrich und bange nicht Körner.
Wer hat schon die Menschen, die Elbe gesehen.
Und schwelgen die Täler und schallen selbst Hörner.
Wenn gibt es hier Mädchen, der kann mich verstehen.
IV - RICHTUNG RATHEN I
So seh' ich, mein Engel, hier hängen die Klammen.
Doch sag' mir, du Schöne. Wohin es mich zieht.
Die Herzen, die jedoch aus Schönem entstammen.
Vergessen, wie viel schon die Sehnsucht hier wiegt.
Die Wege, die weichen und schwinden durch Haine.
Die Eichen und Buchen, selbst Farne geneigt.
Und fühl' ich mich, Mädchen. Bloß wieder alleine.
Besonders, wenn jedoch mein Herze hier schweigt.
So seh' ich, mein Engel, hier hängen die Klammen.
Die Schluchten, die locken und formen das Tal.
Auch wenn wir zu selten das Schöne hier nahmen.
Verzeih' mir, du Schöne. Ich lieb' dich nochmal...
So seh' ich, mein Engel, hier hängen die Klammen.
Verläuft sich, verliert sich schon wieder der Pfad.
Die Herzen, die jedoch aus Schönem entstammen.
Verlier' ich das Schöne. Doch leb' ich noch grad'...
V - RICHTUNG RATHEN II
Wer kennt schon die Felsen, die stehen und prägen.
Auf denen kein' Mensche, kein Mensche nun schritt.
Doch will ich das Schöne, mein Mädchen, erwägen.
So nehmen mich Schluchten allmählich auch mit.
So will ich mich gar nicht vom Schönen hier trennen.
Das Schöne, das schließlich mein Herze verlor.
Und fand' ich das wieder. Beim Steigen und Sehnen.
So fand' ich das Schöne paar Stunden zuvor.
Wer kennt schon die Felsen, die stehen und grüßen.
Auf denen kein' Mensche, kein Mensche nun stand.
Uns liegen selbst Erden und Schluchten zu Füßen.
Doch hab' ich die Erden auch niemals gekannt...
Wer kennt schon die Felsen, die stehen und prägen.
Die stehen und schauen und schweigen auch tief.
Doch kommt uns der Abschied, mein Engel, gelegen.
Sodass ich mich wieder durchs Schöne verlief...
VI - RATHEN
Ich kenn' dich von früher, ich schätze, mein Rathen.
Verzeih' mir, ich fühl' mich, mein Mädchen hier fremd.
Auch wenn hier die Blicke und Herzen schon matten.
Dann fallen zum Abschied die Tränen aufs Hemd...
Ich kenn' dich von früher, ich schätze, mein Rathen.
Verzeih' mir, dass ich dich schon wieder verlass'.
Die Herzen, die schwinden, die werden hier warten.
So hoff' ich, ich find' meins. Inmitten vom Hass...
Ich kenn' dich von früher, ich schätze, mein Rathen.
Verzeih' mir, dass ich schon, mal wieder hier geh'.
Auch wenn hier die Stunden und Nächte ermatten.
So geh' ich. Auch wenn ich nichts Schönes versteh'.
Ich kenn' dich von früher, ich schätze dich Rathen.
Doch sag' mir, was ist schon das Ende vom Glück.
Ich war hier und wirst du mich schließlich verraten.
Ich geh' schon nach Schandau. Und sterbe ein Stück...
24.05.2026
Die Gedichte wurde an diesen Orten geschrieben:
I - bei Königstein / Sächische Schweiz-Osterzgebirge
II - Auf der Bastei / Sächische Schweiz-Osterzgebirge
III - Auf der Bastei / Sächische Schweiz-Osterzgebirge
IV - Schwedenlöcher / Sächische Schweiz-Osterzgebirge
V - Schwedenlöcher / Sächische Schweiz-Osterzgebirge
VI - Kurort Rathen / Sächische Schweiz-Osterzgebirge
Wandergedichte
I - DIE ELBEFAHRT VON SCHANDAU
Und haben die Wogen mich sichtlich verschlagen.
Sodass auch mein Herze nach Rathen nun zog.
So sagt mir, wer will schon ein' Dichter hier tragen.
Der schließlich das Wahre mit Dichtung verbog...
Und trieben die Wellen. So schwanden die Wogen.
Die Ufer, die standen. Doch schwammen vorbei.
Wie glänzten hier sichtlich selbst Wälder verlogen.
Ich komm' dir schon näher. Du schönste Bastei...
Und haben die Wogen mich sichtlich verschlagen.
Sodass auch der Felsen am Tale schon ruht.
Mein Mädchen, ich weiche. Es sollte nicht klagen.
Doch fürcht' ich mich Schöne vor brausender Flut.
Und haben die Wogen mich scheinbar verschlagen.
Wie steht nun mein Rathen im schönsten Gewand.
Welch' Geister, die wollten mich scheinbar ertragen.
Doch sagt mir, wer hat mich in Rathen erkannt...
II - DIE BASTEI
Erschwerlich, beschwerlich. Das will ich nun meinen.
Und thront schon erhoben. Die schwarze Bastei.
Umschwirren die Föhren selbst Raben, die scheinen.
Die wünschten sich Schönheit und Anmut herbei.
Und wollte durch Felsen mein Herze nun schwinden.
Und hingen selbst Föhren und Täler im Traum.
Doch sage mir Engel. Was soll man schon finden.
Wenn sieht man das Schöne, doch Leben hier kaum.
Erschwerlich, beschwerlich. Das will ich nun meinen.
Und hat man grundsätzlich die Zinnen erreicht.
Und würde man wahrlich das Schöne hier meiden.
Dann wär' es der Kummer, der einen beschleicht...
Erschwerlich, beschwerlich. Ich möchte nicht enden.
Doch ende ich, Engel... Ich sterb' schon gewiss.
Auch wenn wir schlussendlich ein Leben nicht fänden.
Dann weiß ich, dass ich auch die Bastei wohl miss'.
III - LEB' WOHL, BASTEI
Und fürchte nicht Friedrich und bange nicht Körner.
Ihr habt auch die Felsen, die sah ich, gesehen.
Und schwelgen die Täler und schallen die Hörner.
Die Rufe, die scheinen. Die will man verstehen...
Wie will auch die Elbe wohl sichtlich noch treiben.
Und frag' ich mich wirklich: Wo zieht sie nun hin.
So merk' ich, das Schöne, das möchte nicht bleiben.
Verbleibe das Schöne, dann gäb' es kein Sinn...
Und fürchte nicht Friedrich und bange nicht Lieber.
So schau' schon. Und siehst du den wahren Moment.
Und hängen die Schluchten und Fichten noch tiefer.
Ich fürchte mich gar nicht. Ich fühl' mich nur fremd.
Und fürchte nicht Friedrich und bange nicht Körner.
Wer hat schon die Menschen, die Elbe gesehen.
Und schwelgen die Täler und schallen selbst Hörner.
Wenn gibt es hier Mädchen, der kann mich verstehen.
IV - RICHTUNG RATHEN I
So seh' ich, mein Engel, hier hängen die Klammen.
Doch sag' mir, du Schöne. Wohin es mich zieht.
Die Herzen, die jedoch aus Schönem entstammen.
Vergessen, wie viel schon die Sehnsucht hier wiegt.
Die Wege, die weichen und schwinden durch Haine.
Die Eichen und Buchen, selbst Farne geneigt.
Und fühl' ich mich, Mädchen. Bloß wieder alleine.
Besonders, wenn jedoch mein Herze hier schweigt.
So seh' ich, mein Engel, hier hängen die Klammen.
Die Schluchten, die locken und formen das Tal.
Auch wenn wir zu selten das Schöne hier nahmen.
Verzeih' mir, du Schöne. Ich lieb' dich nochmal...
So seh' ich, mein Engel, hier hängen die Klammen.
Verläuft sich, verliert sich schon wieder der Pfad.
Die Herzen, die jedoch aus Schönem entstammen.
Verlier' ich das Schöne. Doch leb' ich noch grad'...
V - RICHTUNG RATHEN II
Wer kennt schon die Felsen, die stehen und prägen.
Auf denen kein' Mensche, kein Mensche nun schritt.
Doch will ich das Schöne, mein Mädchen, erwägen.
So nehmen mich Schluchten allmählich auch mit.
So will ich mich gar nicht vom Schönen hier trennen.
Das Schöne, das schließlich mein Herze verlor.
Und fand' ich das wieder. Beim Steigen und Sehnen.
So fand' ich das Schöne paar Stunden zuvor.
Wer kennt schon die Felsen, die stehen und grüßen.
Auf denen kein' Mensche, kein Mensche nun stand.
Uns liegen selbst Erden und Schluchten zu Füßen.
Doch hab' ich die Erden auch niemals gekannt...
Wer kennt schon die Felsen, die stehen und prägen.
Die stehen und schauen und schweigen auch tief.
Doch kommt uns der Abschied, mein Engel, gelegen.
Sodass ich mich wieder durchs Schöne verlief...
VI - RATHEN
Ich kenn' dich von früher, ich schätze, mein Rathen.
Verzeih' mir, ich fühl' mich, mein Mädchen hier fremd.
Auch wenn hier die Blicke und Herzen schon matten.
Dann fallen zum Abschied die Tränen aufs Hemd...
Ich kenn' dich von früher, ich schätze, mein Rathen.
Verzeih' mir, dass ich dich schon wieder verlass'.
Die Herzen, die schwinden, die werden hier warten.
So hoff' ich, ich find' meins. Inmitten vom Hass...
Ich kenn' dich von früher, ich schätze, mein Rathen.
Verzeih' mir, dass ich schon, mal wieder hier geh'.
Auch wenn hier die Stunden und Nächte ermatten.
So geh' ich. Auch wenn ich nichts Schönes versteh'.
Ich kenn' dich von früher, ich schätze dich Rathen.
Doch sag' mir, was ist schon das Ende vom Glück.
Ich war hier und wirst du mich schließlich verraten.
Ich geh' schon nach Schandau. Und sterbe ein Stück...
24.05.2026
Die Gedichte wurde an diesen Orten geschrieben:
I - bei Königstein / Sächische Schweiz-Osterzgebirge
II - Auf der Bastei / Sächische Schweiz-Osterzgebirge
III - Auf der Bastei / Sächische Schweiz-Osterzgebirge
IV - Schwedenlöcher / Sächische Schweiz-Osterzgebirge
V - Schwedenlöcher / Sächische Schweiz-Osterzgebirge
VI - Kurort Rathen / Sächische Schweiz-Osterzgebirge